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/ Visionen des Media Business Symposium
Das Media Business Symposium soll als Plattform für den Austausch zwischen Studierenden, Wissenschaftlern und Praktikern etabliert werden und so vor allem zum Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis beitragen. In Vorträgen, Diskussionen, Foren und Workshops thematisieren hochkarätige regionale, nationale und internationale Referenten die medienökonomisch und medienpolitisch relevanten Aspekte.
Im Rahmen des Media Business Symposiums sollen Themen theoretisch und praxisnah zugleich behandelt werden, die volks- oder betriebswirtschaftlich sowie kommunikationswissenschaftlich von hoher Relevanz sind.
Das Media Business Symposium hat zudem die Förderung der Zusammenarbeit (Netzwerke) und das Aufgreifen von innovativen sowie zukunftsgerichteten Themen im Schwerpunkt Media Business zum Ziel. Dabei sollen grundlegende Probleme aufgezeigt sowie praktikable Konzepte und Handlungsempfehlungen vor dem Hintergrund sich verändernder Rahmenbedingungen und zukünftiger Marktentwicklungen diskutiert werden. Damit verbunden ist die Vision, mit dem Media Business Symposium im Zeitalter der Medienkonvergenz und im Spannungsfeld der europäischen und nationalen Anforderungen Wege aufzuzeigen, die den ökonomischen, rechtlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienwirtschaft gerecht werden.
Entpuppt sich nicht häufig eine solche Vision aber als Illusion? Und verwerfen wir nicht manche Idee als Illusion, die dann doch später Realität wird? Voltaire sagte: „Eines Tages wird alles gut sein – das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung – das ist unsere Illusion.“ Das Media Business Symposium soll verdeutlichen: wir verfallen gerade nicht dem Fehler, unseren Realitäten das Prädikat „in Ordnung“ zu verleihen. Vielmehr fragen wir nach Verbesserungsmöglichkeiten und entwickeln auf dem Weg dorthin vielleicht auch die eine oder andere Vision. Aber daraus folgt auch: wenn wir Visionen entwickeln wollen, müssen wir uns auf Gedanken einlassen, die wir für Illusionen halten. „You can dream it, you can do it“, ein Motto von Wald Disney, bringt es auf den Punkt.
Es gibt keinen Weltgeist, der den Gang der Geschichte bestimmt, wie Hegel es schon verdeutlichte. Die Zukunft ist weder vorausbestimmt noch prognostizierbar, woran uns viele Ereignisse der Weltgeschichte (z. B. die Vereinigung der beiden deutschen Staaten) erinnern, die weder vorhergesehen noch für möglich gehalten wurden. Das hindert aber niemand daran, Realitäten zu analysieren, konkrete Zielvorstellungen und Visionen über bessere Realitäten oder sogar Zukunft zu entwickeln und darüber nachzudenken, wie diese mit Hilfe von Handlungsstrategien am besten umgesetzt werden könnten. Visionen und Strategien können sich hierbei zum gegenseitigen Vorteil beeinflussen. Mit anderen Worten: Die Zukunft ist offen für Analysen über denkbare Zukunftsentwicklungen, für Planungen und Beeinflussungen, für alternative Szenarien und vor allem für wirtschaftliches Handeln von Akteuren, die Zukunftschancen wahrnehmen wollen, ohne damit einer Kolonisierung der Zukunft das Wort zu reden. Denn die Illusion steht nicht im Widerspruch zur Realität.
Der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter hat sich zeitlebens mit der Frage beschäftigt, wie das Neue in die Welt kommt, welche Faktoren also entscheidend sind, dass wir erkennen, welche Möglichkeiten wir haben. Sein tadelloses Lebenswerk wird nicht dadurch geschmälert, dass er uns keine ewig gültige Antwort auf diese Frage hinterlassen hat. Die Mischung aus Analyse, Erkenntnis und Gespür, die für das Erkennen neuer Chancen und Möglichkeiten so wichtig ist, ändert sich ständig in ihrer Zusammensetzung. Dennoch gibt es einige Fixpunkte, die sich bei der Frage „Was gibt es Neues?“ nie verändern. Sie lassen sich, nach Schumpeter, am besten in dem Satz zusammenfassen, dass die erfolgreichen Erneuerer erkennen, was andere nicht erkennen wollen.
Der Erkenntnis folgt die Tat: etwas Neues umzusetzen und anzuwenden, auch wenn es gegen alle bekannten Erfahrungen, die vorherrschende Moral und die (noch) aktuellen Rahmenbedingungen spricht. Drittens, meint Schumpeter, gehört Konsequenz dazu, fast Starrsinnigkeit. Ist das Neue als richtig erkannt, dann braucht es die Beharrung, es durchzusetzen. Aus all dem wird klar, dass Erneuerer und Unternehmer ein und dasselbe sind.
Schumpeter vergaß nicht hinzuzufügen, dass die allermeisten Erneuerungen, die wir früher oder später überrascht oder erstaunt als solche begreifen, längst existieren. Nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Menschen bei der Überwindung ihres blinden Flecks schaffen, ist wirklich neu. Das Allermeiste ist eine Rekombination aus vorhandenen Ideen und Produkten. Nur der Charakter der Entdeckung ist der Innovation, also der absoluten, radikalen Neuerung, und der Invention, dem Prozess des Entdeckens neuer Möglichkeiten durch das Neudenken vorhandener Dinge, gemein.
Unter Berücksichtigung aller dieser Gedanken wird das Media Business Symposium langfristig und nachhaltig Vision als Strategien des Handelns begreifen. Dazu gehören sicherlich auch Mut (zur kontroversen Diskussion), Kompetenz (zur inhaltlichen und sachlichen Differenzierung) sowie die Neugierde (Bereitschaft neue Wege aufzuzeigen und gegebenenfalls auch zu verwirklichen). Woodrow Wilson hat es so ausgedrückt: „Wer keine Visionen hat, vermag weder große Hoffnungen zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen.“







