Durchführung
Idealerweise haben wir einen leicht
muffig riechenden, verwinkelten Keller mit knarzender
Eingangstür! Ich stellte in die verstecktesten Winkel einige
Grablichter, das elektrische Licht blieb aus. Im hintersten Raum
warteten Stühle und eine (noch ausgeschaltete) Leselampe auf
die Kinder (und mich).
Ich begrüßte die Kinder im Büchereifoyer
und erzählte ihnen von den komischen Geräuschen, die
ich aus dem Keller gehört hätte und dann
„schlichen“ wir mit Taschenlampen in den Keller.
Nachdem alle Winkel untersucht waren, setzten sich die Kinder und ich
las ihnen den „Knochenbuh“ von Ted van Lieshout
vor: In der Geschichte buddelt der Hund einen Knochen aus dem
Blumenbeet – einen Menschenknochen??! Nachdem Papa, Kind und
Hund schließlich fast ein ganzes Skelett gefunden haben, nur
ein Kopf fehlt, stellt Papa schaudernd fest, dass sie einen
„Knochenbuh“ ausgegraben haben! Und der frisst am
liebsten Kinderpos! Natürlich kapiert das Kind schnell, dass
Papa wieder mal Quatsch macht – aber in der Nacht klappert
das Knochengerippe zu ihm ins Zimmer!
Die Geschichte ist durchaus gruselig, aber bevor die Spannung
unerträglich wird, wird sie immer wieder durch witzige
Kleinigkeiten aufgelöst – und außerdem
lässt sie sich ganz wunderbar vorlesen! Als kleinen Gag habe
ich„Knochen“ aus dicker Pappe ausgeschnitten und,
wenn sie in der Geschichte ausgebuddelt werden, auf den Boden geworfen.
Die Kinder konnten dann ein Gerippe daraus legen (es sah dann zwar
völlig anders aus, als ich gedacht hatte, aber das war ja
eigentlich egal, ich musste nur beim Vorlesen der
Knochenbuh-Beschreibung etwas improvisieren...). Schön
wäre natürlich auch eine Pinwand, auf der man das
Skelett anbringen könnte, aber der Fußboden
tut’s auch…
Bevor die Kinder dann wieder nach oben in Sicherheit gingen, machte ich
ihnen noch vor, wie man Gänsehaut kriegen kann: auf die
Schulterblätter klopfen, das Rückgrat entlang
streifen, im Haar kraulen und in den Hals kneifen (dazu
flüstern: Das Grauen beschleicht dich, Spinnen im Haar, Blut
läuft herunter und dann beißt Dracula!).
Fazit:
ohne großen Aufwand zu
verwirklichen und Spaß und Grusel sind garantiert!
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