Wo Geschichten wohnen

Ansprechpartner:

Gemeindebücherei Westoverledingen
Susanne Brandt


 Bahnhofstr. 18
   26810 Westoverledingen

 04955 / 933 - 259 !neu!
@ susanne.brandt@westoverledingen.de


Zielgruppe: Vor- / Grundschule
Max. Teilnehmerzahl: 20 bis 25
Dauer: ca. 60 Minuten
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Grundidee

Ausgangspunkt für eine „etwas andere“ Bibliotheksstunde mit Kindern im Vor- und Grundschulalter war eine ganz kleine Textpassage aus Andersens Geschichte „Tante Zahnweh“. Da beschreibt der poetisch veranlagte Ich-Erzähler:

„Oft, wenn ich durch die Straßen der Stadt gehe, kommt es mir vor, als ginge ich durch eine große Bibliothek; die Häuser sind die Bücherregale, jede Etage ein Brett mit Büchern. Hier steht eine Alltagsgeschichte, dort eine gute alte Komödie….Ich kann über all diese Bücher phantasieren und philosophieren…“

Recht hat er! Denn die Szene kann wirklich allerhand Ideen freisetzen – zum Beispiel für die Gestaltung einer solchen Häuserzeile als großes Pop-up-Modell zu einem selbst verfassten Gedicht, das mir durch die beschriebene Episode in den Sinn gekommen ist.

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Material

  • Pappe und Zeichenkarton
  • Bunt- oder Wachsmalstifte
  • Schere und Schneidemesser
  • Bilderbücher als Kopiervorlag
  • ggf. mehrere Kartons

Vorbereitung

Die Häuser werden zunächst auf Zeichenkarton gemalt und so auf ein Stück Pappe geklebt, dass hinter den aufklappbaren Fenstern und Türen kleine Illustrationen und Symbole platziert werden können. Es handelt sich dabei um entsprechend ausgewählte Motive aus verschiedenen Bilderbüchern, die sich in jedem Bilderbuchbestand leicht finden, kopieren und hinter den Fenstern und Türen auf den Papphintergrund kleben lassen: ein Hund und eine Katze, ein Kuchen, eine Blume, ein Märchensymbol wie z.B. eine Krone, ein Stern.
Diese stehen jeweils in Beziehung zu den Strophen des Gedichtes, das als „Erinnerungshilfe“ auf die Rückseite des Pappmodells geklebt wird. Der Text kann so unauffällig abgelesen werden, während die Kinder dazu das Häuserbild auf der Vorderseite betrachten und verfolgen, wie sich Strophe für Strophe ein neues Fenster öffnet und eine neue Geschichte zum Vorschein kommt…. Je größer das Modell ist, desto besser sind die Bilder für die Kinder in der Gruppe zu erkennen.

(Foto des Modells kann bei Bedarf zugeschickt werden.)

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Durchführung

Der Erzähler oder die Erzählerin stellt sich das vorbereitete Pop-up-Bild (beim Sitzen) auf die Knie oder hängt es sich an einem Band (beim Gehen oder Stehen) um, so dass die Bildseite den Kindern zugewandt ist und der Text des Gedichtes als Erinnerungshilfe von hinten abgelesen werden kann. Beim möglichst freien Vortrag des Gedichtes werden vorn die entsprechenden Fenster, Türen und Tore geöffnet, hinter denen die Kinder das jeweils passende Bildmotiv entdecken.

Der Kehrvers kann zwischendurch mehrfach wiederholt werden und die Kinder bald zum auswendigen Mitsprechen einladen.

Die Bilderbücher, aus denen die Motive hinter den Fenstern und Türen kopiert sind, liegen bereit. Gemeinsam suchen die Kinder anschließend in den Büchern nach den Bildausschnitten, die hinter den Klappen des Pop-up-Modells sichtbar geworden sind. Wer erkennt, welches Motiv aus welchem Buch stammt?

Mögliche Erweiterung:

Die Aktion kann (mit jüngeren Kindern) beim Stöbern in den Bilderbüchern ausklingen oder aber (mit älteren Kindern) erweitert und ergänzt werden um eine weitere Umsetzungsform einer solchen „Stadt der Bücher und Geschichten“:
Aus mehreren Pappkartons bauen die Kinder nun selbst Häuser.
Dazu werden die Kartons so aufeinander gestapelt, dass die offenen Seiten nach vorne weisen und quasi den Blick frei geben in die (noch) leeren Zimmer.
Welche Geschichten wohnen wo? Verschiedene Spielimpulse sind möglich:
Es können Alltagsgegenstände auf die „Zimmer“ verteilt werden und die Kinder denken sich dazu eine passende „Zimmergeschichte“ aus oder suchen nach Büchern, die ihrer Meinung nach zu diesem Gegenstand passen könnten.
Es können ebenso verschiedene Bücher auf die Zimmer verteilt werden und die Kinder suchen im Kindergarten nach Gegenständen, die zu diesen Büchern und zu den Bildern, die darin zu sehen sind, passen. Auch daraus lässt sich gewiss eine Geschichte „spinnen“. Steht eine größere Auswahl an Büchern zur Verfügung, kann eine weitere „Zuordnungsaufgabe“ darin bestehen, in den verschiedenen Zimmern jeweils solche Bücher zu sammeln, die nach der Vorstellung der Kinder zusammengehören, also z.B. alle Tierbücher in ein Zimmer zu packen oder alle Bücher über Fahrzeuge oder alle Bücher, deren Titel mit einem bestimmten Buchstaben anfängt...
Es lassen sich viele solcher Ordnungskriterien finden, die vor oder auf dem Weg zum Lesenlernen von Kindern allein durch die Entschlüsselung von Bildern, Zeichen und Symbolen zu unterscheiden sind.


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