Gute Musik für Kinder
Um die Qualität der Musik für Kinder zu fördern, initiierte der Verband deutscher Musikschulen vor einigen Jahren einen spezifischen Kindermedienpreis, den LEOPOLD, der in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend alle zwei Jahre vergeben wird. | |
Gute Musik für Kinder
Die phonographische Industrie kann mittlerweile Jahr für Jahr wachsende Umsatzrückgänge beklagen. Auch der Absatz klassischer Musik ist eingebrochen, obwohl sich deren vorrangige Nutzergruppen wohl kaum ihre Mozartstücke aus Online-Tauschbörsen beschaffen. Als elementares Problem zeichnet sich eher ab, dass es hierzulande immer weniger gelingt nachwachsenden Generationen einen Bezug zu klassischer Musik zu vermitteln. Auch im lange Zeit gegen den Trend expandierenden Kindertonträgermarkt ist der Klassik-Anteil gesunken. 2002 erreichte die klassische Musik für Kinder einen Anteil von etwa 100.000 Euro, also weniger als ein Prozent vom Wertumsatz in Höhe von 121 Millionen Euro (nach GfK-Angaben). Die marktführenden Tonträgerunternehmen reagieren auf diesen negativen Trend, indem sie für jüngere Hörer vermehrt Eingängiges, „Klassik Light“ produzieren, indem sie klassische Motive mit „Urban Grooves“ unterlegen und als „Crossover“ vermarkten oder indem sie Klassik-Kompilationen von Heroen der aktuellen Popkultur anpreisen lassen. Einen konsequent anderen Weg beschreitet seit Jahren die in Iznang am Bodensee ansässige Edition See-Igel. In der Reihe „Klassische Musik und Sprache erzählen“ verbinden sich Märchen oder phantasievolle Kindergeschichten mit Motiven, Ausschnitten aus Werken zeitgenössischer wie älterer Komponisten zu einer durchweg überzeugenden Einheit. Für ihre Hauff-Trilogie ist die Edition See-Igel im Herbst 2003 mit dem Medienpreis des Verbandes deutscher Musikschulen ausgezeichnet worden. Der jetzt zum vierten Mal vergebene, vom Bundesfamilienministerium geförderte LEOPOLD ist hierzulande die wichtigste Auszeichnung für Musiktonträger für Kinder. Bewertet werden gleichermaßen künstlerische und technische Aspekte, Phantasie und Originalität. Wilhelm Hauff (1802-1827) gehörte zu den wichtigsten spätromantischen Dichtern, der in seine Kunstmärchen exotisch-abenteuerliche Motive integrierte und damit auch ein älteres Publikum, nicht nur Kinder ansprach. Zu seinen bekanntesten Märchen gehört die Geschichte des abenteuerlustigen Kalifen von Bagdad, der sich durch ein merkwürdiges Pulver zusammen mit seinem Großwesir in Storchgestalt verwandelt. Doch erst durch die Hilfe einer ebenfalls verzauberten Nachteule kann der „Kalif Storch“ wieder ein Mensch werden. Nach den einzelnen - von Christian Brückner stimmungsvoll gelesenen - Szenen folgen auf der CD kurze Musikstücke, überwiegend Ersteinspielungen aus dem Nachlass eines Salonorchesters (Oboe, Klarinette, Vilonie, Violincello, Bass, Klavier), die jeweils Stimmungen der vorangegangenen Erzählabschnitte aufnehmen, musikalisch interpretieren. Der von den Kindern verspottetete kleine, verwachsene Muck hat ein schweres Schicksal hinter sich, er hat am Königshof Neid und Mißgunst erlebt, schließlich einen bösartigen König und dessen Hofstaat überlisten können. Das Originalmärchen wird auf der zweiten CD nachvollziehbar und einfühlsam vorgetragen, wiederum ergänzt durch Auszüge, Melodien, Motive aus klassischen Kompositionen. Die Musik - im Trio ambitioniert mit Fagot/Saxophon, Klavier, Schlagzeug/Marimbaphon eingespielt - interpretiert die vorangegangenen Textteile, gibt der Fantasie der Zuhörerinnen zusätzliche Impulse. Stärker als in früheren Klassik-Hörbüchern von See-Igel werden hier neuere Komponisten, von Debussy über Ibert, Satie bis zu Philip Glass berücksichtigt. Die Kompositionen untermalen zwar nicht vorrangig das vom Märchen vorgegebene Orientalische, doch nicht zuletzt durch den Klang des Fagotts klingt etwas Fremdartiges, für viele Kinderohren wohl Exotisches an. Zu den originellsten und emotional ergreifendsten Märchen Hauffs gehört die Geschichte von Jakob, dem Sohn eines armen Schusters und einer Gemüsefrau, der von einer hässlichen Alten in einen verwachsenen Krüppel mit großer Nase verwandelt wird. Aufgrund seiner im Dienst der alten Hexe Kräuterweis erworbenen Kochkünste gelangt „Zwerg Nase“ am Fürstenhof zu Ruhm und Ehren und mit Hilfe der Gans Mimi gewinnt er schließlich auch seine normale Gestalt zurück. Ein Streichquartett - mit gelegentlicher Klarinettenunterstützung - „führt musikalisch durch diese Geschichte und bereichert sie mit hörenswerten Miniaturen und Kostbarkeiten der Quzartettliteratur“. Mit diesen drei Aufnahmen liegen insgesamt gelungene, facettenreiche Produktionen vor, die interessierte Kinder sowie „alle, die Märchen lieben und eine Stunde zuhören können“, an die Welt der klassischen Musik heranführen. Kalif Storch. Sprecher: Christian Brückner. 