Medienverbundliteratur
Begriffliche Beschreibungen
Definition „Medienverbundliteratur“
Unter Medienverbund versteht man die
multimediale Verwertung von Serienfiguren und Motiven, die in einem
Medium bereits erfolgreich vermarktet werden und dann für
andere Medien übernommen werden. Ausgangsmedium kann sowohl
eine Fernsehserie, ein Kinofilm, ein Comic, oder auch ein Spiel sein.
Zur Medienverbundliteratur zählen Bücher, die als
Folgemedium Figuren und Stoffe enthalten, die bereits aus anderen
Medien bekannt sind. Das sind meist Begleitbücher zu Filmen,
Fernseh- oder Hörspielserien, die die Geschichten
nacherzählen. Oft werden Filmfotos beigefügt. Neben
reinen Nacherzählungen entstehen teils auch neue
Erzählungen mit den aus den anderen Medien bekannten Figuren.
Im Folgenden wird aus dem gesamten Komplex der
Medienverbundliteratur der Bereich der TV- und
Serienbücher herausgegriffen.
Warum sind Begleitbücher zu Daily
Soaps aktuell interessant?
Film- und Fernsehbücher kommen kindlichen
Vorstellungen und Wünschen nach
zeitgemäßen, romantischen und unterhaltenden
Lesestoffen und dem großen Interesse an spannenden Liebes-
und Beziehungsgeschichten mehr entgegen als vorlagenfreie Literatur.
Für die Rezeption von Begleitbüchern ist deshalb
meist keine Motivation von Eltern oder Lehrern notwendig. Das
Medienereignis an sich ist ausreichend, um Kinder zu begeistern und
interessiert zu machen.
Weiterhin verschaffen Film- und Fernsehbücher Kindern einen
vertiefenden Einblick in die faszinierende Serienwelt und lassen somit
Handlungen und Situationen transparenter und übersichtlicher
erscheinen. Die individuell rezipierbare Nacherzählung, die
über die Serie hinaus geht, ermöglicht Kindern eine
weitergehende und tiefere Auseinandersetzung mit der
Gefühlswelt der Stars.
Denn die durch Begleitbücher ermöglichte
Nähe zu ihren Serienstars, die in vielen Fällen
Vorbildcharakter und Orientierungsfunktionen besitzen, ist für
Kinder besonders wichtig.
Film- und Fernsehbücher tragen meist zu einer Stimulation der
kindlichen Phantasietätigkeit bei. Von der Zielgruppe werden
eigene Handlungsspielräume festgelegt, in denen Geschichten
individuell ausgedehnt, umgeformt oder erweitert werden können.
Durch die Rezeption von Serien-Begleitbüchern bietet sich
für leseungeübte und lesefaule Kinder oftmals eine
deutliche Erleichterung des Lektüreprozesses. Denn die bereits
im Kopf visualisierten Bilder, Situationen und
Handlungsabläufe können der Zielgruppe weitere
Impulse geben und somit den Zugang zu Literatur und Lesen erleichtern.
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