Jugendveranstaltungen von A – Z
A
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A
Ausflüge
Verlags- und Autorenbesuche sind eine gute Möglichkeit, den Jugendlichen die Hintergründe zur Entstehung von Medien und Medieninhalten näher zubringen. Die Jugendlichen haben Spaß und identifizieren sich leichter mit den Angeboten in ihrer Bibliothek.
Autorenlesungen
Laden Sie Autoren populärer Jugendbücher oder interessanter Sachbücher ein. Mögliche Themen der Sachbücher können interessante Berufe oder außergewöhnliche Erfahrungen sein wie ein Abenteuer im Dschungel oder die Reise durch Sibirien. Wenn die Lesung außerhalb einer Klassenveranstaltung oder eines Ferienprogramms stattfinden soll, dann richten Sie sich nach den Zeiten der Jugendlichen. Auch hier gilt: Je später die Stunde, desto attraktiver für die Zielgruppe.
Ein guter Tipp: Vermeiden Sie das Wort „Autorenlesung“ zumindest in der Überschrift Ihrer Werbung.
B
Book-Slam
Eine für Jugendliche attraktive Variante sich mit Büchern und Texten auseinander zu setzen ist der Book-Slam. Dabei treten die Teilnehmer mit unterschiedlichen Texten / Büchern gegeneinander an. Ihnen steht eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Im Gegensatz zum traditionellen Vorlesewettbewerb steht nicht die reine Lesekompetenz und das fehlerfreie Vorlesen im Vordergrund sondern die Art der Präsentation. Vergleichbar ist dies mit einem Poetry-Slam, wobei bei einem solchen Lyrik vorgetragen wird.
Die Bibliothek bietet sich als Veranstaltungsort an und schafft eine entsprechende Atmosphäre.
Um der Veranstaltung eine besondere Note zu verleihen, können Sie den Book-Slam auch abends und an außergewöhnlichen Orten außerhalb der Bibliothek (z.B. in einer Kneipe) durchführen.
Büchertausch
Bei einem Büchertausch wird eine Geschichte von mehreren Personen geschrieben. Nachdem jemand angefangen hat, wandert das Buch mit der angefangen Geschichte zur nächsten Person. Jeder kann die Geschichte fortschreiben ohne den vorbestehenden Inhalt zu ändern. Auf spielerische Art trainieren die Jugendlichen hierbei ihre Lesekompetenz, Textverständis und das Schreiben von Texten.
Für die Durchführung eines Büchertausches gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:
- Schreiben Sie als Bibliothekar/-in den Anfang einer Geschichte in ein leeres Buch und legen Sie dieses in der Bibliothek aus.
- Nehmen Sie mehrere leere Bücher in den regulären Ausleihbestand auf und machen Sie die Zielgruppe darauf aufmerksam – diese Bücher können ausgeliehen und beschrieben werden.
- Im Rahmen eines Workshops bietet es sich an einen bekannten Autor mit einzubeziehen.
- Eine moderne Variante ist es, die Veranstaltung online anzubieten. So werden auch Jugendliche erreicht, die mit herkömmlichen Büchern nicht gewonnen werden können.
Büchertratsch
Bei regelmäßigen Treffen in gemütlicher Atmosphäre werden von der Bibliothek und den Jugendlichen selbst Bücher vorgestellt
(Beispiel aus der Praxis: „It´s Tea Time“ in der Stadtbibliothek Reutlingen [http://www.stadtbibliothek-reutlingen.de/text/501/jubi15.htm]; Stadtbibliothek Marl)
Ergänzend können Film- oder Hörbuchausschnitte gezeigt werden.
C
Chatten in der Bibliothek
Das Chatten mit anderen Internetusern spielt für Jugendliche eine große Rolle und ist aus ihrem Medienalltag nicht mehr wegzudenken.
