Vorwort
Grundlagen
Überblick
Was ist Smil?
Wer hat SMIL entwickelt?
SMIL-Syntax
Grundstruktur eines SMIL-Dokuments
Werkzeuge
Allgemeine SMIL-Regeln
Multimediaobjektadressen
Layout
Zeit
Bild, Text und Ton
SMIL und HTML
Referenz
Beispiele
Anhang
Quellen
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1. Grundlagen
1.2. Was ist SMIL?
SMIL, ein Akronym für Synchronized
Multimedia Integration Language,
ist eine Sprache für allgemeine Multimediaanwendungen. SMIL
ist XML-basiert. SMIL ermöglicht die Erstellung interaktiver
multimedialer Präsentationen. Mit SMIL kann das Layout der
Präsentation Hyperlinks von und zu Multimediaobjekten und
das zeitliche Verhalten multimedialer Präsentationen spezifiziert
werden.
SMIL ist HTML sehr ähnlich. Mit HTML ist es möglich,
das Layout einer HTML-Seite exakt zu gestalten, Objekte unterschiedlicher
Formate zu integrieren, und sowohl statische als auch dynamische
Präsentationen zu erzeugen. Auch SMIL bietet diese Funktionalität,
allerdings bezogen auf jede Art von Multimediaobjekt. Im Vergleich
zu HTML bietet SMIL die Möglichkeit, Audio- und Videoobjekte
zu integrieren, sowie die zeitliche Präsentation von Objekten
genau zu steuern.
Ein HTML-Dokument wird vom Web-Server mit dem Hypertexttransferprotokoll
(http) zum Client übertragen. Das übertragene HTML-Dokument
wird dabei schrittweise auf dem Bildschirm sichtbar, ohne dass
der zeitliche Ablauf der Übertragung oder der Präsentation
der einzelnen Objekte kontrolliert werden kann. Dies ist bei traditionellen
HTML-Seiten, die aus Texten und Bildern bestehen, auch gar nicht
erforderlich. Texte und Bilder einer HTML-Seite erscheinen nach
ihrer vollständigen Übertragung auf dem Bildschirm.
Ihre Präsentation ist an keinen festen zeitlichen Ablauf
gebunden
Bei multimedialen Präsentationen ist dies anders. Text, Ton
und statische oder laufende Bilder werden in einer vorher genau
definierten zeitlichen Folge präsentiert. Bei einem Film
ist es wichtig, dass der Ton zusammen mit dem entsprechenden Bild
wahrgenommen werden kann, usw.. Um dies zu erreichen, müssen
Multimediaobjekte kontinuierlich und nach einem klar definierten
zeitlichen Schema übertragen werden. Die genaue zeitliche
Steuerung und Kontrolle der Übertragung ist für eine
Multimediapräsentation also eine entscheidende Determinante.
Um dieses Problem zu lösen, wurde SMIL entwickelt. Über
die zeitliche Steuerung und Kontrolle der Übertragung und
des Ablaufs einer Multimediapräsentation hinaus, kann SMIL
auch zur Kontrolle des Layouts der Präsentation verwendet
werden. Vereinfacht ausgedrückt: SMIL dient der Positionierung,
Synchronisation und Präsentation von Multimediaobjekten.
SMIL-Präsentationen können auf einer CD oder Platte
eines PCs abgelegt sein und bei Bedarf abgerufen werden. Die Nutzung
von SMIL ist also nicht an das Internet gebunden. Die Stärke
von SMIL liegt aber eindeutig bei Multimediapräsentationen
im Internet. Mit SMIL kann spezifiziert werden, wann, wie, was,
von wo und wohin übertragen wird. Im Zusammenspiel mit einem
RealServer kann das Realtimestandardprotokoll (rtsp) benutzen
werden. Dies bedeutet, dass eine SMIL-Anwendung sequentiell abgearbeitet
und die dazugehörenden Multimediaobjekte kontinuierlich übertragen
werden. Der Player, der die übertragenen Informationen auf
dem Bildschirm sichtbar macht, regelt zudem den Übertragungsvorgang.
Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass eine Präsentation
parallel zum Ladevorgang kontinuierlich betrachtet werden kann.
Der RealServer erzeugt nach dem Realtimestreamingprotokoll einen
kontinuierlichen Datenstrom, der von dem Realplayer auf der Nutzerseite
kontinuierlich sichtbar und/oder hörbar gemacht wird.
