Kindersoftware
Edutainment-Markt
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Entwicklung des deutschsprachigen
Edutainment-Marktes
Seit vielen Jahren decken die Schulbuchverlage den
Nachmittagsmarkt zusätzlich mit Lernmedien (Kassetten,
Beihefte, Lernhilfen) ab.
In den 80igern wurde das Angebot durch Lernprogramme auf Diskette
erweitert. Diese Programme enthielten schon einige Grundideen der
heutigen Edutainment-Angebote.
Die ersten Edutainment-Produkte, die bewusst Lernen und Spielen
verbinden wollten, stammten aus den USA. Diese Produkte wurden
für den deutschsprachigen Edutainment-Markt übersetzt
und sind seit 1995 zu erwerben. Diesen Vorgang nennt man Lokalisierung.
Nach den Erfolgen der übersetzten Programme, die teilweise von
geringer Qualität waren, entstanden in Deutschland neue
Anbieter, die sich speziell auf Edutainment und Neue Medien
konzentrierten.
Aktuelle Tendenzen
In den letzten Jahren hat sich das Marktangebot stark
verändert. Firmen wurden aufgekauft und ihre Namen als Marke
weitergeführt. Andere Firmen mussten Konkurs anmelden, zogen
sich ganz vom Multimedia-Bereich zurück oder konzentrierten
sich auf Spiele.
Der Blick auf die PC-Software-Charts 2004, die von der Media Control
GfK International erstellt wurden, macht deutlich, dass sich einzelne
Edutainment-Programme erfolgreich verkaufen:
1. Platz: Fritz & Fertig – Schach
für Kinder (Terzio)
2. Platz: Löwenzahn 8 (Terzio),
3. Platz: Schule total 2004/2005 (bhv)
(Quelle: Zeitschrift Kids Entertainment 1/2005)
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Teilbereiche
des Edutainmentangebotes
Edutainmentprogramme enthalten meist unterschiedlich stark spielerische
bzw. lernorientierte Anteile, wodurch der Edutainmentbereich noch
weiter unterteilt werden kann:
- Teach-Tale-Tainment: Lehr- oder
erzählorientierte Produkte mit spielerischem und
unterhaltsamem Charakter (z.B. „Max und Marie gehen
einkaufen“).
- Tooltainment: Software, die als
„Werkzeug“ zur kreativen Gestaltung dient (z.B.
„Urmels Filmstudio“).
- Infotainment: Unterhaltsame
Informationssysteme mit Sachbuch-Charakter (z.B. zu Themen wie
Dinosaurier, Ritter oder Natur).
- Simtainment: Simulationen mit
spielerischer Dramaturgie zu lernrelevanten Inhalten bzw.
Kenntnisbereichen (z.B. zu Naturphänomenen).
- Skilltainment: Unterhaltsame
Spiele zur Förderung allgemeiner Kenntnisse und
Fähigkeiten (z.B. Addy Junior).
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Anbieter von
Edutainmentprodukten
Anbieter, die sich speziell auf Edutainment und Neue
Medien konzentrieren, in drei Gruppen unterteilt werden. Die Grenzen
zwischen den einzelnen Gruppen sind mittlerweile allerdings oft schwer
zu ziehen:
Die erste Gruppe bilden die Publisher.
Sie kümmert sich um die Produktion, das Marketing und den
Vertrieb der Edutainment-Produkte. Große Publisher
verfügen teilweise auch über eigene
Entwicklungsabteilungen für Edutainment-Angebote.
Die zweite Gruppe stellen die Verlage dar.
In diesem Zusammenhang sind vor allem die Schulbuchverlage zu nennen.
Firmen, die an der Produktion nicht beteiligt sind und sich auf dem
deutschsprachigen Markt auf den Vertrieb spezialisieren, werden Vertreiber
genannt.
Für die aktuelle Marktübersicht wurden
ausgehend von der vorhandenen Literatur und dem Medienbestand des
Kindermedienzentrums der Hochschule der Medien 125 Verlage auf ihr
Profil hin überprüft. Dazu wurden folgende Fragen
berücksichtigt:
- Gibt es einen Internet-Auftritt?
- Durch was ist das Verlags-/Publisherprofil
gekennzeichnet?
- Welchen Anteil machen Edutainment-Produkte am
Verlagsprogramm aus?
Das Ergebnis der Recherchen bestätigt die
Tendenz, dass sich nur noch wenige Verlage ausschließlich auf
Edutainment-Programme spezialisieren. Innerhalb der drei Rubriken sind
folgende Anbieter noch aktiv im Edutainmentbereich tätig.
