Vorwort
Grundlagen
Layout
Zeit
Bild, Text und Ton
SMIL und HTML
Referenz
Beispiele
Anhang
Quellen
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Vorwort
SMIL ist eine XML basierte Sprache für Multimediaanwendungen.
SMIL ist weder hochabstrahierend noch umfangreich. Und obwohl
SMIL besonders im Webcasting Anwendung findet, wurde es nicht
für dieses spezielle Anwendungsgebiet entworfen. Das Fehlen
von Einschränkungen und die allgemeine Verwendbarkeit machen
SMIL bequem und effektiv für die Entwicklung multimedialer
Anwendungen im Internet.
Völlig andere Lösungswege wurden mit Dynamic
HTML (D-HTML), Flash und MPEG-4 beschritten. Mit D-HTML kann eine
statische HTML-Seite in begrenztem Umfang animiert werden. Macromedias
Flash bedient sich eines proprietären Formats zur lokalen
Animation und für Streaming Media-Anwendungen. SMIL basiert
hingegen auf einem offenen Standard. Weit wichtiger ist aber,
dass SMIL strikt zwischen den eigentlichen Medieninhalten und
der Steuerung und Verknüpfung von Inhalten unterscheidet.
Hier liegt auch der Unterschied zu HTML. Eine HTML-Datei besteht
im einfachsten Fall aus einem Text und den darin enthaltenen HTML-Elementen.
Eine SMIL-Datei enthält keinen Text und auch keine anderen
Medieninhalte. Eine SMIL-Datei besteht aus SMIL-Elementen die
auf Animations-, Bild-, Text-, Video- und/oder Audiodateien verweisen.
MPEG-4 wird oft als grösster Konkurrent von SMIL
betrachtet. Doch auch hier gilt, dass MPEG-4 die Beschreibung
der Präsentation und den Medieninhalt in einem gemeinsamen
binären Format enthält. Die Integration von Steuerung
und Inhalt einer Multimediaanwendung wie bei Flash und MPEG-4
ermöglicht eine höhere Präzision in der Steuerung
der Anwendung zu Lasten der Flexibilität. Die Trennung von
Steuerung und Inhalt wie bei SMIL macht die Anwendung sehr flexibel
und leicht modifizierbar. Flash mag für einfache, lokale
Animationen die bessere Wahl sein. SMIL ist bei komplexen Multimedianwendungen
im Internet die bessere Lösung.
SMIL wurde in der ersten Version (SMIL 1.0) als einfache Sprache
zur synchronisierten Integration multimedialer Elemente entworfen.
Daher auch der Name Synchronized Multimedia Integration Language,
abgekürzt SMIL. Inzwischen liegt SMIL in einer erweiterten
Version vor. SMIL 2.0 ist nun eine vollkommen XML-basierte Sprache,
die die Erstellung interaktiver multimedialer Präsentationen
erlaubt. Bei der Weiterentwicklung von SMIL 1 zu SMIL 2 wurden
nur wenige Elemente von SMIL 1.0 vollständig gestrichen;
vielmehr wurden zahlreiche neue Elemente für SMIL 2.0 entwickelt,
die viele neue Möglichkeiten bieten. Eine der auffallendsten
Änderungen betrifft die Schreibweise der Attribute. Während
es bisher erlaubt war Attribute mit einem Bindestrich zu verbinden
(z.B. background-color), wird in SMIL 2.0 die "Kamelschreibweise"
verwendet (backgrondColor). Eine weitere Änderung betrifft
die Zusammenfassung von Elementen zu Modulen. So sind beispielsweise
alle das Layout betreffenden Elemente im Layout-Modul zusammengefasst,
usw..
SMIL wurde von der Synchronized Multimedia Working Group des World
Wide Web Konsortiums (W3C) als Standard für Multimediapräsentationen
im Internet verabschiedet. Die Firma Realnetworks hat einige Erweiterungen
eingeführt, die nicht dem W3C-Standard entsprechen. Aufgrund
des hohen Verbreitungsgrades des Realplayers, der diese Erweiterungen
interpretieren kann, werden die Realnetworks-Erweiterungen in
diesem Skript mitbehandelt.
Das vorliegende Skript möchte dem Leser helfen, Multimediaanwendungen
in SMIL entwickeln zu lernen. Es enthält zur schnellen Einführung
zunächst einen informellen Überblick. Danach folgen
einzelne Kapitel über die hauptsächlichen Sprachkonzepte,
und schliesslich eine Sprachdefinition. Ich stelle SMIL hauptsächlich
zum Lesen und Berarbeiten von Beispielen vor und nicht durch die
Aufzählung von Regeln. Die Beispiele sind überwiegend
komplette, funktionierende „Programme“ und nicht nur
isolierte "Programmfragmente".
Nach meiner Erfahrung hat sich SMIL als freundliche, ausdrucksstarke
und flexible Sprache für einen breiten Anwendungsbereich
erwiesen. SMIL ist leicht zu erlernen und bewährt sich mit
steigender Erfahrung. Grundkenntnisse in HTML und XML werden vorausgesetzt.
Ich hoffe, dass dieses Skript hilft, SMIL gut zu nutzen.
Wolfgang von Keitz

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