Manga

Marktsituation
Die japanische Mangakultur hat ein unvergleichliches Ausmaß an Genres und Darstellungsformen gebildet und ein riesiges Marktvolumen erwirtschaftet.
Etwa ein Drittel der in Japan verlegten Printmedien besteht aus Mangas, die mehr als 40 Prozent des Gesamtumsatzes an japanischen Druckerzeugnissen erwirtschaften. Das drückt sich als Zahl in ca. 20 Milliarden Euro Marktvolumen aus.

Man findet in Japan sehr viele Darstellungsformen der Mangas wieder in Kochbüchern, Sachbüchern, in der Werbung, natürlich als Comics, Zeitungstrips, Bedienungsanleitungen und Mangas werden sogar für öffentliche Bekanntmachungen verwendet.
Durchschnittlich werden monatlich 250 – 300 Manga-Magazine und noch einmal ca. 400 Mangas in Buchform verlegt. Zur Unterscheidung tragen die Magazine und Bücher bestimmte Bezeichnungen: „Manga Zasshi“ und „Tankobon“.

In Deutschland sind wir von den meisten Darstellungsformen des Mangas noch nicht erreicht worden. Der deutsche Mangafan kann seine Leselust häufig nur durch die mit unseren Comicerzeugnissen vergleichbaren Tankobon befriedigen während dem japanischen Mangaleser der Charakter der Zasshi Mangas eher entspricht.
Hauptsächlich ist der Manga bei uns durch Animeserien wie Pokemon oder Dragonball bekannt geworden und deshalb ist der Erfolg von Mangas eng mit den entsprechenden Zeichentrickserien verbunden. Auch deshalb sollte man die Mangakultur in Deutschland getrennt betrachten.



 


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Übliche Erscheinungsformen in Japan und Europa

Etablierte Mangatitel werden in den Tankobon abgedruckt. Darunter versteht man Sammelbände, in denen mehrere Kapitel eines einzelnen Mangas zusammengefasst werden.
Die Tankobon auf besserem Papier gedruckt, enthalten auch Farbdrucke, sind mit einem Schutzeinband versehen und dadurch auch zum Sammeln konzipiert. Mangas die komplett in Farbe gedruckt werden sind eher die Ausnahmen.

Manga Zasshi“ sind telefonbuchdicke, Sammelbände mehrerer Mangatitel. In diesen Ausgaben werden zahlreiche Titel zusammengefasst, die oft nur kapitelweise gedruckt werden und eine deutlich schlechtere Qualität aufweisen als die Tankobon Bücher. Die Manga Zasshi eignen sich um neue Serien einzuführen und den Erfolg unter den Lesern zu untersuchen. So erfolgreich gewordenen Titel erscheinen später oft als Tankobon. Es gibt aber auch Mangatitel die als reine Zasshi erscheinen.

In Europa hat es lange gedauert, bis der Manga als ebenbürtige Alternative zur westlichen Idee eines Comic Strips akzeptiert wurde. Es galt einige fest verwurzelte Vorurteile zu überwinden: Gewalt, Sexualität (die als pervers verunglimpft wurde), die Erzählungen selbst (angeblich verlogen und albern) ... und genau so negativ fiel das Urteil über die Zeichnungen aus.

In der Form des Tankobon erscheinen die meisten Mangas in Deutschland.
Manga Zasshi sind dagegen in Deutschland eher unbekannt und auch schwer zu vermarkten.

Weitere Manga-Kategorien
  • Science Fiction
  • Fantasy
  • Horror
  • Action
  • Adventure/Historical
  • Magical Girls
  • Romance/First Love
  • Hentai
  • Silver-Manga
 
Spezifische Manga – Genre

KODOMO
Japanisch für „Kinder“, als Zielgruppenkategorie altersmäßig unter den Shojo und Shonen angesiedelt. Entspricht etwa der Grundschulalterstufe.

