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30 Jahre Audiovisuelle Medien 21. Dezember 2009

Aus dem Keller ins High Definition-TV-Studio

1979 Jahren ging der Studiengang Medientechnik – heute Audiovisuelle Medien – an den Start. 16 Studenten hatten sich für das Studienangebot eingeschrieben, und fanden zunächst nur leere Kellerräume vor. Es gab noch keine Ausstattung, mit der sie hätten arbeiten können.

Reinhard Klein
Reinhard Klein
Monika Christner
Monika Christner

Ihre Nachfolger im Jahr 2010 dürfen sich freuen: Für sie bricht die neue Fernsehzukunft an, denn das TV-Studio der Hochschule wird HD-tauglich.

Diese Entwicklung im Studiengang ist auch ein Spiegel der Fernsehlandschaft, die damals eine andere war. Es gab drei öffentlich-rechtliche Programme, die privaten Rundfunkanstalten bereiteten sich gerade vor, auf Sendung zu gehen. Heute stehen in den heimischen Wohnzimmern HD-fähige Fernsehgeräte, für die es Produktionen zu erstellen gilt.

Der Mann der ersten Stunde im Studiengang Audiovisuelle Medien war damals Kurt Müll. Er kam als erster akademischer Mitarbeiter für Medientechnik an die Hochschule, die 1979 noch als Fachhochschule für Druck firmierte. Seine Aufgabe war es, Foto-, Film und Videostudios für die ersten Medientechnik-Studenten aufzubauen. Das erwartet ihn auch 2009. Gemeinsam mit Matthias Bürgel, Axel Hartz, Professor für Fernsehtechnik an der HdM, und Studierenden macht er das TV-Studio fit für die hoch aufgelöste Fernsehzukunft. „Wir sind gespannt, was kommen wird. Denn im Bereich der 3D-Produktionen wird es einige Weiterentwicklungen geben, auch die Diversifikation bei Displays und anderen Plattformen für Medieninhalte nimmt weiter zu", berichtet Müll.

Vier Jahre nach dem Start des Studiengangs begannen die Vorbereitungen für den damaligen Erweiterungsbau an der HdM. Dort sind seit 1998 unter anderem Regie und TV-Studio für die Studierenden der Audiovisuellen Medien untergebracht. Statt 80 Quadratmetern stehen seitdem 240 für die digitale Produktion von Live-Sendungen, Magazinen oder für Konzertaufzeichnungen zur Verfügung. „Dank der Unterstützung von Partnern aus der Wirtschaft gab und gibt es immer noch eine aktuelle und professionelle Ausstattung, mit der sich die Studenten auf den Einstieg in den Job vorbereiten können", erzählt Kurt Müll.

Wie dies Absolventen von damals und heute sehen, verraten Reinhard Klein und Monika Christner. Reinhard Klein ist heute, 30 Jahre nach seinem Abschluss im Studienfach Medientechnik, Geschäftsführer der AV MEDIEN BUSINESS PICTURES GmbH, Stuttgart. Monika Christner schloss 2008 ihr Studium erfolgreich ab und ist seit Oktober 2008 an der HdM im Masterstudiengang Elektronische Medien eingeschrieben.

Herr Klein, warum haben Sie Medientechnik studiert?

Reinhard Klein: Weil es in diesem Studiengang keine Chemievorlesung gab.

Wie hat Ihnen Ihr Medientechnik-Studium gefallen?

Reinhard Klein: Sehr gut! Wir waren ja das allererste Semester, das Medientechnik studieren konnte. Die Strukturen waren noch nicht so fest, die Dozenten waren noch am Ausprobieren, und unter uns Studenten waren einige "schräge Vögel", mich eingenommen.

Was war der Höhepunkt in Ihrem Studium?

Reinhard Klein: Höhepunkte waren für mich immer die einwöchigen Exkursionen, an denen ich nie teilgenommen habe. Am Baggersee war es schöner. Ansonsten waren es die Praktika. Bei uns waren das drei Produktionen in Gruppenarbeit: eine Diashow, ein 16mm-Kurzfilm und eine Videoproduktion. Hat Spaß gemacht!

Was war die größte Herausforderung in Ihrem Studienfach?

Reinhard Klein: Ganz klar Elektronik! Da musste ich zweimal antreten, und wenn ich heute mal schlecht träume, was etwa alle zwei Jahre vorkommt, dann träume ich, dass ich gar kein Medieningenieur bin, weil mir die Elektronikprüfung fehlt. Zu einer Traumatherapie gehe ich deshalb aber nicht. Eine besondere Herausforderung war es auch jedes Jahr, zum Anfang des Wintersemesters pünktlich aus den Ferien zurück zu sein. Das ist mir nie gelungen.

Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Reinhard Klein: Dass wir viele Freiheiten hatten, weil eben noch nicht alles fest definiert war. Wir alle, auch die Dozenten, waren noch in einer Orientierungsphase. Video für die Industrie war erst ganz in den Anfängen, Privatfernsehen hat es noch nicht gegeben. Das war eine interessante Zeit und auch die Medienentwicklung ist ein sehr interessantes Thema. Das war auch der Hauptgrund, neben der Chemie, weshalb ich Medientechnik studiert habe.