Im Chat müssen die Teilnehmer schnell Texte lesen und unverzüglich darauf reagieren. Auch wenn vielen Erwachsenen die Chatsprache unverständlich erscheint, werden dabei die Schlüsselqualifikationen Lesekompetenz und schnelles Auffassungsvermögen trainiert. Auch der (schnelle) Umgang mit der Tastatur ist eine weitere Basiskompetenz in der heutigen Mediengesellschaft, die beim Chatten geübt und verbessert wird.
In der Bibliothek können Jugendliche in gemeinsamer Runde (evtl. außerhalb der Öffnungszeiten) chatten. Ein guter Einstieg für eine solche Veranstaltung ist es, gemeinsam über bereits bekannte Chaträume zu sprechen und neue vorzustellen.
Als Betreuer geben Sie den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Hilfestellung und haben ein Auge auf die aufgerufenen Seiten.
So positioniert sich die Bibliothek als ein moderner Ort für Medien aller Art und zeigt den Jugendlichen, das sie und ihre Medienbedürfnisse Ernst genommen werden.
(Beispiel aus der Praxis.: Die Stadtbibliothek Leer veranstaltet Chatnächte für 10 Teilnehmer von 12 bis 16 Jahren. Diese dauern bis Mitternacht. Die Jugendlichen chatten, bekommen Snacks, Pizza und Getränke. Das Personal gibt Hilfestellungen z.B. beim Anmelden
Quelle: Bökenkamp, Bernhard: Chatnächte : Anleitung zum Glücklichsein? In: Giraffe Online 12, 2003. – S. 11-12).
Comic-Wettbewerb
Bei einem Comic-Wettbewerb überlegen sich die Teilnehmer eine Geschichte und entwerfen den dazugehörigen Comic.
Findet der Wettbewerb über einen längeren Zeitraum statt, empfiehlt es sich, ihn an einem bestimmten Thema auszurichten.
Als spannendes Projekt entwickelt sich sicherlich die Umsetzung von klassischen Texten in einen Comic, z. B. anlässlich eines Geburtstages eines berühmten Dichters
Ein bekannter Comic-Zeichner, der einen Zeichenworkshop gibt oder Mitglied der Jury ist, ist ein zusätzlicher Anreiz für viel Jugendliche.
D
Discos und Partys
Discos und Partys sind immer ein besonderes Highlight für viele Jugendliche. Ein- oder zweimal im Jahr angeboten sind sie eine werbewirksame Maßnahme zur Gewinnung neuer Kunden. Bei den Jugendlichen werden positive Assoziationen mit der Bibliothek erzeugt und somit die Hemmschwellen zum Betreten der Bibliothek abgebaut.
Ein solches Event kann auch als Auftakt- bzw. Abschlussveranstaltung einer Ferienaktionsreihe organisiert werden.
F
Filmevents
In Kinoatmosphäre werden Filme und Literaturverfilmungen auf großer Leinwand gezeigt oder Fernsehereignisse übertragen. Die Bibliothek positioniert sich als moderne Medieneinrichtung. In Diskussionen üben die Jugendlichen sich in der kritischen Auseinandersetzung mit Medien. Auch das Buch, das als Vorlage für den Film diente, ist eine interessante Diskussionsgrundlage.
Spannend ist die Koppelung mit einer Autorenlesung und der Wechsel von Filmausschnitten und gelesenen Textpassagen.
(rechtliche Aspekte wie GEMA-Anmeldung nicht vergessen)
Filmproduktion
Die Produktion eines Filmes fördert die sowohl die Medienkompetenz als auch den Umgang mit Sprache.
Die TeilnehmerInnen denken sich eine Geschichte aus und stellen die Kulissen und Requisiten zusammen. Auch bestehende Geschichten können als Vorlage dienen und hier in ein anderes Medium umgesetzt werden. Unter Anleitung werden wichtige Kriterien erarbeitet, ein Drehbuch geschrieben und die Szenen gedreht. Im Anschluss erfolgt die digitale Bearbeitung.