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Verlage/ Schulbuchverlage
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Publisher
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Hersteller und Vertreiber
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Kiribati Medienverlags AG
(Reihen: „Sehen und Verstehen“,
„Spaß
und Spiel“,
„Kinder-Classics“)
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Bhv
(z.B. „Schule total“)
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Terzio
(z.B. „Willy Werkel“,
„Löwenzahn“)
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Cornelsen Verlag
(z.B. „Abenteuer Wald, Artus jagt das
Kunst-Phantom“,
„Fürst Marigor und die Tobis“)
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Tivola
(z.B. „Max“,
„Oscar,
der Ballonfahrer“)
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Rabenstark
Spielzeug
GmbH (z.B. „Ich habe
einen Freund, der ist Lokführer“)
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Magina
(z.B. „Leonardos Trickkiste“)
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Marktführende
Publisher im Kurzportrait
Tivola
Der Publisher Tivola wurde 1995 von Mil Thierig, Karsten
Voelker und Barbara Landbeck in Berlin gegründet. Von Beginn
an konzentrierte sich Tivola auf den Bereich Kindersoftware
(Edutainment-, Wissens- und Detektivspiele) und wollte durch die
Entwicklung eigener Produkte Qualität und Standards setzen.
Durch die Serientitel „Max“ (1995) und
„Oscar der Ballonfahrer“ (1996) konnte Tivola
bereits in den ersten Jahren große Erfolge erzielen. Neben
eigenen Konzepten folgten 1997 zusätzlich Werke im
Medienverbund wie z.B. „Die Sendung mit der Maus“
und „Die Biene Maja“. Außerdem kam eine
Kooperation mit dem Sachbuchverlag Tessloff zustande, woraufhin Tivola
die Reihe „Was ist was“ herausbrachte. Heute
veröffentlicht Tivola Software in über 80
Ländern und wurde bereits im Jahr 2000 mit dem Titel
„Unternehmen des Jahres“ ausgezeichnet. Auch
zahlreiche Produkte Tivolas erhielten Preise wie den
„digita“ (erhalten für „Die
CD-Rom mit der Maus 1“) oder die
„Giga-Maus“ (u.a. erhalten für die
„Was ist was“-Reihe und „Oscar der
Ballonfahrer entdeckt das Meer“). Seit kurzer Zeit bietet
Tivola neben Kindersoftware auch Hörspiele, DVDs und
Bildschirmbücher an.
Nähere Informationen zu den Produkten sind auf der Homepage
zu finden.
Terzio Verlag
Der Terzio Verlag wurde 1997 durch Iris Bellinghausen
und Ralph Möllers gegründet. Noch im
Gründungsjahr erschien die erste CD-ROM
„Löwenzahn 1“. Die Produkte aus der
„Löwenzahn“-Reihe wurden nicht nur
mehrfach prämiert, sondern zählen auch heute noch zu
der am meisten verkauften Edutainment-Reihe in Europa. Der Terzio
Verlag gehört somit zu den Marktführern im Bereich
Kindersoftware. Zu seinem Verlagsprogramm zählen mittlerweile
auch DVD- und Tonträger-Produkte.
Das Erfolgsrezept des Verlags scheint dabei vor allem aus drei Faktoren
zu bestehen:
- Bei den Titeln handelt es sich hauptsächlich
um die multimediale Umsetzung bereits bekannter Formate wie
„Janosch“, „Löwenzahn“
und „Toggolino“.
- Die Edutainment-Produkte entstehen als Reihen- und
Medienverbundtitel, die sich auf längere Sicht etablieren
können.
- Die Konzeption der Programme wird in Zusammenarbeit
mit Experten entwickelt. Bei den „Ritter
Rost“-Sprachlernprogrammen wirken Sprachexperten aus dem
Langenscheidt Verlag mit, während die
„Lernspaß“-Reihe von Pädagogen
konzipiert wurde.
Zahlreiche Titel des Verlags wurden bereits mit der
GIGA-Maus, dem Pädi-Gütesiegel oder dem Digita
ausgezeichnet.
Auch im Jahr 2005 kann sich der Verlag über mehrere Preise
freuen:
- „Natur entdecken –
Käfer, Kröte & Co.“ gewinnt
GIGA-Maus 2005
- „Toggolino-Reihe“ erhält
Pädi-Gütesiegel
- Logo TV-Maker wird mit dem „Clever
2005“ ausgezeichnet.
Zu den Produkten gibt es ausführliche
Informationen und Demo-Versionen auf der Homepage.
Ein besonderer Service besteht für Lehrer, die sich
Materialien für den Einsatz im Unterricht herunterladen
können.
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