HOME - SMIL: Version 2.0 vom 30.06.2005 © Wolfgang von Keitz


Vorwort

Grundlagen

Layout
Zeit
Bild, Text und Ton
SMIL und HTML
Referenz
Beispiele
Anhang
Quellen

1. Grundlagen

1.3. Wer hat SMIL entwickelt?

SMIL wurde von vielen Personen unter der Aufsicht der Synchronized-Multimedia-Arbeitsgruppe des Wold-Wide-Web-Konsortiums entwickelt. Besonders beteiligt waren Mitarbeiter der gemeinnützigen Institutionen INRIA Frankreich, GMD Deutschland, sowie CWI Niederlande und W3C USA mit Unterstützung von Mitarbeitern der Firmen Realnetworks, Altcatel, Apple, Microsoft, Netscape und Lucent-Bell Labs sowie Phillips.

SMIL ist also nicht von einer einzigen Firma entwickelt worden. Mit SMIL wurde vielmehr wie bei HTML ein Standard geschaffen, der eine einheitliche Entwicklung von Multimediapräsentationen im Internet möglich machen soll. Version 1.0 wurde am 15. Juni 1998 veröffentlicht. Die neueste Version findet sich unter http://www.w3.org/TR/REC-smil. SMIL liegt zur Zeit in der Version 2.0 vor. Der Unterschied zwischen der Version 1.0 und der Version 2.0 ist bereits an der Schreibweise der Elemente erkennbar. So wurde die Bindestrichschreibweise zu Gunsten der „Kamelschreibweise“ aufgegeben. Elementnamen lauten in der Version 2.0 nicht mehr „clip-begin“ sondern „clipBegin“. Neben diesen Äusserlichkeiten wurden der Sprachumfang von SMIL und die Funktionalität erheblich erweitert. Ferner wurde ein Modulkonzept eingeführt, das die einzelnen, inhaltlich verwandten Elemente zu Modulen zusammenfasst.

So wie die Entwicklung und Verbreitung von HTML mit dem Namen Netscape verbunden ist, ist auch die Entwicklung und Verbreitung von SMIL mit einer Firma verbunden, der Firma RealNetworks. RealNetworks hat den am weitesten verbreiteten Player für Streaming-Übertragungen entwickelt, den RealPlayer. Dieser Player kann auch SMIL-Anwendungen interpretieren. Durch die weite Verbreitung des Players und die technische Unterstützung durch Realnetworks konnte sich SMIL rasch als Multimediastandard für die Streamingtechnologie im Internet etablieren. RealNetworks hat gute Einführungen und Beispiele für SMIL-Anwendungen auf seiner Homepage abgelegt. Zahlreiche Beispiele dieses Buches sind an Beispiele von RealNetworks angelehnt.

RealNetworks hat im Vorgriff auf eine neue Version des SMIL-Standards einige Neuerungen eingeführt, die die Übertragung von Texten und statischen Bildern betreffen. Durch diese Neuerungen können nicht nur Audios und Videos sondern auch Texte und Tonbildschauen mit Hilfe der Streamingtechnologie übertragen werden. Ferner hat Realnetworks SMIL-Erweiterungen eingeführt, die die Steuerung des Realplayers betreffen. Alle Real-Erweiterungen werden in diesem Buch ausführlich dargestellt.

Mit SMIL 2.0 wurde durch die Einführung von Profilen unterschiedlichen Entwicklerinteressen Rechnung getragen. Sprachprofile legen einen unterschiedlichen Sprachumfang für bestimmte Anwendungen fest. Zur Zeit existieren drei Profile: das SMIL 2.0 Language Profil, das SMIL 2.0 Basic Language Profil und das XHTML+SMIL 2.0 Language Profil. Das wichtigste Profil ist das SMIL 2.0 Language Profil. Das Basic Language Profil ist eine Untermenge dieses Profils, die vor allem für PDA- und mp3-Player-Anwendungen gedacht ist. Das dritte Profil basiert auf einem Vorschlag von Microsoft.

Wie so häufig hat Microsoft in der Frage der Einbindung von Multimediaobjekten in Webpräsentationen einen eigenen Weg beschritten. Um die dynamische Präsentation von Multimediaobjekten mit der statischen Präsentation einer traditionellen HTML-Seite zu verknüpfen, hat Microsoft eine eigene Markup-Sprache entwickelt: HTML+TIME. Die Elemente dieser Sprache sind eng an das Konzept von SMIL angelehnt.

Seit Beginn der Definitionsarbeit von SMIL 2.0 verfolgt Microsoft eine Doppelstrategie. Microsoftmitarbeiter beteiligten sich sowohl an der Entwicklung des SMIL 2.0-Standards als auch an der Weiterentwicklung von HTML+TIME. Noch vor Verabschiedung des SMIL 2.0-Standards wurde HTML+TIME Version 2.0 auf den Markt gebracht. Ein Problem dieser Sprache war und ist allerdings, dass sie nur vom Microsoft-Browser dem Internet Explorer ab Version 5.5 interpretiert werden kann.

Seit August 2001 ist der Internet Explorer 6.0 auf dem Markt. Dieser Browser kann nun nicht nur HTML + TIME 2.0- sondern auch SMIL 2.0-Anwendungen interpretieren. Mit der Unterstützung des SMIL-Standards durch Microsoft dürfte diese Markup-Sprache eine grössere Verbreitung finden, als dies bislang der Fall war. Es steht zu hoffen, dass damit SMIL nicht nur in Streaming-Anwendungen sondern auch in konventionellen Webpräsentationen vermehrt genutzt wird. Die verstärkte Nutzung von SMIL in HTML-Seiten hat zur Entwiclung des XHTML+SMIL 2.0 Language Profils geführt. In diesem Sprachprofil wird auf SMIL-Strukturelemente verzichtet. Stattdessen wird der SMIL-Code direkt in den HTML-Code integriert. Damit kann die Funktionalität von SMIL direkt in HTML genutzt werden. Ziel dieser Entwicklung ist es, Skriptsprachen, die bislang eine wichtige Bedeutung in HTML-Anwendungen besitzen, durch SMIL zu ersetzen.

 

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