WortstarkFrühförderung in der Bibliothek und Elternarbeit
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Grundidee:Einige Bibliotheken haben sich inzwischen des Themas „Sprachförderung für Vorschulkinder“ angenommen und bieten dazu Programme an. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist die Einbeziehung der Eltern. Denn nur über sie können langfristig Erfolge erzielt werden. Nur Kinder, die sich auch zu Hause mit Büchern beschäftigen, seien es die eigenen oder die aus der Bibliothek, haben günstige Startbedingungen für ihre schulische Lesekarriere. Dass es dabei zwar auch, aber nicht nur um das Vorlesen geht, sollte den Eltern möglichst durch eigenes Miterleben nahegebracht werden.Aus diesen Gründen ist die Elternarbeit ein fester Bestandteil unseres Sprachförderungsprojektes „Wortstark“. Wichtigster Baustein ist ein Elternnachmittag in der Bibliothek, an dem Kinder und Eltern gemeinsam teilnehmen. Was ist Wortstark? Als Reaktion auf die Ergebnisse der PISA-Studie hatte die Stadtbibliothek Berlin- Friedrichshain-Kreuzberg im Jahre 2002 eine nachhaltige Bildungsoffensive gestartet. Neben verschiedenen Projekten zur Leseförderung in Grundschulen entstand „Wortstark“, ein Projekt, das sich an Kinder im Vorschulalter richtet. An diesem Kooperationsprojekt, das in Zusammenarbeit mit der Kita-Beratung durchgeführt wird, sind zurzeit 7 Kinderbibliotheken und 12 Kitas beteiligt. Ziele des Projekts sind:
Sprachförderung in und mit der Bibliothek, was bedeutet das? Bilderbücher werden durch gemeinsames Sprechen, Spielen und Singen zu einem sinnlichen Erlebnis. Anschließend wählen die Kinder selbständig Bücher zur Ausleihe für die Kita aus. Ein fester Veranstaltungsrahmen mit immer wiederkehrenden Ritualen (Begrüßungslied usw.) machen die Bibliothek und damit auch die Literatur zu einem vertrauten Ort. Organisation des Projektes: Jede Vorschulgruppe besucht alle 14 Tage ihre Bibliothek zu einer einstündigen Veranstaltung. Insgesamt gibt es 10 Termine. Zusätzlich finden Auftakt- und Abschlußtreffen für die beteiligten Bibliothekarinnen und Erzieherinnen sowie ein Elternnachmittag statt. Eine Dokumentation des Projektes wird durch die Erzieherinnen durchgeführt, die so auch die Gelegenheit haben, die (Sprach)entwicklung einzelner Kinder zu beobachten. Wie läuft eine einzelne Veranstaltung in der Bibliothek ab? Nach dem Begrüßungslied gibt es ein Einstiegsspiel, das durch Requisiten oder kleine Sinnesspiele zum Thema des Bilderbuches hinführt. Die Gegenstände können z.B. ertastet werden und dienen als Sprechanlaß für die Kinder. Bei Gruppen mit schlechten Deutschkenntnissen werden regelmäßig Wortschatzkisten angelegt. Der Hauptteil der Veranstaltung besteht in dem Vorlesen des Buches oder Bilderbuchkino (die Bilder des Buches werden an die Wand projiziert, dazu wird der Text gelesen). Die Kinder bekommen dabei meist kleine Aufgaben, z.B. ein bestimmtes Wort in der Geschichte wiederzufinden, oder das Vorlesen wird durch ein Bewegungsspiel unterbrochen. Dies alles dient dazu, Literatur für die Kinder sinnlich erfahrbar zu machen. Nach der Geschichte folgt meist noch eine kleinere Bastel- oder Spielaktion (z.B. Buchstaben ausschneiden, kleines Theaterspiel usw.), um den Inhalt zu vertiefen. Dies kann dann in der Kita fortgeführt werden. Die Kinder suchen sich anschließend Bücher für die Kita aus, um danach noch einmal für ein Abschlußlied oder -gedicht zusammenzukommen. Themen der einzelnen Veranstaltungen und die dazugehörigen Bilderbücher:
Elternarbeit bei Wortstark (Bezirkszentralbibliothek) Die Eltern werden durch die Erzieherin am Beginn des Projektes schriftlich informiert. Die Kita ist ziemlich weit entfernt, deshalb liegt es nahe, möglichst jedesmal einen Elternteil zur Begleitung mitzubringen. Dies erwies sich als sehr nützlich, denn durch das direkte Miterleben kann den Eltern wunderbar deutlich gemacht werden, was man mit Bilderbüchern alles machen, wie man Vorlesen attraktiv gestalten kann und wie groß die Vielfalt auf dem Bilderbuchmarkt ist. Einige Kinderarbeiten sind während der Projektzeit in der Kita ausgestellt (z.B. Fühlbuchstaben, Kasimirs gewachsene Bohnenpflanzen) und dienen immer wieder als Gesprächsanlaß zwischen Eltern, Kindern und