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Kaboom! 29. Juni 2011

Al Qaida sucht neuen Markennamen

Nach Aussagen des Spiegel haben Osama bin Laden kurz vor seinem Tod Imageprobleme geplagt: Der Name Al Qaida sei viel zu negativ besetzt, soll er sich in Briefen geäußert haben. Und was läge da näher als ein kompletter Relaunch der Marke?

Deshalb regte er die Namensänderung Partei der Einheit Gottes und des Dschihad oder Gemeinschaft für die Wiederherstellung des rechtgeleiteten Kalifats an. Bin Ladens Problem griff das US Magazin Wired auf und lässt Leser Vorschläge für einen neuen Markennamen machen.

"Wenn sogar Bin Laden glaubte, Al-Qaida habe ein Image-Problem, dann ist sie echt im Eimer," stellte die Wired-Redaktion fest und wandte sich eindringlich an ihre Leser. Um einen Fehler an Al Qaida wieder gut zu machen, denn Schuld am schlechten Image seien nämlich - mal wieder - die Amerikaner. Diese hätten den vollen Namen von Al Qaida - Tandhim Qaidat al-Dschihad verkürzt und damit besudelt, mithin unattraktiv gemacht. Und so sollten die Leser einen vermarktungsfähigen Markennamen suchen. Hier die besten Vorschläge:

Namensvorschläge der Wired-Leser

  • "The Abbotabad Golf and Jihad Club" ("Der Golf- und Dschihadclub von Abbotabad")
  • "Goat Busters" ("Ziegen-Burschen", Anspielung auf den Film "Ghost Busters")
  • "Explodia" (Anspielung auf das Internet-Reiseportal "Expedia")
  • "Nuts" ("Durchgeknallt")
  • "Angry Beards" ("Verärgerte Bärte", in Anspielung auf das Computerspiel "Angry Birds")
  • "Kandahar Ardent Brotherhood Of Orthodox Muslims (KABOOM)" ("Kandahars Inbrünstige Bruderschaft Orthodoxer Muslime")
  • "Planes Against the Machine" ("Flugzeuge gegen den Apparat", in Anspielung auf die Band "Rage against the Machine")
  • iQaeda (siehe iPod)
  • "Terrorists Without Borders" ("Terroristen ohne Grenzen", in Anspielung auf die Ärztehilfs-Organisation)
  • "People for Extreme Terrorist Adventures (PETA)" ("Menschen für extreme Terror-Abenteuer", in Anspielung auf die ebenso abgekürzte Tierrechtsorganisation)

Strategisch rangehen

Selbstverständlich handelt es sich bei Al Quaida um eine über Jahre hinweg aufgebaute Marke. Wenn man da an eine Neupositionierung denkt, sollte man dann wirklich nur den Namen ändern? Gilt es nicht vielmehr strategisch vorzugehen, erst einmal Situation, Markt und Zielgruppe zu analysieren? Ziele zu definieren, anschließend Corporate Image, Corporate Design und eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln? Alles Fragen, die auch im Netz diskutiert werden. Vielleicht würden diese strategischen Überlegungen ja auch bei der Namensfindung helfen. Denn seien wir einmal ehrlich: "The Abbotabad Golf and Jihad Club" ("Der Golf- und Dschihadclub von Abbotabad") wendet sich eher an den distinguierten Gentleman mit der Rolex am Handgelenk, während iQaeda die junge Lifestyle-Elite anspricht. Und "Kandahar Ardent Brotherhood Of Orthodox Muslims (KABOOM)" (siehe Liste) ist vielleicht eher für die Action-orientierte, männliche Zielgruppe geeignet (trinkt Coke Zero, verehrt Bruce Willis und spielt Call of Duty).

Schnelle Lösung

Das alles erfordert jedoch viel Zeit und Planung. Dabei wäre schnelles Handeln gefragt. Der Zeitpunkt für einen Imagewechsel scheint nach dem Tod Osama bin Ladens perfekt. Clever daher auch der Vorschlag aus einem Forum, einfach eine bekannte Marke wie Nokia oder Siemens aufzukaufen und deren Namen anzunehmen. Der Imagetransfer könnte klappen...

Quellen:

www.spiegel.de
www.wired.com

 

Corinna Kübler

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