57 Min. ISBN 3-935261-01-2. Der "Poldi" ging anLangenscheidt KG, Berlin und München/Terzio, Möllers & Bellinghausen Verlag GmbH, München"Englisch mit Ritter Rost" Kinderbuchmusical für Kinder von 6 bis 10 Jahren
Deutsche Grammophon/Kinder, Berlin Edition See-Igel, Iznang Fidula-Verlag, Boppard Füenf/Gugubo GbR, Ludwigsburg Jumbo Neue Medien & Verlag GmbH, Hamburg Kinderwelt Budde & Kiso GbR, Berlin Schott Musik International, Mainz Sternschnuppe Verlag, Ottenhofen Terzio, Möllers & Bellinghausen Verlag GmbH, München Universal Family Entertainment, Berlin |
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Der LEOPOLD 2001Um die Qualität der Musik für Kinder zu fördern, initiierte der Verband deutscher Musikschulen vor einigen Jahren einen spezifischen Kindermedienpreis, den LEOPOLD, der in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Juni dieses Jahres zum dritten mal verliehen wurde. In der Jury war auch der geschäftsführende Leiter des IfaK, Prof. Dr. H. Heidtmann vertreten. - "Nina Nana - Schlaflieder aus aller Welt"- Erste Reise Neun weitere besonders originelle und fantasievolle Produktionen wurden mit dem Prädikat "Empfohlen vom Verband deutscher Musikschulen" ausgezeichnet: - "Anders als die andern - Der Fall Tschaikowsky" (Krimis in Dur und Moll)Ein Krimi mit Musik für Kinder ab 10 Jahren, Deutsche Grammophon. IfaK CD/MC des Monats November 1999 - "Ferdinand" Kammermusik für Kinder ab 5 Jahren, Edition See-Igel. Hörtipp des IfaK - "Klassik mit der Maus: Wolfgang Amadeus Mozart" Eine Geschichte mit und über Musik für Kinder ab 6 Jahren, Universal Familiy Entertainment (Karussell). Hörtipp des IfaK - "Der kleine Tag" Ein Musical-Hörspiel für Kinder ab 8 Jahren, Polydor/Internationale Musikverlage Hans Sikorski. IfaK CD/MC des Monats September 2001 - "Paddington Bärs erstes Konzert" / "Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten" Zwei Hörspiele mit Musik für Kinder ab 8 Jahren, Deutsche Grammophon. - "Ritter Rost macht Urlaub" Ein Kinderbuchmusical für Kinder im Alter von 5 - 12 Jahren, Terzio. Hörtipp des IfaK - "Schlussakkord im Irrenhaus - Das Geheimnis um Clara und Robert Schumann" (Krimis in Dur und Moll) Ein Krimi mit Musik für Kinder ab 10 Jahren, Deutsche Grammophon. Hörtipp des IfaK - "Sommerlieder" Lieder für Kinder ab 5 Jahren, Sternschnuppe Verlag. IfaK CD/MC des Monats Juni 2000 - "Totenschädel sprechen nicht - Das Rätsel um Joseph Haydn"(Krimis in Dur und Moll) Ein Krimi mit Musik für Kinder ab 10 Jahren, Deutsche Grammophon. Hörtipp des JfaK Erstmals wurde zudem eine gesonderte Auszeichnung auch von derZielgruppe selbst vergeben, eine Kinderjury des WDR-Kindermusikmagazins "papageno" zeichnete das Musical-Hörspiel "Der kleine Tag" mit dem Poldi aus. Die ausgezeichneten Produktionen werden fast alle als Hör-Tipp auf der Website des IfaK empfohlen oder sind als CD/MC des Monats ausgezeichnet worden. |
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Ausgezeichnet mit dem LEOPOLD 1999Im Juni 1999 wurde im WDR Funkhaus in Köln die wichtigste deutsche Auszeichnung für Musiktonträger für Kinder verliehen. Die Bundesfamilienministerin selbst zeichnete mit dem vom Verband deutscher Musikschulen initiierten und von ihrem Ministerium geförderten Preis in diesem Jahr vier herausragende Kindertonträgerproduktionen aus. Der LEOPOLD 1999, für "Gute Musik für Kinder", ging an: Geck, Martin: Profesor Jecks Tierlieder ABC. Holzwarth, Werner, und Jürgen Treyz: Janosa, Felix, und Jörg Hilbert: Ritter Rost und Prinz Protz. Orff, Carl: der Mond. Ein kleines Welttheater. | |