Was hat das Studium Ihnen für den Berufsalltag gebracht?

Reinhard Klein: Außer Grundkenntnissen erst mal nichts! Das war aber immerhin schon etwas, weil es außer den Fernsehsendern niemanden gab, der ausgebildet hat. Doch diese wollten uns nicht, weil wir ihnen zu wenig konnten! Wir haben unsere ersten Jobs in Videoproduktionsfirmen bekommen, die zu der Zeit neu gegründet wurden, vor allem von ehemaligen Fernsehmitarbeitern. Ich selbst habe sofort nach dem Studium selbstständig gearbeitet.

Was würden Sie Studenten der audiovisuellen Medien heute als Tipp mitgeben?

Reinhard Klein: Neben der technischen Qualität auch auf inhaltliche Qualität zu achten. Medienschaffende haben auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen oder zur HdM?

Reinhard Klein: Ja, es sind einige in Stuttgart und in der Umgebung geblieben. Wir sind zu fünft und treffen uns alle paar Wochen, demnächst wieder zum Gans-Essen. Ansonsten organisieren wir alle paar Jahre ein Treffen mit allen Ehemaligen, zu dem immer noch ein Großteil kommt.

Würden Sie sich noch einmal für das Studium entscheiden?

Reinhard Klein: Tatsächlich käme irgendwas mit Medien infrage, und sicherlich auch die HdM. Mit meiner Erfahrung würde ich aber einiges anders machen.

Frau Christner, Warum haben Sie Audiovisuelle Medien studiert?

Monika Christner: Ich wusste nach dem Abi nicht so richtig, was ich eigentlich machen soll und habe deswegen sehr viel im Internet recherchiert. Dabei bin ich dann auf die HdM und das Studium gestoßen. Der Studiengang klang sehr spannend, wobei mich dabei besonders die Vielfalt der verschiedenen Richtungen interessiert hat, die im Studium abgedeckt werden sollten.

Wie hat Ihnen Ihr Studium gefallen?

Monika Christner: Im Großen und Ganzen hat mir das Studium sehr gut gefallen. Es gab einige Vorlesungen, auf die ich gerne verzichtet hätte, die aber leider zum Pflichtteil des Studiums gehörten. Aber auch diese Vorlesungen hatten letztlich ihre guten Seiten.

Was war der Höhepunkt in Ihrem Studium?

Monika Christner: Zu meinen Höhepunkten gehören die Studioproduktionen. Die Produktionssemester sind zwar immer sehr anstrengend, aber sie sind auch diejenigen, in denen man am meisten lernt. Außerdem ist es einfach klasse, wenn man nachher sagen kann:„Hey, das ist mein Film!"

Was war die größte Herausforderung in Ihrem Studienfach?

Monika Christner: Im Grundstudium hatte ich ziemlich große Probleme mit Informatik. Elektronik war auch nicht ganz ohne. Im Hauptstudium waren dann die Studioproduktionen eine große Herausforderung. Es gab so viel Neues zu lernen und zu beachten, dass es teilweise ganz schön heftig war. Aber wie gesagt, die Produktionen sind zwar anspruchsvoll, aber auch immer eine tolle Erfahrung.

Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Monika Christner: Das Lernen auf die „Sechs-Fächer-Prüfung" während der Fußball-WM.

Was hat Ihnen das Studium für Ihr Master-Studium gebracht?

Monika Christner: Da ich meinen Master auch an der HdM mache, baut er recht gut auf dem Bachelor-Studium auf. Sowohl technische als auch gestalterische Grundlagen konnte ich im Master noch weiter ausbauen.

Was würden Sie Studenten der Audiovisuellen Medien heute als Tipp mitgeben?

Monika Christner: Lasst Euch nicht zu sehr stressen und nehmt so viel Praxiserfahrung mit, wie Ihr nur könnt.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen?

Monika Christner: Ja, zu mehreren. Teilweise studieren wir zusammen im Master und teilweise halten wir einfach so Kontakt. Wie das eben so mit Freundschaften ist.

Würden Sie sich noch einmal für das Studium entscheiden?

Monika Christner: Ja. Ich denke es gäbe noch einige Punkte zu verbessern, aber im Großen und Ganzen fand ich das Studium gut.

Frau Christner, Herr Klein, vielen Dank für das Gespräch.

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30 Jahre Audiovisuelle Medien

Kontakt

Name:
Kurt Müll  Elektronische Visitenkarte
Funktion:
Techn. Angestellter
Studiengang:
Audiovisuelle Medien (Diplom)
Fakultät:
Fakultät Electronic Media
Raum:
U33, Nobelstraße (Neubau)
Telefon:
0711 8923-2859
E-Mail:
muell@hdm-stuttgart.de
Name:
Prof. Axel Hartz  Elektronische Visitenkarte
Funktion:
Professor
Studiengang:
Audiovisuelle Medien (Bachelor)
Fakultät:
Fakultät Electronic Media
Raum:
318, Nobelstraße (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2201
E-Mail:
hartz@hdm-stuttgart.de