HOME - SMIL: Version 2.1 vom 10.12.2005 © Wolfgang von Keitz


Vorwort

Grundlagen
Layout
Zeit
Bild, Text und Ton
SMIL und HTML
Referenz
Beispiele
Anhang
Quellen

Vorwort

SMIL ist eine XML basierte Sprache für Multimediaanwendungen. SMIL ist weder hochabstrahierend noch umfangreich. Und obwohl SMIL besonders im Webcasting Anwendung findet, wurde es nicht für dieses spezielle Anwendungsgebiet entworfen. Das Fehlen von Einschränkungen und die allgemeine Verwendbarkeit machen SMIL bequem und effektiv für die Entwicklung multimedialer Anwendungen im Internet.

Völlig andere Lösungswege wurden mit Dynamic HTML (D-HTML), Flash und MPEG-4 beschritten. Mit D-HTML kann eine statische HTML-Seite in begrenztem Umfang animiert werden. Macromedias Flash bedient sich eines proprietären Formats zur lokalen Animation und für Streaming Media-Anwendungen. SMIL basiert hingegen auf einem offenen Standard. Weit wichtiger ist aber, dass SMIL strikt zwischen den eigentlichen Medieninhalten und der Steuerung und Verknüpfung von Inhalten unterscheidet. Hier liegt auch der Unterschied zu HTML. Eine HTML-Datei besteht im einfachsten Fall aus einem Text und den darin enthaltenen HTML-Elementen. Eine SMIL-Datei enthält keinen Text und auch keine anderen Medieninhalte. Eine SMIL-Datei besteht aus SMIL-Elementen die auf Animations-, Bild-, Text-, Video- und/oder Audiodateien verweisen.

MPEG-4 wird oft als grösster Konkurrent von SMIL betrachtet. Doch auch hier gilt, dass MPEG-4 die Beschreibung der Präsentation und den Medieninhalt in einem gemeinsamen binären Format enthält. Die Integration von Steuerung und Inhalt einer Multimediaanwendung wie bei Flash und MPEG-4 ermöglicht eine höhere Präzision in der Steuerung der Anwendung zu Lasten der Flexibilität. Die Trennung von Steuerung und Inhalt wie bei SMIL macht die Anwendung sehr flexibel und leicht modifizierbar. Flash mag für einfache, lokale Animationen die bessere Wahl sein. SMIL ist bei komplexen Multimedianwendungen im Internet die bessere Lösung.

SMIL wurde in der ersten Version (SMIL 1.0) als einfache Sprache zur synchronisierten Integration multimedialer Elemente entworfen. Daher auch der Name Synchronized Multimedia Integration Language, abgekürzt SMIL. Inzwischen liegt SMIL in einer erweiterten Version vor. SMIL 2.0 ist nun eine vollkommen XML-basierte Sprache, die die Erstellung interaktiver multimedialer Präsentationen erlaubt. Bei der Weiterentwicklung von SMIL 1 zu SMIL 2 wurden nur wenige Elemente von SMIL 1.0 vollständig gestrichen; vielmehr wurden zahlreiche neue Elemente für SMIL 2.0 entwickelt, die viele neue Möglichkeiten bieten. Eine der auffallendsten Änderungen betrifft die Schreibweise der Attribute. Während es bisher erlaubt war Attribute mit einem Bindestrich zu verbinden (z.B. background-color), wird in SMIL 2.0 die "Kamelschreibweise" verwendet (backgrondColor). Eine weitere Änderung betrifft die Zusammenfassung von Elementen zu Modulen. So sind beispielsweise alle das Layout betreffenden Elemente im Layout-Modul zusammengefasst, usw..

SMIL wurde von der Synchronized Multimedia Working Group des World Wide Web Konsortiums (W3C) als Standard für Multimediapräsentationen im Internet verabschiedet. Die Firma Realnetworks hat einige Erweiterungen eingeführt, die nicht dem W3C-Standard entsprechen. Aufgrund des hohen Verbreitungsgrades des Realplayers, der diese Erweiterungen interpretieren kann, werden die Realnetworks-Erweiterungen in diesem Skript mitbehandelt.

Das vorliegende Skript möchte dem Leser helfen, Multimediaanwendungen in SMIL entwickeln zu lernen. Es enthält zur schnellen Einführung zunächst einen informellen Überblick. Danach folgen einzelne Kapitel über die hauptsächlichen Sprachkonzepte, und schliesslich eine Sprachdefinition. Ich stelle SMIL hauptsächlich zum Lesen und Berarbeiten von Beispielen vor und nicht durch die Aufzählung von Regeln. Die Beispiele sind überwiegend komplette, funktionierende „Programme“ und nicht nur isolierte "Programmfragmente".

Nach meiner Erfahrung hat sich SMIL als freundliche, ausdrucksstarke und flexible Sprache für einen breiten Anwendungsbereich erwiesen. SMIL ist leicht zu erlernen und bewährt sich mit steigender Erfahrung. Grundkenntnisse in HTML und XML werden vorausgesetzt. Ich hoffe, dass dieses Skript hilft, SMIL gut zu nutzen.

Wolfgang von Keitz

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