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Kuriose Karnevalsbräuche 14. Februar 2012

Clown in Schokosauce wirft Orangen

Karneval ist mehr als Pappnasen, Kamelle und Alkohol. Auf der ganzen Welt gibt es Bräuche, die auf einer langjährigen Tradition beruhen. Einige davon sind überaus kurios. Passend zur Karnevalszeit stellen wir acht verrückte Karnevalsbräuche weltweit vor.

Foto: wikipedia.de/pikaluk
Foto: wikipedia.de/pikaluk

Schlagende Teufel in La Vega, Dominikanische Republik

http://www.tuaventura.org

In der dominikanischen Karnevalshochburg Concepción de la Vega wird der "Carnaval vegano" gefeiert. Ein Brauchtum ist der "Diablos cojuelos", der hinkende Teufel, der für reichlich blaue Flecken sorgt. Jeden Sonntag im Februar ziehen Menschen in Teufelskostümen mit überdimensionalen Vampirzähnen und verzerten Fratzen um den Parque de las Flores und versohlen die anderen Narren mit Stöcken, an die Gummibälle befestigt sind, den Hintern. Der Brauch stammt aus einer Legende, dernach der Satan den Teufel auf die Erde warf, um die Narren für ihre Sünden zu bestrafen. Er nennt sich der „hinkende Teufel", weil er sich dabei den Fuß verletzte.

Das Sardinenbegräbnis auf den Kanarische Inseln

Zwar wird Teneriffa als Zentrum des närrischen Treibens der Kanarischen Inseln angesehen, aber auch auf den Nachbarinseln wird kräftig gefeiert. Ein Brauch ist dabei wirklich skurril: In Murcia in Südostspanien wird zum Ende des Karnevals eine Sardine begraben ("El entierro de la sardina"). Die riesige Sardine aus Pappmaschee symbolisiert den Karneval, der Abschied nimmt. Sie wird auf einem Festplatz unter lautem Wehklagen der schwarz gekleideten Trauergäste verbrannt und begraben. Oft wird das Spektakel mit einem großen Feuerwerk umrahmt.

„Dat wör der Nubbel!" in Köln, Deutschland

Eine ähnliche Zeremonie ist auch aus dem Kölschen Karneval bekannt. Hier wird jedes Jahr um Mitternacht des Veilchendienstags der Nubbel verbrannt. Der Nubbel ist eine angekleidetet, mannsgroße Strohpuppe, die als Sündenbock des rheinischen Karnevals gilt. Er hängt während der Karnevalstage über vielen Kneipen und nimmt alle Sünden auf, die am Karneval geschehen. Vor der Verbrennung des Nubbels wird eine Anklageschrift vorgetragen und mit rhetorsichen Fragen beendet, die dann von einer lauten Menge mit „De Nubbel war's" oder „Dat wör der Nubbel!" beantwortet werden. Unter lautem Getose werden daraufhin die Strohpuppen verbrannt und der Aschermittwoch kann beginnen.

Kondomregen in Salvador da Bahia, Brasilien

In der Hafenstadt Salvador feiert man den größten Straßenkarneval der Welt, der als "Bahia: major explosão de alegria" (zu Deutsch: "Bahia, die größte Explosion der Lust") bezeichnet wird. Vor Beginn gibt der Bürgermeister dem dicken König, symbolisiert durch einen besonders schwer gewichtigen Mann, den Stadtschlüssel. Die Zeremonie steht dafür, dass in den kommenden Tagen Spaß und Ausgelassenheit regieren. Statt Karamellen fliegen kübelweise Kondome von den Festwagen, die an diesen freizügigen Karnevalstagen für sich sprechen.

Ein fliegender Engel in Venedig, Italien

Der "Carnavale di Venezia" ist weltberühmt. So auch der „volo dell' angelo" (= Engelsflug), der Venedigs Karneval einläutet. Dabei schwingt sich zur Mittagszeit eine berühmte Persönlichkeit von dem 99 Meter hohen Campanile auf den Markusplatz herab - ein waghalsiges Spektakel. Etwa 80 000 Touristen bestaunen jährlich den akrobatischen Engel, der einen meterlangen, häufig weißen Umhang trägt. Übrigens: in keiner Städte-Fastnacht gibt es so viele schöne, wunderbare Maskenträger wie in Venedig. Der Brauch geht auf die Maskenträger der Theater in der Antike und die spätere Commedia dell'arte zurück, die soziale Rollen symbolisierte und den Schauspielern zudem das Sprechen erleichtern sollte.

Orangenschlacht in Ivrea, Italien

http://akujom.files.wordpress.com

Diese italienische Stadt ist mit etwa 25.000 Einwohnern deutlich kleiner als Venedig, der Brauch allerdings um einiges verrückter: Bei der "Battaglia delle arance" handelt es sich um eine riesige Apfelsinenschlacht, bei der sich mehrere Teams aus unterschiedlichen Stadtteilen gegenseitig mit Orangen bewerfen. Diese Tradition stammt bereits aus dem Mittelalter. Damals hatten Bewohner der Stadt einen grausamen Feldherren mit essbaren Wurfgeschossen vertrieben. Aus dieser Geschichte wurde ein Karnevalsbrauch, bei dem es pro Jahr zu 150 bis 200 Verletzten durch Orangenbeschuss kommt.

Rennende Männer auf High Heels in Puerto de la Cruz, Teneriffa

http://farm3.static.flickr.com

In Puerto de la Cruz auf Teneriffa findet alljährlich zur Karnevalszeit ein Hindernisrennen statt, allerdings kein gewöhnliches: Die Teilnehmer sind Männern auf High Heels! Für den Hindernis-Parcours schlüpfen die Männer in sexy Frauenkleider und High Heels, die mit bis zu 12 Zentimetern Absatz zu den höchsten zählen. Das Rennen startet auf dem Plaza de Europa und endet am Hafen der Stadt. Stürze, verlorene Kostüme und abgebrochene Absätze gehören zum Programm, dem einen johlende Menge zusieht.

 

Clowns in Schokosauce in Port of Spain, Trinidad und Tobago

http://1.bp.blogspot.com

Am frühen Rosenmontag gibt es in der Hauptstadt des Inselstaates einen ganz besonderen Umzug, den "J'ouvert". Die Teilnehmer beschmieren sich gegenseitig mit Rohölschlamm und Schokosauce. Warum gerade dies? Die Unterschiede zwischen arm und reich sollen an diesem Tag verwischt werden. Die Hotels bieten deshalb Außenduschen an, damit die Karnevalisten sich vor dem betreten von ihrem Dreck befreien können. Anschließend geht es dann in heißer Unterwäsche durch die Lobby...

 

Claudia Langer

Quellen: Clown in Schokosauce wirft Orangen

http://www.presseportal.de
http://www.zehn.de
http://www.focus.de
http://kati-wrann.suite101.de
http://www.koelner-karneval.info


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