Internet Security 06. November 2009
Sicher durch das Netz
Ständig lesen wir derzeit vom Datenklau im Internet. Passwörter von Tausenden von E-Mail-Accounts und persönliche Angaben geistern durch das Internet. Das so genannte „Phishing“ ist nur ein Beispiel für die Bedrohungen im Internet. Wir erklären weitere Gefahren und wie man sich davor schützen kann.
Beim "Phishing" versuchen Hacker in den E-Mails von vermeintlich seriösen Anbietern, wie z.B. Banken, die Passwörter und Zugangsdaten auszuspionieren. Meist werden die Empfänger dazu aufgefordert, über einen Link die Kontodaten zu aktualisieren. Dabei werden sie auf eine gefälschte Webseite umgeleitet. Seien Sie misstrauisch, wenn die Mail unpersönlich beginnt (z.B. Lieber Kunde). In den meisten Fällen werden Sie von seriösen Anbietern mit Namen angesprochen. Zudem verlangen diese nie von Ihren Kunden, die Zugangsdaten über einen E-Mail-Link zu aktualisieren, sodass davon auszugehen ist, dass hinter solchen E-Mails Betrüger stecken.
"Cookies", die einem oft im Internet begegnen sind kleine Textdateien, die sich auf Webseiten verstecken und Besucherinformationen sammeln. Sie können von Betrügern missbraucht werden, um Benutzerdaten und Benutzerprofile zusammenzustellen. Cookies können aber gesperrt werden und im Browser (z.B. Internet Explorer, Firefox, Opera etc.) in den Einstellungen geblockt werden.
Jedem Internet-Nutzer sollte wohl die "Firewall" ein Begriff sein. Sie bestimmt, welche Programme einen Datenaustausch zwischen dem Internet und dem PC vornehmen dürfen. Der Datenfluss wird kontrolliert und verhindert in Zweifelsfällen, dass eigene Programme unbemerkt Daten in das Internet senden, oder dass fragwürdige Daten von dort herunter geladen werden. Außerdem schließt die Firewall offene Ports, über die eine Kommunikation mit anderen Rechnern oder Programmen im Internet stattfindet. Angreifer werden auf diese Art und Weise davon abgehalten, über diese Ports in den PC einzudringen. Die Firewall kann sogar vor Hackern schützen, jedoch nicht vor Viren. Dazu wird zusätzlich ein Antiviren-Programm benötigt.
Lücken in Webbrowsern wie dem Internet Explorer können von so genannter "Spyware" ausspioniert werden. Diese schädliche Software kann auch über installierte Anwendungen eingeschleust werden. Die Folge ist die Erfassung der eigenen Surfgewohnheiten und die Weitergabe dieser an Dritte. Neben unerwünschter eingeblendeter Werbung können besonders schädliche Programme sogar die Browser-Einstellungen eines Nutzers ändern. Schützen kann man sich mit Antiviren- oder speziellen Antispyware-Programmen.
Zur Spyware zählen auch die so genannten "Keylogger", die Tastatureingaben der Benutzer aufzeichnen und an Dritte weiterleiten. Ähnlich wie Phisher erhoffen sich Keylogger, an Passwörter oder Benutzerdaten zu kommen. Antispyware- und Antivirenprogramme verhindern das Eindringen der Keylogger.
Die meist gefürchteten Bedrohungen sind wohl die "Viren". Sie suchen sich einen Wirt, also vorhandene ausführbare Dateien (z.B. *.exe). Werden diese gestartet, liefern sie gleichzeitig den Virus mit und können schweren Schaden anrichten und sich verbreiten. Sie können sogar das Betriebssystem oder einzelne Softwareprodukte verändern und im schlimmsten Fall das ganze System lahm legen. Meist hilft dann nur noch eine Neuinstallation. Verhindern können Sie Virenbefall durch eine Antiviren-Software, die auch vor Würmern und Trojanern schützt.
Im Gegensatz zu Viren legen "Würmer" eigene Dateien an oder überschreiben bereits vorhandene. Die Verbreitung erfolgt selbstständig, meist über E-Mails, Instant Messenger oder Funkverbindungen. Deshalb ist hier Vorsicht bei unseriösen E-Mails oder Anhängen geboten.
Der "Trojaner", also ein so genanntes virtuelles Trojanisches Pferd, tarnt sich als harmloses Programm, um sich dann auf der Festplatte einzunisten und unbemerkt Schaden anzurichten. Dort kann ein Trojaner Ports öffnen, um Angreifern Zutritt auf Ihren PC zu ermöglichen. Gegen diese Schädlinge hilft, wie bei anderer Malware (Schadhafte Software), ein Virenschutz-Programm. Wichtig ist, dass dieses durch Updates stets auf dem neuesten Stand gehalten wird.
An der Hochschule der Medien wird das Thema Internet Security im Studiengang Medieninformatik behandelt. Mitglieder und Studierende des Studienganges organisieren auch dieses Semester einen "Security Day". Dort werden Vorträge aus verschiedenen Blickwinkeln über die Sicherheit im Netz gehalten.
Helene AdamSicherheits-Freeware
Für alle, die kein Geld für Schutz-Programme ausgeben möchten, aber trotzdem sicher im Netz surfen wollen, gibt es kostenlose Download-Möglichkeiten im Internet. Zu den bekanntesten zählen:
- Avira AntiVir bietet effektiven Schutz gegen Viren, Würmer und Trojaner. Die neue Version 9 hat zusätzlich einen Spyware-Schutz integriert.
- AVG Anti-Virus durchsucht den PC nach Viren und Spyware, bietet aber keinen Schutz gegen Phishing-, Keylogger- und Hacker-Attacken.
- AdAware spürt verdächtige Spyware-Tools auf der Festplatte auf. Echtzeitschutz ist mit der Funktion Ad Watch Life möglich.
- Spybot Search & Destroy sucht ebenso nach Spyware auf dem Rechner. Zusätzlich beseitigt er "Gebrauchsspuren" wie Cookies und Listen der zuletzt besuchten Websites und geöffneten Programme.
- Sollte der PC bereits infiziert sein, gibt es Removal-Tools wie die von AntiVir und Kaspersky. Diese versuchen, Schädlinge wie Viren und Würmer wieder zu entfernen.