Wie bereits betont, ist SMIL eng mit der Streamingtechnologie
verbunden. Bevor SMIL entwickelt wurde, diente die Streamingtechnologie
lediglich der kontinuierlichen Übertragung von Audio- und
Videoclips. Internet-Radiosender und später Internet-Fernsehsender
bedienten sich dieser Technologie, um ihre Programme in Teilen
oder vollständig über das Internet weltweit zu übertragen.
Als nächstes nutzten Webmaster die Möglichkeit, Audio-
und Videoinformationen als Teil ihrer Webpräsentation anzubieten.
Mit SMIL wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der Streamingtechnologie
aufgeschlagen. Während früher ein Audio- oder Videoclip
nach dem anderen abgespielt wurde, wurde es mit SMIL möglich,
die Streamingtechnologie für eine integrierte Multimediapräsentation
über das Internet zu nutzen. Clips können in HTML-Seiten
integriert werden. Und nicht nur Audio- und Videoinformationen
sondern auch Texte und Bilder lassen sich mit SMIL zu einer einheitlichen
Präsentation zusammenfassen. Durch die Verwendung von Links,
kann der Nutzer selbst bestimmen, was er wann sehen möchte.
Damit ist der Weg offen, die interaktiven Möglichkeiten des
World Wide Web und die des Internet-Rundfunks zu verbinden. Mit
SMIL wird interaktiver Rundfunk möglich.
Doch nicht nur die Interaktivität macht die Nutzung von SMIL
so interessant für Rundfunkanbieter. Mit SMIL kann ein Programmangebot
entwickelt werden, das der Nutzer nach seinen Wünschen abrufen
und gestalten kann. Kurz gesagt: Mit SMIL kann jeder sein eigener
Programmdirektor werden.
SMIL ist nicht die einzige Sprache, mit deren Hilfe Multimediapräsentationen
erstellt werden können. SMIL besitzt allerdings gegenüber
anderen Sprachen erhebliche Vorteile:
- Die Streamingtechnologie kann viele unterschiedliche Datei-Formate
übertragen; mit SMIL können die unterschiedlichen
Formate zu einer einheitlichen Präsentation zusammengefasst
werden.
- Die in einer Präsentation benutzten Multimediaobjekte
müssen physikalisch nicht auf einem einzigen Server liegen;
mit SMIL können Multimediaobjekte, die auf räumlich
verteilten Servern abgelegt sind, zu einer einheitlichen Präsentation
zusammengefasst werden.
- SMIL unterstützt Multilingualität; um beispielsweise
ein Video in unterschiedlichen Sprachversionen übertragen
zu können, produziert man eine Videodatei ohne Tonspur;
nachträglich erstellt man Audiodateien mit den unterschiedlichen
Sprachversionen; in einem SMIL-Dokument werden Video- und Audiodateien
so miteinander verbunden, dass ein Nutzer automatisch die gewünschte
Sprachversion des Videos erhält.
- SMIL unterstützt unterschiedliche Bandbreiten; auf diese
Weise ist es möglich, die Übertragung ein- und derselben
Version einer Multimediapräsentation an die Bandbreite
des Nutzers anzupassen.
- SMIL-Präsentationen können so gestaltet werden,
dass sie sich automatisch an die Gegebenheiten eines Browsers
oder Players anpassen.
- SMIL bietet eine einfache Möglichkeit die Präsentationsdauer
jedes einzelnen Multimediaobjekts zu kontrollieren.
- SMIL bietet viele Möglichkeiten das Layout einer Multimediapräsentation
zu gestalten.
Die Nutzung von SMIL setzt die Existenz von Texten,
Bildern, Audios und Videos, kurz Multimediaobjekten, in digitalem
Format voraus. SMIL ist objektorientiert. In der objektorientierten
Sichtweise stellt man sich die eine Präsentation als System
von Objekten vor, die untereinander Botschaften austauschen. Objekte
besitzen Eigenschaften oder Attribute. Objekte sind in
der Lage, bestimmte Operationen auszuführen, die man Methoden
nennt. Objekte kann man in Gruppen einteilen, die Klassen
genannt werden. Die einzelnen Objekte einer Klasse nennt man Instanzen.
Die objektorientierte Denkweise und die damit verbundenen Begriffe,
werden in SMIL vergleichbar einer objektorientierten Programmiersprachen
benutzt, obwohl es sich bei SMIL nicht um eine Programmiersprache
im engeren Sinne handelt.

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