FURIGANA
Kleine Hiragana[1]-Zeichen, die über oder neben schwierigen Kanji[2] stehen und die Aussprache angeben. Besonders in Manga für Kinder sind alle Kanji mit Furigana versehen

[1]
HIRAGANA: Phonetisches japanisches Silbenalphabet mit etwa 50 Zeichen (plus Variationen), von den Japanern vor etwa 1000 Jahren aus den chinesischen Kanji entwickelt. (…)

[2]
KANJI: Von den Japanern vor 1 ½ Jahrtausenden aus China importierte Bildschriftzeichen, bei denen jeweils ein Zeichen für ein Wort steht. Natürlich können auch mehrere Zeichen kombiniert werden, so wie z.B. in „Bescheinigungsantragsformularausgabestellenverordnungsentwurfs-planung“. Die umfangreichsten Wörterbücher enthalten über 50'000 Kanji, aber ein japanischer Abiturient muss „nur“ etwa 2000 Zeichen beherrschen. In den Manga sind Kanji manchmal in das Layout eingebaut. Vor allem aber stellen sie ein Bildelement im Text dar, so dass japanische Texte, egal ob in Sprechblasen oder in hochliterarischen Werken, eigentlich immer Bildtexte sind. Eine Abschaffung der Kanji zugunsten einer rein phonetischen Schreibweise im Hiragana oder lateinischer Schrift wäre wenig sinnvoll, will die japanische Sprache sehr viele Homophone (gleichlautende Worte) aufweist.

 


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Manga – Verlage

Hier werden die wichtigsten Mangaverlage genannt und kurz beschrieben.
 

Carlsen Verlag
CARLSEN Verlag GmbH
Postfach 50 03 80
22703 Hamburg
 
Hausanschrift:
Völckerstrasse 14 – 20
22765 Hamburg
 
Tel.: 040 / 39 804 – 0
Fax.: 040 / 30 804 – 390
E-Mail: info@carlsen.de
 
Link zum Manga-Angebot: http://www.carlsencomics.de/cc/show.php3?id=83&nodeid=83&ps_lo=0

Kurzbeschreibung:

  • Zielgruppe von Carlsen Mangas sind Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren
  • Viele Fanangebote auf der Internetseite unter anderem spezielle Zeichenkurse
  • Online Manga Club mit vielen Downloads Spielen und Hintergrundinfos
  • Gibt Manga Anthologie heraus
  • Weiteres Erfolgsgeheimnis Direktverträge zu japanischen Zeichnern; während andere Verlage nur Lizenzen auf bestimmten Umfang und Dauer beziehen hat Carlson zahlreiche Exklusivverträge.

Das Angebot von Mangas gliedert sich bei Carlsen nach bestimmten Rubriken: Banzai, Daisuki, Fun & Action, Fantasy, Mystery, Special, SoapOperas, Science Fiction, Erotik, Special und Dragonball.
Hinter den Rubriken Dragonball verbergen sich die verschiedenen Mangas zur Dragoball Anime Serie. Banzai und Daisuki sind in die Kategorie der oben beschriebenen Manga Anthologien einzuordnen.
Die anderen Rubriken bieten keine Angaben zum Alter. Unter den Bezeichnungen verbergen sich lediglich bekannte literarische Genres ohne Hinweise auf die typischen Mangagenres. Lediglich bei der Rubrik Erotik kann man erkennen an welche Zielgruppe sich das Angebot richtet.

 

Panini Verlag
Panini Verlags GmbH
Rotebühlstraße 87
70178 Stuttgart
 
Tel.: 0711-9476-8714
Fax:: 0711-9476-8833
E-Mail: info@paninicomics.de
 
Link zum Mangaangebot: http://www.paninicomics.de/index.php?content=label&label=4

Kurzbeschreibung: 

  • Eigene Manga Anthologie Yukiku
  • Relativ wenig Infos und Angebote vergleichbar zu anderen Websites zu finden
  • Lizenzverträge zu Exklusiven Mangatiteln „Angel Dust neo“, „King of Bandit Jing“ „Blood“ oder auch „Ghost in the Shell“
  • Aufteilung nach Interessen in Anlehnung an jap. Verlage
    Zielgruppe auch 9 bis 16 jährige Mädchen und Jungen

Das Angebot von Mangas gliedert sich bei Panini nach bestimmten Rubriken: Planet Manga, Planet Manhwa, Plante Shojo und Planet Manga ab 16 Jahren.
Das Angebot in der Rubrik Planet Manga bietet sehr verschiedene Mangatitel an und stellt keine eigentliche Einschränkung dar. Planet Shojo richtet das Angebot schon gezielter an Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren. Unter Planet Manhwa finden sich viele Mangas mit Action und Abenteuerthemen mit Orientierung auf 10- 14 jährige Jungen.
 

