Von der Programm- zur Prozessqualität
Die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems an der Hochschule der Medien
Schon vor mehreren Jahren hat die Hochschule der Medien mit der Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems begonnen. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die natürlich gewachsene Vielfalt an Instrumenten zur Qualitätssicherung und strategischen Planung zu einem konsistenten System der Evaluation und Steuerung zu verknüpfen und systematisch auszubauen.
2002-2007: punktuelle Ansätze zur Lehrveranstaltungsevaluation, erste Dokumentation der Studienprogramme, Programmakkreditierung
Seit 2002 werden Lehrveranstaltungen an der Hochschule der Medien evaluiert, allerdings geschieht dies zunächst nur in einzelnen Fächern auf Betreiben der Lehrenden oder der Studierenden. 2005 wird ein rechnergestütztes Pilotprojekt zur hausweiten Lehrveranstaltungsevaluation gestartet, das interessante Ergebnisse zeitigt, aufgrund technischer Mängel jedoch nicht weiter verfolgt wird.
In Vorbereitung auf die Programmakkreditierung werden die Studienprogramme erstmalig dokumentiert (inklusive Profil und Selbstverständnis, Qualifikationsziele, Strukturen, Ressourcen etc.) und auf der Webseite verankert. Außerdem richtet die HdM ein Online-Portal mit detaillierten Angaben zu den Modulen und Lehrveranstaltungen aller Studiengänge ein (inklusive Beschreibung der Lehrinhalte, Lernergebisse, Prüfungsformen, SWS, ECTS, Voraussetzungen etc.). Für die Lehrenden stellt die komplette Dokumentation der Studienprogramme eine Voraussetzung dar, um über die Programmqualität zu reflektieren, sie weiterzuentwickeln und überprüfen zu lassen.
In den Jahren 2005 und 2006 werden sämtliche Studiengänge der HdM von der Agentur ACQUIN e.V. in Clustern programmakkreditiert.
2007-2009: durchgängige Lehrveranstaltungsevaluation, Leitbild, Struktur- und Entwicklungsplan, Beteiligung an Studierendenumfragen und Rankings
Auf Betreiben des neu aufgestellten Rektorats und der Stabsstelle für Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement wird 2007 eine dezidierte Qualitätsoffensive ins Leben gerufen. Diese Initiative sieht den Ausbau des Qualitätsmanagementsystems mit verstärkten Kräften in mehreren Stufen vor.
2007 werden sämtliche Lehrveranstaltungen der HdM erstmals einer zentral organisierten, semesterweise stattfindenden Online-Evaluation unterworfen. Die Umfrage umfasst auch Fragen zum Studiengang und zur gesamten Hochschule. Die Durchführung sowie die Behandlung und Veröffentlichung der Evaluationsergebnisse wird 2008 in einer Neufassung der Evaluationssatzung geregelt.
In Zusammenhang mit der Ausarbeitung des gesetzlich vorgeschriebenen Struktur- und Entwicklungsplans für die Jahre 2007 bis 2012 schreibt die HdM ihr Profil, ihr Selbstverständnis und ihre Ziele in einem Leitbild fest. Das Leitbild wird von allen Gremien der Hochschule im Jahr 2008 verabschiedet. Damit ist der Ausgangspunkt für eine gemeinsame strategische Entwicklungsplanung gesetzt.
Die HdM beteiligt sich mit allen ihren Studiengängen an den Studierendenumfragen des CHE (CHE-Hochschulranking) sowie an den Absolventenumfragen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
2009-2011: erweiterte Dokumentation der Studienprogramme, Prozessmanagement, Studiengangsevaluation, Audit zur institutionellen Qualitätssicherung
Im Jahr 2009 werden das „Studiengangskonzept“ und der „Semesterbericht“ neu eingeführt. Es handelt sich dabei um eine vorstrukturierte Dokumentation der Studiengänge (auf Basis der Selbstbeschreibungen für die Programmakkreditierung), für die Kommentierung der Ergebnisse der zentralen Qualitätssicherung und der Beschreibung anstehender Reform- und Entwicklungsmaßnahmen.
Ebenfalls 2009 beginnt die HdM mit der Modellierung von Prozessen, u.a. zur Einrichtung und Durchführung von Studienangeboten. Die Prozesse werden mit einem hochschuleigenen Tool erfasst und sind auf dem QM-Portal im Intranet abrufbar.
Im Jahr 2010 geht das interne Audit an den Start, ein Verfahren zur Evaluation von Studiengängen. Das Audit sieht die Begutachtung aller Studiengänge in einem ca. fünf- bis sechsjährigen Zyklus vor. Die hier gewonnenen Erkenntnisse sollen auch für die Weiterentwicklung der gesamten Hochschule sowie des Qualitätsmanagementsystems herangezogen werden.
Um den aktuellen Reifegrad des Qualitätsmanagements von Experten beurteilen zu lassen und eine Prognose zum voraussichtlichen Erfolg der Hochschule bei einer Systemakkreditierung zu erlangen, führt die HdM in den Jahren 2009 und 2010 ein Audit zur institutionellen Qualitätssicherung unter der Verantwortung der evalag (Evaluationsagentur Baden-Württemberg) durch.
Ab 2011: Dokumentation der Fakultäten und der Hochschule, Jahresgespräche zur Strategiefindung, verstärkte Förderung der Kompetenzorientierung in der Lehre, Systemakkreditierung
Zur Komplettierung des Dokumentationssystems werden das „Fakultätskonzept“ und das „Hochschulkonzept“ eingeführt. Diese Papiere geben Aufschluss über Selbstverständnis, Ziele, Strukturen, Ressourcen, geplante Entwicklungsmaßnahmen etc. der einzelnen Fakultäten bzw. der gesamten Hochschule. Sie werden vom Dekan der Fakultät bzw. Rektor verantwortet.
Um den bislang informellen strategischen Diskurs zu systematisieren, werden strukturierte Jahresgespräche zwischen Rektor und Dekanen sowie zwischen Dekanen und Studiendekanen eingeführt. Die Gespräche dienen dem Abgleich ebenso wie der Weiterentwicklung von Hochschul-, Fakultäts- und Studiengangszielen. In die jährlichen Strategierunden fließen unter anderem die Ergebnisse der internen Audits ein. Dokumentiert werden die Vereinbarungen in den Hochschul-, Fakultäts- und Studiengangskonzepten.
Im Frühjahr 2011 wird die HdM von der Akkreditierungsagentur ACQUIN e.V. zur Systemakkreditierung zugelassen. Mit einem Abschluss des Verfahrens ist im Frühjahr 2013 zu rechnen.
Zur Förderung der Kompetenzorientierung in der Lehre, insbesondere des Ineinandergreifens von Qualifikationszielen, Lehrmethoden und kompetenzorientierten Prüfungsformen, wird eine Didaktikoffensive gestartet.