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Spurensuche in Brandenburg. Studienfahrt der Sektion Bibliothek und Information

Schloss Wiepersdorf, Foto: Gabriele Hütter
Schloss Wiepersdorf, Foto: Gabriele Hütter
Schloss Freienwalde, Foto: Gabriele Hütter
Schloss Freienwalde, Foto: Gabriele Hütter
Schloss Neuhardenberg, Foto: Gabriele Hütter
Schloss Neuhardenberg, Foto: Gabriele Hütter
Schlosspark Branitz, Foto: Gabriele Hütter
Schlosspark Branitz, Foto: Gabriele Hütter
Universitätsbibliothek Cottbus, Foto: Gabriele Hütter
Universitätsbibliothek Cottbus, Foto: Gabriele Hütter
Sommersitz von Brecht in Buckow, Foto: Gabriele Hütter
Sommersitz von Brecht in Buckow, Foto: Gabriele Hütter
Klosterkirche Chorin, Foto: Gabriele Hütter
Klosterkirche Chorin, Foto: Gabriele Hütter
Schiffshebewerk Niederfinow, Foto: Gabriele Hütter
Schiffshebewerk Niederfinow, Foto: Gabriele Hütter
Spreewaldfahrt, Foto: Gabriele Hütter
Spreewaldfahrt, Foto: Gabriele Hütter

„In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!" - der martialische Schlachtruf in Heinrich von Kleists letztem Schauspiel „Der Prinz von Homburg" aus dem Jahr 1811 ist heute Geschichte. Das Land Brandenburg, Keimzelle des späteren preußischen Staates, verrät so gar nichts mehr von seiner dereinst bestimmenden Militärtradition. Im heutigen Bundesland Brandenburg sieht und erlebt man eine Veränderung dergestalt, dass das historisch Gewachsene zwar deutlich erkennbar ist, aber durch Wandel und Vielfalt geprägt wird. In einer 5tägigen Studienfahrt vom 15. bis 19. Juni waren Mitglieder der Sektion 2 des Freundeskreises auf Spurensuche wie geschichtlicher Wandel sich im äußeren Erscheinungsbild widerspiegelt.

Besonders auffallendes Merkmal der brandenburgischen Landschaft und damit der brandenburgischen Geschichte sind die Schlösser - Statussymbol einer aristokratischen, privilegierten Adelsschicht. Gleichzeitig zeigt sich hier auch eine über Jahrhunderte andauernde hohe Baukultur. Am Schicksal dieser Schlösser, fast ausschließlich bis 1945 im Besitz ihrer adeligen Eigentümer, lässt sich der geschichtliche Wandel am deutlichsten ablesen. Sei es das Schloss Wiepersdorf, mehr als 200 Jahre im Besitz der Familie Arnim, heute Refugium für Stipendiaten aller Kunstgattungen, oder Schloss Branitz, Alterssitz des Fürsten Pückler, heute öffentlich zugängliche Gedenkstätte, Schloss Freienwalde, ein frühklassizistischer Bau von David Gilly, der das hohenzollernsche Kunstverständnis am Ende des 18. Jahrhunderts wiedergibt, heute Gedächtnisstätte für Walther Rathenau. Schließlich das repräsentative und eindrucksvolle Schinkel-Schloss Neuhardenberg, heute Tagungsort mit ausgesprochen ambitioniertem Kulturprogramm und schließlich die Schlösser Steinhöfel, Lübbenau und Wulkow, in denen angenehme Hotellerie zusammen mit Verwöhngastronomie geboten wird. Bei allen diesen heute hervorragend restaurierten ehemals feudalen Landsitzen, umgeben von einer eindrucksvoll gepflegten Parklandschaft, verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart fast literaturreif ineinander. Unter diesen Parkanlagen (Wiepersdorf, Lübbenau, Branitz, Steinhöfel, Bad Freienwalde, Neuhardenberg) hinterlässt der Pückler-Park in Branitz, als Agenda auf der Weltkulturerbeliste stehend, mit seiner gärtnerischen Gesamtkonzeption den nachhaltigsten Eindruck. Hier hat Pückler in wunderbarer Weise seine „Lebensreise" niedergeschrieben. Der auf kargem Sandboden völlig neu geschaffene Park ist das reifste und eindruckvollste Gartenkunstwerk, das der alternde Fürst mit den von ihm entworfenen Baumgruppen, den Sichtachsen und den phantasievollen Übergängen von gestalteter zu nicht gestalteter Natur der Nachwelt hinterlassen hat.

Allein Brandenburg ist nicht nur das Land der Schlösser und Parks. Das Bild des Landes wird auch geprägt durch seine Feldsteinkirchen, seine mittelalterlichen Kathedralen und die städtischen Profanbauten, die gleichfalls anspruchsvolle Architektur wiedergeben. Gerade auch was moderne Architektur betrifft, können die neuen Bundesländer staunenswerte Beispiele vorweisen. Genannt werden muss die vom Basler Büro Herzog & de Meuron entworfene und gebaute Universitätsbibliothek in Cottbus. Eine Bibliothek, die mehr zum Staunen als zum Lernen verführt.

Wer über Bibliotheken spricht muss auch über Literatur sprechen. Zwei mit dem Genius loci verbundene Orte wurden besucht. In Wiepersdorf hatte Achim von Arnim den im Mittelalter spielenden Roman „Die Kronenwächter" verfasst, in Buckow Bertolt Brecht die „Buckower Elegien", die von Literaturkennern mit Goethes „West-östlichem Diwan" verglichen werden. Darüber hinaus aber ist die atmosphärische Stimmung im Brechtschen Anwesen am Schermützelsee in der Sächsischen Schweiz unvergleichbar.

Nur noch in Stichworten soll erwähnt werden eine Aufführung der Prager Symphoniker mit dem Orff'schen Oratorium „Carmina burana" in der Klosterruine Chorin, die Besichtigung eines technischen Wunderwerkes in Niederfinow: das in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaute Schiffshebewerk Niederfinow und das eindrucksvollste Trockenlegungsprojekt des 18. Jahrhunderts im Oderbruch.

Jede Reise hat besondere Höhepunkte. Welche es sind, ist in der Regel eine persönliche Entscheidung. Bei dieser Fahrt war das „Hineinfahren" (im wahrsten Sinne des Wortes) in das Urstromgebiet der Spree anlässlich einer Kahnfahrt, bei der das europaweit einmalige Ökosystem des Spreewaldes erfahren wurde, einer dieser Höhepunkte. Das Dahingleiten und Eintauchen in eine unberührte Natur hat den Teilnehmern eine Welt erschlossen, wie sie nur noch selten anzutreffen ist. 5 Tage - vielfältig und anregend in jeder Beziehung. Und doch nur ein Anfang.




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