Eidalon Verlag
Eidalon Verlag
Stefan Heitzmann
Krakauer Str. 19
14776 Brandenburg
 
Postanschrift:
Postfach 610244
10923 Berling
 
Link zum Mangaangebot: http://www.eidalon.de/

Es werden zwar keine detaillierten Rubriken zur Unterscheidung und Einteilung angegeben. Jedoch bietet der Eidalon Verlag (als einer von wenigen deutschsprachigen Verlagen) ausführliche Leseproben zu fast allen Titeln des Angebots sowie kostenlose Comic-Downloads auf der Website an.

 

Egmont Ehapa Verlag
Egmont Ehapa Verlag GmbH
Wallstrasse 59
10179 Berlin
 
Ladungsfähige Adresse:
Egmont Ehapa Verlag GmbH
Vertreten durch Geschäftsführer
Frank Knau
Wallstrasse 59
10179 Beriln
 
Tel.: 030 / 24008 – 0
Fax.: 030 / 24008 – 599
Link zum Mangaangebot: http://www.manganet.de/
 
Kurzbeschreibung:

  • Clubmemebers haben mehr Rechte auf der Internetseite
    Bekannte Titel
  • Mittlerweile machen 15 % des Geschäftaufkommens Mangas aus
  • Zahlreiche deutsche Zeichner, unterstützten auch die Szene mit Förderverträgen
  • Zielgruppe wie bei den Anderen auch 9 bis 16 jährige Mädchen und Jungen

Rubriken:
 
Das Mangaangebot von Egmont findet sich unter einer externen Interseite. Hier hat der Mangafan eine eigene Internetseite nur für Mangas, die auch als Fanseite fungiert.
Auch Egmont teil sein Angebot ganz spezifisch nach eigenen Rubriken ein; Science Fiction, Love, Fantasy, Action, Comedy, Mystery, History, Adult Area, Magazins und Novels.
Unter den Rubriken Love, Comedy und Fantasy kann der Besucher der Internetseite Mangas finden die sich an jüngere, meist weibliche Leser richtet.
Science Fiction, Action und Mystery soll die jüngeren männlichen Leser ansprechen. Unter diesen Rubriken finden sich aber auch Titel die für Kinder unter 12 Jahren ungeeignet sind.
History und Adult Area richten sich dagegen an ältere Leser die über 16 Jahre alt sind.
Unter der Rubrik Magazines findet der Magafan die oben beschrieben Manga Anthologien von Egmont.

 

Tokyopop
TOKYOPOP GmbH
Bahrenfelder Chaussee 49, Haus B
22761 Hamburg
Tel.: 0049 40 89 06 34 – 0
Fax.: 0049 40 89 06 34 – 72
E-Mail: info@tokyopop.de
 
Link zum Mangaangebot: http://www.tokyopop.de/index.php
 
Kurzbeschreibung:

  • Ein japanischer Verlag mit zahlreichen deutschsprachigen Titeln, nur Übersetzungen keine Verträge mit deutschen Zeichnern
  • Insgesamt 7 % Marktanteil in Deutschland
  • Zielgruppe 13 bis 17 jährige Mädchen und Jungen
  • Besonderheit es gibt eine eigene Serie “Manga fever” gezeichnet und konzipiert von deutschen Fans – über Kooperation mit einen Mangaclub

Es werden keine besonderen Rubriken zur Unterscheidung und Einteilung angeboten. Der Besucher der Internetseite findet lediglich eine A-Z Sammlung der Titel.


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