Eine Variante ist es, im Kleinen einen Trickfilm zu produzieren, bei dem die einzelnen Szenen mit kleinen Figuren nachgestellt werden.
Fotostorys produzieren
Möchten Sie Medienkompetenz und den Umgang mit der Sprache auf aktivierende Weise fördern? Dann bieten Sie doch einen Workshop zur Produktion einer Fotostory an!
Fotostorys werden von Jugendlichen in ihrer Freizeit gerne gelesen. Viele reizt es sicherlich, eine selbst zu produzieren und Darsteller in einer solchen zu sein.
Als Einstieg der Veranstaltung können bereits bestehende Fotostorys angeschaut, besprochen und die Merkmale herausgearbeitet werden. Anschließend denken sich die TeilnehmerInnen eine Geschichte selbst aus und schreiben diese zunächst in Fließtext nieder. Oder eine bereits existierende Geschichte wird als Ausgangspunkt genommen. Vielleicht eignet sich dazu ja der ein oder andere klassische Text z.B. von Goethe oder Schiller?
Danach werden die Geschichte nachgestellt und die einzelnen Szenen fotografiert.
Um den Umgang mit Graphikprogrammen zu fördern, können die Bilder am PC bearbeitet werden. Eine Variante ist es, an die Jugendlichen Einwegkameras zu verteilen und die Bilder bis zum nächsten Treffen entwickeln zu lassen.
Abschließend wird der Text der Geschichte in Sprech- und Denkblasen sowie in Bildunterschriften transferiert.
Damit nicht für den Mülleimer produziert wird, sollten die Endprodukte in der Bibliothek bzw. auf der Homepage ausgestellt werden.
G
Grillparty
Ein Grillfest hat Eventcharakter und wird sicherlich eines der jährlichen Highlights der Jugendbibliothek. Es kann tagsüber oder abends, als Einzelereignis oder als Abschlussveranstaltung einer größeren Aktion durchgeführt werden. Je nach Situation bieten sich der Platz vor bzw. hinter der Bibliothek oder eine Grillstelle der Kommune an.
Da Jugendliche sich gerne für die Freizeitgestaltung Gleichaltriger engagieren, wenn sie dabei Verantwortung übernehmen können, werden die Vorbereitungen gemeinsam mit ihnen getroffen und auch die Durchführung zusammen realisiert.
Die Kochbücher in der Bücherei helfen für das leibliche Wohl zu sorgen. Für den musikalischen Rahmen können die Musikmedien der Bücherei ausgewählt werden. Ein Lagerfeuer schafft eine besondere Atmosphäre zum Vorlesen von Geschichten. Spannend wird es, wenn ein Autor von Gruselbüchern aus seinen Büchern liest.
Eine weitere Möglichkeit, Jugendliche mit einzubeziehen und dabei Medienkompetenz zu fördern ist die Bildung eines Kamerateams, das filmt später die Aufzeichnungen nachbereitet, und eine Zusammenschnitt auf die Homepage der Bücherei stellt.
Ein Grillfest ist auch eine effektive Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen.
H
Hörspielproduktion
Im Rahmen einer Hörspielproduktion wird eine Geschichte (z.B. eine Szene aus einem modernen Jugendbuch) oder ein lyrisches Werk (Ballade, z.B. eine von Schiller) vertont und somit in ein anderes Medium transferiert. Dazu werden eine Art Drehbuch geschrieben und die Ausgangstexte in Dialoge umgewandelt. Gemeinsam werden Materialen für die Vertonung gesammelt oder hergestellt. Vor der Aufzeichnung bekommen die TeilnehmerInnen eine Einführung in Sprechweisen, Betonung und Artikulierung. Durch die Handlungs- und Produktionsorientierung wird auch leseschwachen Schülern der Zugang zur Literatur erleichtert.
