Wissen als Medienereignis. Erstellt im Seminar bei Prof. Dr. Stang (SS 2007)
Wissensangebote für Kinder im Fernsehen
Kennzeichen der medialen Aufbereitung von Wissen im jeweiligen Kontext
Von Kathrin Fischer, Anne Geppert, Barbara Hiller, Franziska Koark, Sylvia Stegmaier und Lena Wursthorn
Wie oben beschrieben, ist es wichtig, in welchem Medium der Inhalt vermittelt wird. Die eingangs genannten Vorzüge des Fernsehens sollen nun in Bezug auf den Inhalt erläutert werden.
Vordergründiges Kennzeichen ist das Konzept der Sendung mit folgenden vier Varianten:
- Personenorientierung, d.h. ein Moderator führt durch die Sendung und erlebt anstelle der Kinder bzw. Zuschauer etwas
- Sachorientierung, d.h. ein Sachverhalt wird erklärt, zum Teil unterstützt durch Experimente oder didaktische Aufbereitungen
- Narrationsorientierung, d.h. der Wissens- oder Lerninhalts wird in eine Geschichte eingebunden, die den Zuschauern erzählt wird
- Interaktionsorientierung, d.h. die Kinder werden z.B. durch fiktionale Geschichten zum Mitmachen angeregt
Ein weiteres Merkmal ist der Einstieg in das Thema, der möglichst vielseitig sein sollte, um eine breite Masse an Zuschauern anzusprechen. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:
- Kontext durch Erzählung, indem eine Rahmenhandlung für das Thema aufgebaut wird, die dem Zuschauer Assoziationen und Anknüpfungspunkte zum Sen-dungsinhalt bietet
- Präsentation von interessanten Zahlen und Fakten
- Darstellung eines logischen Problems, das die Zuschauer neugierig macht und nach einer Lösung suchen lässt
- Verwendung existentieller Fragen, die den Zuschauer emotional berühren; ein eher umstrittener Ansatz
- Verwendung ästhetischer Elemente, wie Design, Farbe, Klang und Rhythmus
- Beziehungszugang, um den Zuschauer über persönliche Probleme emotional zu berühren
- Die Handlung selbst, in der etwas geschieht, indem den Kindern etwas gezeigt wird, das sie neugierig macht
- Anschlussfähigkeit, indem durch das Anknüpfen an vorhandenes Wissen und Erfahrungen die Wahrscheinlichkeit des Verstehens erhöht wird
- Komplexitätsreduktion, d.h. Probleme oder Vorgänge werden auf wesentliche, für die Erläuterung bedeutsame Teilaspekte reduziert
- Perspektivenvielfalt, d.h. die Darstellung eines Sachverhaltes aus mehreren Blickwinkeln heraus
- Integration des Wissens in einen übergeordneten Zusammenhang, d.h. Einfügen des Wissens in Wissenscluster, wie bspw. Naturwissenschaften
Da in einer Wissenssendung zumeist mehrere Themen aus verschiedenen Gebieten behandelt werden, ist eine Vorstrukturierung notwendig; auch um zwischen den Themen einen Anschluss zu finden.
Dies sollen die Anforderungen an Kinderwissenssendungen sein, die im Folgenden untersucht werden.







