Medienverbundliteratur
Geschichte
Anfänge der Medienverbundliteratur
Die Vermarktung im Medienverbund ist kein modernes
Phänomen des 21. Jahrhunderts. Frühformen des
Verbunds mehrerer Medien finden sich bereits im 19. Jahrhundert: so
orientierte sich z.B. die Zinnsoldatenfigurenproduktion an Kriegs- und
Schlachtenbildern oder es wurden Soldatenfigurenensembles auf
Bilderbögen reproduziert. Nach der Wende zum 20. Jahrhundert
wurde der Teddybär in Plüsch und im Bilderbuch ein
beliebtes Verbundmedium bei Kindern.
Eine Beziehung zwischen Film und Buch besteht seit den
Anfängen des Films, ab der Wende zum 20. Jahrhundert.
Die Literatur diente seit Beginn des Film als Stofflieferant (Bsp.
Jules Verne „Die Reise zum Mond“, 1902 oder
„Emil und die Detektive“ nach Erich
Kästner, 1931).
Die Verfilmung von Romanen und Erzählungen ist eine
alltägliche Erscheinung, aber genauso wie erfolgreiche Romane
verfilmt wurden, knüpften die Buchverlage frühzeitig
an den Erfolg des Films und brachten „das Buch zum
Film“ oder „nach dem gleichnamigen Film“
heraus.
Anfangs erschienen serienweise billig gedruckte
„Heftchen“ mit Abenteuern der Filmstars (z.B. Lee
Parry – die tollkühne Abenteurerin, 1924). Es folgen
Begleitbücher zum Film, die eine Nacherzählung und
zusätzliche Filmfotos enthalten.
Eine Form sind Sammelbilderalben, von Margarine-, Zigaretten-,
Haferflockenfirmen herausgegeben, die ihren Produkten entsprechende
Einzelbilder beilegen (Zeichnungen nach oder Fotos aus Filmen). Bsp.
„Das doppelte Lottchen“. Die Alben enthalten
entweder knappe Nacherzählungen des Films und kurze
Bildunterschriften, oder ausführliche Bildunterschriften und
keine Nacherzählung im zusammenhängenden Text.
Nach Kriegsende, in den 50er Jahren, kamen vermehrt amerikanische
Familien- und Unterhaltungsfilme in die deutschen Kinos und die Verlage
begannen Kinderbücher nach Filmvorlagen herauszugeben, wie sie
auch heute im Trend liegen. Vorrangig zu Disneyfilmen, wie Alice im
Wunderland, Cinderella oder Schneewittchen.
In der BRD gilt Disney als Begründer von Medienverbundsystemen
für Kinder. Mit der „Mickey Mouse“ schuf
Walt Disney 1928 das erste moderne Medienverbundsystem. Zuerst gab es
Kurzfilme, ab 1930 Comic-Strips in Tageszeitungen, später
eigene Hefte, Mickey-Mouse-Puppen, Taschenbücher,
Füller, Eierbecher etc.
Medienverbundliteratur auch heute im Trend
Zu Beginn der 70er Jahre weitet sich der Medienverbund
weiter aus: Zur TV-Vorschulserie
„Sesamstraße“ erscheinen zahlreiche
Bücher, Hefte und Spielfiguren.
Begleitbücher zu Filmen sind auch heute weiter sehr beliebt,
der Medienverbund beschränkt sich meist nicht nur auf das
Buch, sondern die Figuren und Stoffe werden auch in zahlreichen anderen
Medien weiter vermarktet.
Vor allem in der Kinder- und Jugendliteratur geht der Trend hin zu
Medienverbünden.
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