Homepage-Gestaltung
Die meisten Jugendlichen bewegen sich heutzutage fast täglich im Internet. In einem Homepage-Workshop lernen sie, eine eigene Homepage herzustellen. Diese Art der Medienkompetenz wird vielen von ihnen in ihrer beruflichen Zukunft von Nutzen sein.
Denkbar ist, die Jugendlichen bei der Homepage-Gestaltung der Bibliothek mitwirken zu lassen. Beispielsweise könnten sie eine Linkliste oder einen Veranstaltungskalender mit Veranstaltungen aus der Region aufbauen und pflegen. Ein solches Angebot erzielt eine große Frequentierung der Jugendhomepage auch von Jugendlichen, die die Bibliothek bisher nicht nutzen.
I
Interneteinführungen
In der Bibliothek sollten Interneteinführungskurse, Einführung in Suchmaschinen, E-Mail, Chat und andere jugendrelevante Themen wie z. B. Musik im Netz nicht fehlen.
Die Auswertung der JIM-Studie 2005 [http://www.mpfs.de/fileadmin/Studien/JIM2005.pdf]
ergab, dass Jugendliche mit niedrigerem Bildungsstatus und jungem Alter vermehrt Chats als Kommunikationsweg nutzen, während Jugendliche mit zunehmendem Alter und steigender Bildung eher E-Mails benutzen und weniger chatten. Es wird die Vermutung geäußert, dass Jugendliche mit niedrigerer Bildung Artikulationsschwierigkeiten und einen Informationsbedarf bezüglich E-Mails haben und diese daher weniger nutzen. Die Bibliothek könnte hier einwirken.
Eine wichtige Aufgabe kommt den Bibliotheken vor allem dann zu, wenn es gilt, der Entwicklung einer Zweiklassengesellschaft, wie sie von einigen „Kulturpessimisten“ beklagt wird, entgegenzuwirken und die Kluft zwischen denen, die sich auskennen, und den anderen, die nicht mit dem Internet umgehen können, zu vermindern.
Internet-Reporter
Internet-Reporter recherchieren, führen Interviews, schreiben und gestalten Artikel über interessante Themen und Veranstaltungen. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht.
Dabei werden sowohl die Schlüsselqualifikationen Lese-, Medien- und Informationskompetenz effizient gefördert.
(Beispiel aus der Praxis: Die Internet-Reporter der Stadtbücherei Stuttgart [http://www.stuttgart.de/stadtbuecherei/kinderbuecherei/veranstaltungen/internetrep.htm])
Das Prinzip ist das selbe wie bei einer Zeitungs-Redaktion, nur dass hier auch zum Rezipieren ein Neues Medium, das Internet, verwendet wird. Jeder kann von zu Hause darauf zugreifen. So sparen Sie übrigens die Druckkosten.
L
LAN-Partys
„LAN“ steht für „Local Area Network“ und meint die Vernetzung mehrer Computer.
LAN-Partys sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung im Medienalltag vieler Jugendlicher. Sie werden entweder in einem großen, anonymen Rahmen organisiert oder finden im kleinen freundschaftlichen Rahmen bei den Jugendlichen zu Hause statt und verfügen über einen starken sozialen Charakter.
Gemeinsam werden über ein Netzwerk Computerspiele gespielt. Das Herstellen eines Netzwerkes verlang eine gesteigerte Medienkompetenz, die hauptsächlich durch Learning-by-Doing erworben wird. Bibliotheken besitzen oftmals mehrere PCs, die hierbei eingesetzt werden können und vor allem Netzwerk-Anfängern die Gelegenheit bieten, an einem solchen Ereignis teilnehmen zu können. Bei den meisten LAN-Partys bringen die Jugendlichen ihre PCs selbst mit. So ist allein das Bereitstellen von Räumlichkeiten ein attraktives Kriterium für Jugendliche, auch für diejenigen, die die Bibliothek bisher nicht nutzen. Sie erkennen, dass die Bibliothek auch moderne Mediengewohnheiten der Jugendlichen berücksichtigt. Die Nähe zu anderen Medien schafft evtl. Anreize, diese zu nutzen.