Erzieherinnen. Einige Bücher wirken direkt in die Familien hinein, ein Mädchen möchte zu Hause Pizza backen (wie die Hexe Wittilda in der Bilderbuchgeschichte) und eine Mutter plant den nächsten Kindergeburtstag angelehnt an die Bibliotheksveranstaltung zum Buch „Die Schildkröte hat Geburtstag“. Elternnachmittag Wichtigster Punkt in der Elternarbeit ist der Elternnachmittag in der Bibliothek für Eltern und Kinder. Die Kinder haben dabei die Gelegenheit, ihren Eltern „ihre“ Bibliothek zu zeigen, in der sie selbst inzwischen heimisch geworden sind. Zusätzlich werden die Eltern über den Verlauf des Projektes informiert. Mit Hilfe spielerische Gesprächsanlässe erzählen die Kinder von den gelesenen Büchern und darüber, was sie bei Wortstark alles erlebt haben. Die Eltern sind meist sehr stolz auf ihre Kinder, die so begeistert von den Geschichten erzählen, die sie „gelesen“ haben. Die Kinder freuten sich daran, den Eltern die Bibliothek und ihre Lieblingsbücher vorzuführen. Manchmal haben wir auch kleine Mal- oder Bastelarbeiten ausgestellt, die bei „Wortstark“ entstanden sind. Die Eltern berichten ihrerseits, wie die Bibliotheksbesuche und die Bilderbücher in die Familien hinein gewirkt haben (Pizza backen, Geburtstagsfeier, Bohnen pflanzen). Im Anschluß an das Programm, das meist mit dem gemeinsamen Erleben eines Bilderbuchkinos endet, erhalten die Eltern dann noch die Gelegenheit sich mit ihren Kindern in der Bibliothek anzumelden. Selten stellt man in einer so persönlichen und netten Atmosphäre Bibliotheksausweise aus. Überhaupt ist bei der Arbeit mit dieser Altersgruppe die persönliche emotionale Beziehung und Bindung sehr wichtig, das sollte bei Projekten zur Frühförderung immer beachtet werden. Veranstaltungskonzept Elternnachmittag November 2003Material:
Einstieg: Stuhlkreis, in der Mitte liegen auf einem Tuch Requisiten aus verschiedenen Märchen (Grimm) außerdem eine Flasche Traubensaft, Kuchen, Lebkuchen, Brot, Käse und geschnittene Äpfel. Alle diese Dinge sind durch ein weiteres Tuch zunächst verdeckt. Ebenfalls im Kreis liegen die Bilderbücher, die wir gemeinsam bei den vorangegangenen Wortstark-Veranstaltungen gelesen haben. An der Wand hängt ein „Wandteppich“ mit den Fühlbuchstaben aus der Veranstaltung „Kuschel, das Stachelschwein“. Auf den Stühlen liegen einzelne (herausgetrennte und laminierte) Seiten aus dem Buch „Die ganze Welt“. Diese Abbildungen stehen für bestimmte Tätigkeiten: Singen, malen, schneiden, lesen, hören, riechen, schmecken, sprechen, sich bewegen usw. Nach der Begrüßung, besonders auch der Eltern, zeigt jeder die Seite hoch, die er auf seinem Stuhl vorgefunden hat und benennt die Tätigkeit, die dort abgebildet ist. Die Kinder werden aufgefordert, zu diesen Tätigkeiten zu erzählen, was wir in den Wortstark-Veranstaltungen alles gemacht haben, zusätzlich zum Vorlesen. Die Bücher und der „Wandteppich“ dienen ebenfalls als Erinnerungshilfen. Danach Hinweis auf die zurzeit in Berlin stattfindenden Märchentage. Märchen als Generationen übergreifendes Thema: Welche Märchen sind bekannt? Die Requisiten und Nahrungsmittel aufdecken. Welche Märchen werden erkannt? Wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach den Märchenbilderbüchern, die zu den Gegenständen und Nahrungsmitteln passen. Kleine Pause: Die Nahrungsmittel aus den Märchen werden als Imbiss gereicht, dazu Kaffee für die Eltern, für die Kinder Traubensaft. Gestärkt haben dann Kinder und Eltern jeweils eine Aufgabe zu erfüllen. Wort- und Bilder-Puzzle: In den gefundenen Märchenbilderbüchern waren Buchstaben und Puzzleteile versteckt. Die Kinder setzen gemeinsam das Puzzle zusammen, die Eltern sollen aus den Buchstaben ein Wort zusammensetzen. Welche Gruppe ist zuerst fertig? Das Wort ergibt „Abgeschlossen“. das Puzzle das dazugehörige Titelbild. Bilderbuchkino: „Abgeschlossen“. (Bei einem Bibliotheksbesuch schließt sich ein Mädchen versehentlich im Klo ein, zum Glück hat es einen Stapel Bücher dabei...) Ausklang: Die Eltern können sich mit ihren Kindern in der Bibliothek anmelden. Die Veranstaltungskonzepte zu den Themen des Worstark-Projektes (s.o.) können bei der Autorin erfragt werden. | ||||||||||||||||||||||||||
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