Computerspiele für Kinder
Beurteilungskriterien für Computerspiele (vom IfaK erstellt)
Äußere Merkmale
- Beschreibung und Bewertung der Spieloberfläche (Grafik, Animation der Spielfiguren und "Flüssigkeit" des "Scrolling").
- erforderliche Eingabegeräte und Beurteilung der Steuerungsmöglichkeiten der Spielfigur, etc. (Navigation)
- Zeitaspekt des Spiels (Realtime, Turn-Modus, Zeitdruck, Zeitlimitierung, Zeitlupenfunktion).
- Einstieg in das Spiel: Beurteilung des Handbuchs (Sprache, Verständlichkeit) und des Intros (insbesondere in der Funktion als Einstiegs- und Orientierungshilfe).
- Bewertung von Musik und Sound (Abwechslungsreichtum, Funktion in der Spielunterstützung, Realitätsnähe und Angemessenheit von Musik und Sound im Spielablauf).
- Anzahl der Spieler und Formen des Zusammenspiels (Wettbewerb, Kooperation, Spielunterstützung, gleichzeitiges Spielen).
- Verpackung des Spiels und Zubehör.
- Systemanforderungen und -möglichkeiten (Installierung des Spiels, Kopierschutz, Speichern des Spielstandes, Paßwörter).
Inhaltliche Bewertung
- Spannungsmomente im Spiel (Ausmaß der Ungewißheit und des Unentschiedenseins).
- Abwechslungsreichtum (unterschiedliche Spielszenen, Bilder, Situationen, Überraschungen).
- Handlungsmöglichkeiten der Spieler (auch in Hinblick auf unterschiedliche Wirkungen und damit verbundene Unterschiede in den Spielabläufen).
- Spaß im Spiel, Witzigkeit der Figuren, Gags und lustige Details.
- Spielforderungen und Schwierigkeitsgrad (Art der Spielforderungen und Möglichkeiten zur Bewältigung).
- Beabsichtigte Lerneffekte (insbesondere bei Lernspielen, und "Edutainment").
- Flexibilität des Spiels, sich auf unterschiedliche Spielstärken und Spielwünsche einzustellen (Levels, Schwierigkeitsgrade, Voreinstellungen des Spiels).
- Spielwirkung und Gründe für die spezielle Faszinationskraft des Spiels (Langeweile, geforderte "Ernsthaftigkeit", lustige Unterhaltung, faszinierende Bildwelten und Animationen).
- Vergleich zu ähnlichen Spielen und Bezug zur "Spieltradition" von Bildschirmspielen und Brettspielen. Einschätzung des Spiels innerhalb seines Genres (Qualität und Originalität).
- Bezug zur medialen Welt (Film, Fernsehen, Comics); Funktion dieses Bezuges; Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Bildschirmspiel und medialen Angeboten.
- Wirklichkeitsbezüge des Spiels (ernst gemeinte Simulation, Vermittlung gesellschaftlicher bzw. sozialer Probleme, Satire, unverbindliches Spiel mit Symbolen und Handlungsmustern).
Pädagogische Bewertung
- Lernaspekt (was die Spieler möglicherweise beim Spiel lernen: motorisch, kognitiv, sozial, wertorientiert).
- Eignungsbeurteilung (Einschätzung des Spiels in Hinblick auf verschiedene Adressatengruppen; Bezug zum Geschlecht und den damit verbundenen spezifischen Interessen; Bedeutung von altersbezogenen Thematiken und Geschlechtsrollen).
- Gefährdungsabschätzung (Beurteilung der "problematischen" Aspekte des Spiels: Aggressivität und Gewalt, insbesondere in Hinblick auf Verherrlichung und Verharmlosung, Sexualität, Frauenfeindlichkeit, Ideologiegehalt, z.B. Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus, Angsterzeugung und Schockeffekte).
- Pädagogische Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf das Spiel (Ziele und Methoden; Funktion des Spiels im Rahmen eines umfangreicheren Lernprozesses).
Bitte beachten Sie auch unseren Kriterienkatalog: Kriterien zur Beurteilung von Computerspielen, zusammengetragen von Torsten Hachtel, als pdf-Dokument
und unsere Ratschläge zum Kauf von Kindersoftware.
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