(Beispiel aus der Praxis: Stadtbibliothek Köln, Quelle Giraffe online 11, 2003. – S. 6-14)
Lteraturhinweis: Vogelgesang, Waldemar: LAN-Partys: Zwischen jugendkultureller Selbstbestimmung und informellem Lernen. S. 57 – 86. In: Tully, Claus J. (Hrsg.): Verändertes Lernen in modernen technisierten Welten : organisierter und informeller Kompetenzerwerb Jugendlicher. 2004. Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften. ISBN 3-531-14448-0
Leseclub
Es gibt verschiedene Varianten eines Leseclubs. Zum einen können die Mitglieder sich regelmäßig über gelesene Bücher austauschen, zum anderen sammelt jeder Teilnehmer Punkte für seine gelesenen Bücher, ohne dass ein regelmäßiger Austausch stattfindet.
Beispiele aus der Praxis:
o Sommerleseclub der Stadtbibliothek Brilon
Der Sommerleseclub wurde 2002 unter dem Motto „Schock deine Lehrer, lies ein Buch“ von der Stadtbibliothek Brilon ins Leben gerufen. Er ist eine Reaktion auf PISA und soll zum freiwilligen Lesen anregen. Teilnehmer sind Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Jeder muss über die Sommerferien mindestens 3 der von der Bibliothek ausgewählten und gestaffelten Bücher lesen und ein Leselogbuch führen. Nach einer Überprüfung, ob die Bücher tatsächlich gelesen wurden, bekommen die Jugendlichen ein Zertifikat. Alle Deutschlehrer der weiterführenden Schulen in Brilon erkennen dieses Zertifikat als außerschulisches Engagement an. Nach Vorlage des Zertifikats und einem kurzen Referat über den Inhalt der Bücher wird die mündliche Deutschnote verbessert.
o Der Jugendleseclub der Stadtbücherei Landshut
Diesen gibt es seit 1998. Die Mitglieder sind zurzeit [Stand 21. 3. 2006] 6 Jungen und 10 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren. Sie treffen sich alle zwei Wochen in einer Stadtteilbücherei, sichten neue Verlagsprospekte und fordern Rezensionsexemplare an. Die interessantesten Neuerscheinungen werden ausgewählt, zum Teil mehrfach von der Stadtbücherei gekauft und zu Hause von den Mitgliedern gelesen. Beim nächsten Treffen werden sie vorgestellt und diskutiert.
Drei bis viermal im Jahr schreiben die Mitglieder Rezensionen, die in der Landshuter Zeitung veröffentlicht werden, am Jahresende wird eine Liste aller Besprechungen zusammengestellt, die dann in der Bibliothek, in Buchhandlungen und in Schulen ausliegt.
Zusätzlich können die Mitglieder an sonstigen Aktivitäten teilnehmen wie z. B. Lesenächte, Verlagsbesuche, Autorenbesuche und –begegnungen, Film- und Theaterbesuche, Buchvorstellungen in Bibliotheken, Buchhandlungen und Jugendkulturzentrum, Presseartikel schreiben z.B. über Buchmessen.
Für die Zukunft ist geplant, einen eigenen Landshuter Jugendbuchpreis zu schaffen und zusätzlich Schulklassen mit einzubeziehen.
o Leseclub der Stadtbibliothek Köln [http://www.stbib-koeln.de/leseclub/]
Dieser ist für Kinder von 6 bis 15 Jahren. Die TeilnehmerInnen bekommen ein Lese-Tagebuch, in dem sie die gelesenen Bücher und deren Inhalt notieren. Sie sammeln Punkte, z.B. durch korrekt ausgefüllte Fragebögen. Mit diesen Punkten können die TeilnehmerInnen Preise gewinnen.
