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/ Media Business Symposium am 05. und 06. Februar 2009

Medienzukunft und öffentlich-rechtlicher Rundfunk?
Plädoyer für eine Qualitäts- und Vielfaltdiskussion

Am 05. und 06. Februar 2009 findet das erste Media Business Symposium im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt.
Veranstalter sind das Institute for Media Business (IMB) der Hochschule der Medien Stuttgart sowie das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg.

Neue Herausforderungen

Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem steht hinsichtlich der neuen Distributionskanäle und der Veränderungen im Rezipientenverhalten vor enormen Herausforderungen. Die Kern-Zielgruppe des öffentlich-rechtlichen Fernsehens - Zuschauer im Durchschnittsalter „50 + x“ - ist zwar noch relativ stabil, doch in den anderen Zielgruppensegmenten gibt es eine empirisch nachweisbare Verschiebung zu den so genannten aktiven Internetnutzern. Für diese Rezipienten (auch gerne Prosumenten genannt) spielt Fernsehen keine große Rolle mehr. Es müssen somit langfristig neue Voraussetzungen geschaffen werden und der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss unter Berücksichtigung der technischen (Digitalisierung, Frequenzen, IPTV), rechtlichen (europaweite Regelungen), wirtschaftlichen (neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungs- strukturen) sowie gesellschaftlichen (neue Mediennutzungsgewohnheiten) Rahmenbedingungen offensichtlich anders positioniert werden.

Qualität und kultureller Auftrag

Im Rahmen des Symposiums sollen vor allem die möglichen Auswirkungen und gegebenenfalls auch Lösungsoptionen für die Entwicklung des Angebotes und der damit verbundenen Akzeptanz (wie stellen wir uns den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in 15 Jahren vor?), die Ökonomie und Nachhaltigkeit (wie sieht die Entwicklung der Finanzierungsbausteine aus, wie ist die Position zu Werbeeinnahmen?) sowie die derzeit brisante Frage nach den Funktionen und Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (welche Angebote im Internet usw.) diskutiert werden. Letztlich wird es auch um die ebenfalls gerade in der Öffentlichkeit geführte Debatte über Qualität des Fernsehangebotes und damit verbunden die Frage des kulturellen Auftrags von öffentlich-rechtlichen Angeboten gehen.

Zukunftsaussichten

Die Sender müssen sich zwangsläufig zu modernen Medienunternehmen entwickeln. Dazu benötigen sie Innovationspotenziale und organisatorische Anpassungen. Letztlich geht es in dem Symposium darum, wie ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk der Zukunft gestaltet werden muss, da sich die Frage nach der Berechtigung und der Notwendigkeit selbstredend nicht stellt. Ein Blick über die Grenzen hinweg (z. B. nach Großbritannien) verdeutlicht, dass es gesellschaftlich vertretbare und kulturell wie ökonomisch sinnvolle Lösungen gibt. Mit dem Symposium soll dazu beigetragen werden, die konkreten Schwachstellen, aber auch die Stärken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu analysieren und aus der Komplexität der zweifellos vielfältigen Zusammenhänge konkrete Handlungsoptionen für die Zukunft des dualen Rundfunksystems zu generieren.