Audiovisuelle Medien

Der Forschungsschwerpunkt Audiovisuelle Medien erforscht die künstlerischen Ansätze, Arbeitsweisen und individuellen Problemlösungen im Dokumentar- oder szenischen Kinofilm, die sich durch die technische Entwicklung im Bereich der Aufnahme und Weiterverarbeitung vom bewegten Realbild ergeben. Da gerade die technischen Randbereiche aussagekräftige Ergebnisse versprechen, konzentriert sich das erste Projekt "MiniDV im szenischen Kinofilm" um eine im europäischen Kinofilm eher ungewöhnliche Produktionsform.

Das für den Amateur konzipierte audiovisuelle Aufnahmeformat MiniDV wurde Ende der neunziger Jahre überraschend von einigen Künstlern erfolgreich für professionelle Kinofilmproduktionen genutzt und begründete damit eine medien- und filmgeschichtliche Ära. Fast gleichzeitig boomte die Medienausbildung, und auch hier waren MiniDV-Camcorder die erste Wahl für fast alle Akademien und Hochschulen, da eine Ausbildung nun auch ohne die unvergleichlich kostenintensivere Nutzung von High-End Geräten möglich war. Gerade in der Ausbildung liegen die erzielten Ergebnisse aber weit unter den Erwartungen. Standardisierte Arbeitsmethoden, wie sie mit professionellen Geräten üblich sind, lassen sich erstaunlicherweise nicht auf dieses Aufnahmeformat anwenden.

Recherche, Dreharbeiten und Aufbereitung von Videointerviews mit international erfolgreichen Kameraleuten stellen den Schwerpunkt der Projektarbeit dar. Diese Interviews sollen in einer offen navigierbaren Datenbank der medien- und insbesondere filmwissenschaftlichen Forschung zur Verfügung gestellt werden.
Es sollen sowohl unterschiedliche (künstlerische, kulturelle oder technische) Ansätze zu den Themenschwerpunkten vergleichbar gemacht, und außerdem eine direkte Verbindung zu den jeweils relevanten Filmausschnitten hergestellt werden. Die Metadaten der Interviews und der Filmausschnitte selber, werden über eine Datenbank such- und navigierbar gemacht. Somit ergibt sich auch die Möglichkeit der Verknüpfung der Mediendaten zu anderen, zukünftigen multimedialen Publikationen.
Dabei wird das Projekt die Vorzüge der herkömmlichen audiovisuellen linearen Erzählmethoden eines Dokumentarfilms mit der heute gewohnten Navigierbarkeit in einem hypermedialen Raum, sowie den Ansprüchen an eine wissenschaftliche Forschungsarbeit kombinieren.

Kooperationspartner sind die Universität Konstanz, das Institut für Terminologie und angewandte Wissensforschung ITAW GmbH in Berlin, die Stiftung Deutsche Kinemathek in Berlin, sowie die European Federation of Cinematographers - IMAGO.


Projekte

Erhebung zum Wandel der Bildaufnahmeformate im szenischen Kinofilm

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Johannes Schaugg
Raum: 332, Hörsaalbau (Standort Nobelstraße)
Telefon: 0711 8923 - 2240
E-Mail: Prof. Dr. Johannes Schaugg