Lesungen an außergewöhnlichen Orten
Eine nicht alltägliche Umgebung fasziniert und schafft eine besondere Atmosphäre. Orte außerhalb der Bibliothek erleichtern auch bibliotheksscheuen Jugendlichen den Zugang zum Lesen.
Solche Orte können z.B. in der Natur, in Bars oder in Biergärten sein.
M
Manga-Workshop
Mangas gehören aktuell zu den beliebtesten Medien unter Jugendlichen.
In einem Manga-Workshop lernen die TeilnehmerInnen, sich kritisch mit diesem Medium auseinander zusetzen. Sie lernen Zeichentechniken, das Definieren einzelner Charaktere und das Schreiben eines Plots kennen und zeichnen anschließend eigene Mangas. Diese werden in der Bibliothek ausgestellt. Besonders attraktiv ist es, einen Manga-Zeichner einer bekannten Reihe einzuladen. Ein Nebeneffekt ist zudem erreicht, wenn die TeilnehmerInnen ihre Freunde, die die Bibliothek nicht nutzen, mitbringen um ihnen ihre Kunstwerke zu zeigen.
Medien-Nächte
In Medien-Nächten dreht sich alles um das gemeinschaftliche Erleben von Medien. Es werden Geschichten (vor-)gelesen, Filme angeschaut und Spiele gespielt.
Es empfiehlt sich, solche Veranstaltungen unter ein bestimmtes Motto zu stellen, z.B. Horror, Liebe und Freundschaft, Zukunft, Fantasy, Krimi, Universum, der Mensch und seine Erfindungen.
Entweder hat die Veranstaltung ein festes Ende (z.B. um Mitternacht) oder sie wird mit dem Übernachten in der Bibliothek verbunden – je nach Vorlieben der Veranstalter.
Medienvergleichender Workshop
Ein medienpädagogischer Workshop zum Medienvergleich fördert Medienkompetenz der Jugendlichen.
In der JIM-Studie 2005 [http://www.mpfs.de/fileadmin/Studien/JIM2005.pdf]
wurden Jugendliche danach gefragt, welches Medium für sie bei widersprüchlicher Berichterstattung das glaubwürdigste sei. Dabei nannten 42 % die Zeitung, 28% den Fernseher, 16% das Internet und 10% das Radio. Auffallend war, dass Gymnasiasten meist der Zeitung am ehesten vertrauten, wohingegen Haupt- und Realschüler dem Fernsehen mehr glaubten.
Die Bibliothek kann das Bewusstein für die einzelnen Medien und deren Vor- und Nachteile gezielt schärfen.
Diese Veranstaltung eignet sich besonders für die Zusammenarbeit mit Schulklassen.
Musik-Workshop
In einem Musik-Workshop können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Inhalte können die Auseinadersetzung mit und das Schreiben von Songtexten, das Gestalten einer Collage aus Bildern und (übersetzen) Songtexten, Musik am PC selbst machen, Musik im Netz oder MP3s sein. Die Kooperation mit fachkundigen Partnern ist Vorraussetzung.
O
Online-Magazins
Regelmäßig erstellen die Jugendlichen Beiträge für eine Online-Zeitschrift. Inhalte können Veranstaltungsberichte der Bibliothek, Neues aus der Bibliothek und sonstige Beträge zu interessanten Themen auch außerhalb der Bibliothek sein. Im Mittelpunkt stehen das Schreiben und Aufbereiten von Texten und die Förderung von Medien- und Informationskompetenz. Die Online-Umgebung ist innovativ und berücksichtigt die Interessen und Mediengewohnheiten der Jugendlichen.
