Buch

Schöne neue Kommunikationswelt oder Ende der Privatheit?

Die Veröffentlichung des Privaten in Social Media und populären Medienformaten

Neu erschienen: Petra Grimm/Oliver Zöllner (Hrsg.): Schöne neue Kommunikationswelt oder Ende der Privatheit? Stuttgart 2012
Neu erschienen: Petra Grimm/Oliver Zöllner (Hrsg.): Schöne neue Kommunikationswelt oder Ende der Privatheit? Stuttgart 2012

Brave New World, Big Data: Gerade hat die Firma Facebook, Inc., das ein­milliardste bei ihr registrierte Nutzer­profil bekanntgegeben. Wer jung und hip ist, schreibt keine E-Mails mehr, sondern teilt sich im Web mit: bei Facebook, Google+, Twitter, foursquare, YouTube und anderen Online-Netz­werken. Zugleich sind vielfach die Hemmungen gefallen, die eigene Privatsphäre im Fernsehen auszubreiten. Neue Medienangebote haben die Welt des Inter­nets und auch Ver­haltens­weisen im Offline-Alltag innerhalb weniger Jahre verändert. Der Umgang vieler Nutzer mit persönlichen und intimen Infor­mationen hat sich ebenso gewandelt – mit Auswir­kungen nicht nur auf die Kommuni­kations- und Lebens­welt des Einzelnen, sondern auch der Gesell­schaft. Bereits 2010 hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg forsch das "Ende der Privat­heit" ausgerufen.

Diese "Status­meldungen" zum Stand der Dinge dienten als Prämissen des X. HdM-Symposiums zur Medienethik, das im Januar 2011 an der Hochschule der Medien in Stuttgart stattfand. Unter dem Titel "Social Networks: Schöne neue Kommuni­kations­welt oder Ende der Privat­heit?" trafen sich Kommuni­kations­wissenschaft­ler, Medien­ethiker, Wirt­schafts­wissenschaft­ler, Branchen­vertreter und Daten­schützer, um aus der Perspektive verschiedener Disziplinen das Phänomen Social Media zu debattieren: ihre Nutzung, ihre ökonomische Verwert­barkeit, insbesondere aber die mit den Networking-Plattformen verbundenen ethischen Implika­tionen. Im Mittelpunkt des Symposiums stand dabei das Verständnis von Privatheit, das der Nutzung von Sozialen Netzwerken zu Grunde liegt: Gibt es unterschied­liche Konstruk­tionen von Privatheit in der Online- und in der Offlinewelt? Welche Kosten-Nutzen-Relationen spielen im Kontext der Kontrolle privater Infor­mationen eine Rolle? Beeinflusst das Wissen über Vermarktung, Datenanalyse und konkrete Daten­missbrauchs­fälle den Umgang mit privaten Informationen?

Beiträge des Symposiums jetzt als Sammelband erschienen

Die Vorträge des Symposiums sind nun in aktuali­sierter und erweiterter Form als Buch erschienen, ergänzt um Beiträge eingeladener Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaftler. Im Band "Schöne neue Kommuni­kations­welt oder Ende der Privat­heit? Die Veröffentlichung des Privaten in Social Media und populären Medien­formaten" diskutieren die Autoren verschie­dene Konzeptionen einer neuen Ethik der Privatheit sowie Aspekte der Ökonomi­sierung privater Daten und die Regulierung von Social Media wie auch – in einem ähn­lichen Zusammen­hang zu sehen – Reali­täts­entwürfe von "Scripted Reality"-Formaten im Fern­sehen. Wie sollen der Einzelne und die Gesellschaft mit den Heraus­forderungen der neuen Medien­angebote umgehen – mit Inszenierung, Selbst­darstellung, Selbst­bespiegelung und Überwachung? Wie können die Nutzer zu einem selbstbestimmten Privacy Management befähigt werden? Wie werden die in Social Media anfallenden Daten monetarisiert?

Die 15 Beiträge des Bandes bieten einen Überblick über den Forschungs­stand und zeigen zu diesen und anderen Fragen neue Perspektiven und Lösungs­ansätze auf. Man wird sicher auch weiterhin fragen müssen: Ist es zu spät, um im Internet Mechanismen gegen den Verlust von Privatheit aufzubauen? Oder befördern Regu­lierungen dieser Art gar das Ende der Freiheit im Internet überhaupt? Es bleibt in jedem Fall die Verstän­digung darüber zu suchen, welche ethischen Analysen angemessen auf Soziale Netz­werke und die ihnen zugrunde­liegenden Vor­stellungen von Gesell­schaft, von Sozialität anzuwenden sind.

Medienethik als Forschungsfeld an der Hochschule der Medien

Die Herausgeber des Buches sind die Kommuni­kations- und Medien­wissenschaft­ler Prof. Dr. Petra Grimm und Prof. Dr. Oliver Zöllner, beide im Studiengang "Medien­wirtschaft" tätig. Professorin Grimm ist zudem die Ethik­beauftragte der Hochschule der Medien und Ko-Herausgeberin der Schriften­reihe "Medienethik", deren 11. Band die nun erschienene Publikation ist.

Inhaltsverzeichnis des Bandes

Sammelrezension der Schriftenreihe "Medienethik" (Bde. 1-10)

 


Autoren: Grimm, Petra / Zöllner, Oliver
Hrsg.: Petra Grimm/Oliver Zöllner
ISBN: ISBN 978-3-515-10296-4
Seiten: 360
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Franz Steiner Verlag
Ort: Stuttgart
Preis: 49,- Euro

Weiterführende Links:
Beschreibung des Buches (Verlagstext)


Autoren

Name:
Prof. Dr. Petra Grimm  Elektronische Visitenkarte
Forschungsgebiet:
Jugendliche und Medien, Medien und Gewalt, Social Web und Privatheit
Funktion:
Professorin
Lehrgebiet:
Kommunikations- und Medientheorie, Medienethik, Medienethisches Projekt (META), Mediensoziologie, Medienwirkungsforschung, Mediensemiotik
Studiengang:
Medienwirtschaft (Bachelor)
Fakultät:
Fakultät Electronic Media
Raum:
225, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2202
Homepage:
http://www.hdm-stuttgart.de/grimm

Name:
Prof. Dr. Oliver Zöllner  Elektronische Visitenkarte
Forschungsgebiet:
Empirische Medienforschung, Soziologie der Medienkommunikation, Public Relations, Public Diplomacy, Nation Branding, Digitale Ethik
Funktion:
Professor
Lehrgebiet:
Medien-, Publikums- und Marktforschung, sozialwissenschaftliche Methodenlehre, Mediensoziologie, Unternehmenskommunikation, Public Relations, internationale Kommunikation, Hörfunkjournalismus
Studiengang:
Medienwirtschaft (Bachelor)
Fakultät:
Fakultät Electronic Media
Raum:
216, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2281
Telefax:
0711 8923-2206
E-Mail:
zoellner@hdm-stuttgart.de
Homepage:
http://www.research-worldwide.de
Oliver Zöllner

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Prof. Dr. Oliver Zöllner  Elektronische Visitenkarte


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