HOME - SMIL: Version 2.1 vom 20.06.2005 © Wolfgang von Keitz


Vorwort

Grundlagen

Layout
Zeit
Bild, Text und Ton
SMIL und HTML
Referenz
Beispiele
Anhang
Quellen

1. Grundlagen

1.8. Adressen von Multimediaobjekten

Um Multimediaobjekte in einem Player sichtbar und/oder hörbar zu machen, müssen sie mit dem entsprechenden Multimediaelement in einem SMIL-Dokument spezifiziert werden. Das Multimediaelement besteht im einfachsten Fall aus dem Elementtag (z.B. img oder audio) und dem Elementattribut "src", in dem der Dateiname (z.B. Bild- oder Audiodatei), die die digitale Form des Multimediobjekts enthält, angegeben wird. Für SMIL-Dokumente gelten bei der Adressierung von Multimediaobjekten dieselben Regeln wie für HTML-Dokumente.

Uniform Resource Locator oder URL ist ein Synonym für Adresse. Die Adresse enthält Informationen darüber, wo sich eine Datei befindet und was ein Player damit tun soll:

rtsp://realserver.hdm-stuttgart.de/bilder/bild.jpg

Der erste Teil der URL wird Scheme genannt. Er teilt dem Player mit, was er mit der Datei zu tun hat. Ein häufig benutztes Scheme lautet „rtsp“ oder „realtime streaming protocol“. Das Protokoll wird vom Real-Server als Übertragungsprotokoll benutzt. Nach dem Scheme werden ein Doppelpunkt und zwei Schrägstriche als Trenner benutzt.

Der zweite Teil der URL ist der Name des Servers, auf dem sich die Datei befindet, gefolgt von dem Pfad, der zu der Datei führt, deren Namen zuletzt genannt wird. In manchen Fällen endet die URL mit einer Pfadangabe; in diesem Fall verweist die Adresse auf die Indexseite einer Homepage.

Ein anderes, häufig benutztes Scheme ist „file“:

file://c:\bilder\bild.jpg

„File“ wird benutzt, wenn auf lokale Dateien, die sich auf dem PC befinden, verwiesen werden soll.

1.8.1. Absolute Adressierung

Bei absoluten Adressangaben ist der vollständige Dateipfad anzugeben. Befindet sich das Multimediaobjekt auf dem PC, auf dem sich auch das SMIL-Dokument befindet, lautet die Adresse:

<img src="file://c:\bilder\bild.jpg" />

In diesem Beispiel wird eine Bilddatei mit dem Namen "bild.jpg" im Pfad "Bilder" auf der Platte "C" des PCs als Objektadresse angegeben.

Befindet sich das Objekt auf einem externen Server mit Namen "realserver.hdm-stuttgart.de" im Verzeichnis "bilder" lautet das Beispiel:

<img src="rtsp://realserver.hbi-stuttgart.de/bilder/bild.jpg" />

Diese Adresse enthält nicht nur den Dateinamen sondern auch das Übertragungsprotokoll (z.B. rtsp oder http), den Servernamen, auf dem die Datei abgelegt ist, sowie den vollständigen Pfad, unter dem die Datei zu finden ist.

Obwohl die einzelnen Elementtags die Form des Multimediaobjekts spezifizieren (z.B. <img...> für Bild oder <audio...> für Ton), nutzt der Realplayer diese Information nicht. Er interpretiert vielmehr das Dateisuffix (z.B. .jpg oder .rm, um die Art des Multimediaobjekts (z.B. Bild oder Ton) zu identifizieren. Aus diesem Grund kann der Elementtag <ref...> für alle Objekte benutzt werden, ob sie nun Bilder, Töne oder Videos betreffen.

Da in einem Medienelement jede mögliche Hostadresse angegeben werden kann, bedeutet dies, dass in einer mit SMIL entwickelten Multimediapräsentation nicht nur auf lokal gespeicherte Medien sondern auf jedes im Internet verfügbare Medium zurückgegriffen kann. Damit werden die bislang bekannten Grenzen multimedialer Präsentationen vollständig aufgehoben.

1.8.2. Relative Adressierung

Eine relative URL ist eine Adresse, die lediglich Teile der vollständigen Adresse einer Datei enthält:

"bilder/bild.jpg"

Eine relative URL gibt den Ort einer Datei in Bezug auf den Ort der Datei an, in der sich die URL befindet. Befinden sich alle Dateien im selben Ordner genügt die Angabe des Dateinamens als Adresse:

"bild.jpg"

Für eine Datei, die sich in einem Ordner befindet, der Teil des betreffenden Ordners ist, wird der Ordnername durch einen Schrägstrich getrennt vor den Dateinamen gestellt:

"bilder/bild.jpg"

Befindet sich die Datei in einem Verzeichnis, das eine Hierarchiestufe höher liegt, wird die Pfadangabe um „../“ erweiter:

"../bilder/bild.jpg"

Auf diese Weise lässt sich jede Datei, die sich auf ein und demselben Server befindet, problemlos adressieren.

Das URL-Konzept wird in SMIL wie in HTML benutzt. URLs sind eine Untermenge von URIs (Uniform Ressource Identifier). Nachdem in HTML das URL-Konzept zu Gunsten des weitergehenden URI-Konzepts aufgegeben wurde, wurde in SMIL 2.0 ebenfalls das URI-Konzept verwendet. Im Rahmen des vorliegenden Skripts ist ein Verständnis des URL-Konzept völlig ausreichend.

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