Online-Schreibwerkstätten
In Online-Schreibwerkstätten werden von den Teilnehmern Online-Texte geschrieben. So verbindet man die traditionellen Ziele einer Schreibwerkstatt mit einem modernen Medium, in dem Jugendliche sich häufig und gerne bewegen. Auf diesem Weg kann man mehr bzw. andere Jugendliche für die Teilnahme an einer Schreibwerkstatt gewinnen als bei herkömmlichen Schreibwerkstätten.
(Beispiel aus der Praxis: Medienetage Dresden)
P
PC-Workshop
Ein PC-Workshop bewegt sich außerhalb des Internets und vermittelt mediale Kompetenzen rund um Hardware, Software, Textverarbeitung, Programmieren, Bildbearbeitungs-, Musikbearbeitungs-, Schneide- und Brennprogramme.
Poetry-Slam
Bei einem Poetry-Slam treten mehrere Teilnehmer, die eigene Lyrik- oder Rapp-Texte geschrieben haben, gegeneinander an. Die Texte können vorbereitet sein oder spontan entstehen. Für die Bewertung ist die Art der Präsentation ausschlaggebend, das Publikum kürt den Sieger. Eine besondere Wirkung wird erzielt, wenn eine solche Veranstaltung in einer lockeren Umgebung stattfindet, z.B. in einer Kneipe. Der Veranstaltung kann eine Schreibwerkstatt bzw. eine Rapp-Schmiede vorangehen.
R
Radioprogramm gestalten
Bei der Gestaltung eines Radioprogramms empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Radiojournalisten, Medienpädagogen und regionalen Sendern. Die Jugendlichen recherchieren Informationen und erstellen interessante Beiträge. Inhalte der Radiobeiträge können auch Ankündigungen und Berichte über Veranstaltungen und sonstige Angebote der Bibliothek sein. Denkbar ist sowohl eine einmaliger Workshop als auch eine regelmäßige Veranstaltungsreihe.
Rapp-Schmiede
Eine Rapp-Schmiede ist eine moderne, für Jugendliche attraktive Schreibwerkstatt. In diesem Workshop entwerfen die TeilnehmerInnen Texte und bereiten sie als Rapp auf. Anschließend werden die Ergebnisse verbal oder im Rahmen einer Ausstellung in der Bibliothek präsentiert – je nach Vorlieben der TeilnehmerInnen. Eine besondere Art der Präsentation ist der Poetry-Slam.
S
Schreibwerkstätten
In Schreibwerkstätten wird der Umgang mit Sprache und die phantasievolle Handhabung von Wörtern und Texten gefördert. Die TeilnehmerInnen lernen Techniken des Schreibens und der kreativen Ausdrucksweise kennen und üben sich darin
Schreibwerkstätten können thematisch ausgerichtet sein, z.B. „Liebesbriefe früher und heute“, „Fantasy“, „Krimi“.
Eine Variante wären Online-Schreibwerkstätten, mit denen man ein anderes Publikum erreicht.
Spieleturnier
Setzen Sie den Fundus Ihrer Bibliothek an Gesellschaftsspielen doch für ein gemeinschaftliches Medienerlebnis ein. Dadurch rücken Sie das Spieleangebot der Bibliothek gezielt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es gibt mittlerweile Spiele, die sich gezielt an Jugendlichen richten (z.B Herr der Ringe)
In einem Turnier durchlaufen die TeilnehmerInnen zirkelartig die einzelnen Spiele-Stationen und sammeln dabei Punkte.
Stadtrallye
Jugendliche konzipieren in einer Art Workshop eine Stadtrallye, die Kinder oder andere Jugendliche nach Fertigstellung (an einem anderen Tag) durchlaufen werden. Die Rallye dreht sich rund um die Kommune bzw. den Stadtteil, die Geschichte, Denkmäler, Einrichtungen, Gebäude, bedeutende Persönlichkeiten etc. Für die Erstellung der Fragen und die Ausarbeitung der einzelnen Stationen muss ausführlich in Büchern, Archiven, Internet und an den Schauplätzen vor Ort recherchiert werden. Mit viel Spaß wird die Informationskompetenz gefördert. Auch die Gruppen, die die Stadtrallye durchlaufen, lernen einiges dazu.
