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"Wir machen heute in der Schule Leseabend. Das wird voll
gut." Die Vorfreude ist deutlich spürbar, als am Vormittag 60
4.-KlässlerInnen zusammen mit ihren Lehrerinnen in die
Bibliothek strömen. Hier nämlich findet die
Auftaktveranstaltung statt - die SchülerInnen erhalten vor Ort
einen letzten Motivationsschub und Gelegenheit, sich mit spannenden
Büchern für die Nacht auszurüsten.
Die erste Stunde steht im Zeichen Venedigs - in einer
szenischen Lesung führen die Bibliothekarinnen des
Leseförderungsteams die SchülerInnen nämlich
in die aufregende Geschichte vom Herrn der Diebe (Cornelia Funke) ein.
Dieser Wechsel von Erzählen mit Einbezug der
SchülerInnen, Vorlesen und szenischem Spiel kommt bei den
Kindern gut an - sie sind eine volle Stunde lang
mucksmäuschenstill und verfolgen die Geschichte gespannt.
Dennoch empfinden wir 60 Minuten als etwas zu lang und werden es
nächstes Mal auf 45 Minuten reduzieren. Besonders
überzeugend wirkt der Herr der Diebe übrigens durch
die venezianische Vogelmaske (für 6 Euro vom Robin Hood
Versand), den schwarzen Mantel, sowie passende Requisiten (schwarzer
Sack mit "echtem" Diebesgut - Besteck, Medallion, Lupe, Pinzette).
Zur Auflockerung nach der langen Konzentrationsphase
spielen wir vor der Stöber- und Schmökerzeit, bei der
die SchülerInnen gemeinsam eine Lesenacht-Bücherkiste
packen, noch Montagsmaler und lassen den Vormittag mit einem
Kinderbuchquiz ausklingen.
Leser A
Leser B (der gleichzeitig den Herrn der Diebe spielt)
- B fasst die wichtigsten Fakten von Kapitel
"Kundschaft für Viktor" zusammen.
- Lesung im Wechsel von Kapitel "Das Sternenversteck"
(jeweils etwa 2 Seiten), dabei viel Blickkontakt und Fragen an das
Publikum. Gegen Ende verschwindet B, um sich umzuziehen (schwarzer
Mantel, Vogelmaske, schwarzer Sack mit Diebesgut, Zeitung mit
eingeklebter Pressenotiz über den Einbruch, siehe S. 34,
Taschenlampe)
- A liest das Kapitel "Der Herr der Diebe",
während B als "Scipio" agiert. Um es möglichst
authentisch werden zu lassen, sollte er den Text von Scipio auswendig
können. Die Zeitungsnotitz wird von einem Kind vorgelesen.
- A fasst die wichtigsten Fakten der Seiten 39-77
zusammen und liest das Kapitel "Treffen im Beichtstuhl" bis Seite 85,
während B als "Scipio" agiert. Um die Lesung nicht zu lang
werden zu lassen, könnte hier gekürzt werden.
- A fasst die wichtigsten Fakten der Seiten 86-119
zusammen. Währenddessen legt B hinter der Bühne
Mantel und Maske ab.
- Lesung im Wechsel der Seiten 120 (Dottor Massimos
Haus...) bis Seite 125.
- Nun sind die Kinder sehr gespannt auf den Fortgang
der Geschichte. Daher bekommen die Lehrerinnen das Buch, um es in der
Lesenacht weiter vorlesen zu können.
Übrigens: gerade wenn wenig Etat für Autorenlesungen
zur Verfügung steht, kann so eine szenische Lesung eine
interessante Alternative sein!
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