Storytausch
Der Storytausch funktioniert ähnlich wie ein Büchertausch. Auch hier werden angefangene Geschichten weitergereicht und fortgeschrieben. Dies geschieht per Mail oder per Blog. Auch hier wird das Textverständnis und selbstständige Schreiben eigener Texte trainiert.
Zusätzlich können bekannte Autoren mit einbezogen werden.
Jugendliche, die sich täglich in Chaträumen bewegen und es gewohnt sind, dort kurze Texte zu schreiben, sind eher bereit sich über die Neuen Medien an einem Schreibprojekt zu beteiligen und werden auf diesem Wege auch leichter erreicht als nur durch traditionelles Papier.
(Beispiel aus der Praxis.: SLB Potsdam, Quelle: Gohr, Ronald: „Storytausch“ : junge Leute schreiben gemeinsam mit Profi-Autoren. In: BUB 58 (2006) 03; S. 194-196)
T
Thematische Treffen
In einzelnen oder wiederkehrenden Treffen werden beispielsweise eine Fernsehserie thematisiert, die Fernsehbegleitbücher gelesen und besprochen, die Biografie der Stars erarbeitet, Plakaten gestaltet und eigene Folgen geschrieben.
Auch aktuelles Großereignisse wie die Olympiade oder die Fußball-WM können aufgegriffen werden. Hier können Fußball-Geschichten und Sachbücher vorgestellt werden, Fußballturniere am Computer gespielt werden, die Biografien der Spieler zusammengestellt werden usw.
Diese Idee ist auch auf andere Themen übertragbar.
Thementage
Thementage sind mehrtägige Ereignisse, die entweder von der Bibliothek alleine oder in Kooperation mit anderen städtischen und wirtschaftlichen Einrichtung organisiert werden können. Dabei werden unterschiedliche Aktionen angeboten.
Mögliche Themen sind: Manga-Woche, Literaturtage, Jugendbuchwoche, Jugendwoche, Trendsport, Musik, der Wilde Westen, thematische Ausrichtung an einem bestimmten Land (z.B. der Partnerstadt)
„Tolles Buch“
„Tolles Buch“ ist eine Veranstaltung der Berliner Agentur Eventilator [http://www.eventilator.net/angebote/veranstaltung-kinder-01.html].
„Eventilator ist ein Zusammenschluss freischaffender Künstler aus den Bereichen Schauspiel, Regie, Erzählkunst, Rhetorik, Malerei und Illustration. Seit über sechs Jahren konzipieren, organisieren und leiten wir Werkstätten und Fortbildungen zur kreativen Leseförderung.“
Es handelt sich um eine einmalige, äußerst aktivierende Veranstaltung, bei der in einer Art Talkrunde den Jugendlichen Bücher vorgestellt werden und sie selbst ihre Lieblingsbücher präsentieren. Im Anschluss wird über das tollste Buch abgestimmt.
Z
Zeitungs-Redaktion
Die Mitglieder der Zeitungs-Redaktion recherchieren, führen Interviews schreiben und gestalten Artikel über Veranstaltungen, Ereignisse oder interessante Themen.
Die Bücherei kann eine eigene Bibliothekszeitschrift herausgeben oder mit örtlichen Zeitungen kooperieren.
Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Internet-Reportern, nur in gedruckter Form. Allerdings kommen hier die Materialkosten hinzu.
Zeitungs-Workshop
In einem einmaligen Workshop lernen die Teilnehmer, wie man einen Artikel für eine Zeitung schreibt. Sie recherchieren beispielhaft eine bestimmte Fragestellung und bereiten den Artikel schriftlich und graphisch auf. Laden Sie dazu einen Journalisten einer lokalen Zeitung ein.







