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Kongress

"Mein Smartphone macht mich fünf Prozent hübscher"

Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan war mit diesem Satz nicht der einzige, der beim DMMK Young Professionals am 13. November 2010 die Zuhörer in seinen Bann zog. Spannende Vorträge und eine lockere Atmosphäre zeichneten den Kongress für junge Nachwuchskräfte aus.

DMMK Young Professionals 2010
(Fotos: Sabrina Konrad)

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Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan

Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan

Feliks Eyser mit Veit Rambacher (von links)

Feliks Eyser mit Veit Rambacher (von links)

Der Kongress war gut besucht

Der Kongress war gut besucht

Jens Schmidt, ADC-Fachvorstand für digitale Medien (Fotos: Sabrina Konrad)

Jens Schmidt, ADC-Fachvorstand für digitale Medien (Fotos: Sabrina Konrad)

Er wurde von der MFG Baden-Württemberg mit Unterstützung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft e.V. und der Hochschule der Medien Stuttgart veranstaltet. Dr. Ute Hilmer, MFG Baden-Württemberg und Professor Harald Eichsteller, Studiendekan des Master-Studiengangs Elektronische Medien der HdM, erläuterten in ihrer Begrüßungsrede die Idee der Veranstaltung: Junge, talentierte Nachwuchskräfte sollten mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt treten. Denn junge Talente bereichern die Kreativwirtschaft mit frischen Ideen und spannenden Konzepten, so ADC-Fachvorstand für digitale Medien, Jens Schmidt.

Das Vorhaben ist ihnen gelungen. Interessante Gäste lieferten mit praxisbezogenen Vorträgen Einblicke in die Branche. Und nebenher wurde - ganz dem Thema entsprechend - kräftig getwittert.

„Regel Nr. 8: Erzähl keinen Quatsch!" (derMfG, Twitter)

Insgesamt 20 Regeln, denen man im Social Web folgen soll, hatte man zusammen, wenn man sowohl den Vorträgen von Ibrahim Evsan und Björn Sternsdorf lauschen durfte. Sehr fordernd wirkten besonders die Aufrufe Evsans, mehr im Internet zu partizipieren, sich zu integrieren, kontinuierlich auf den wichtigen Social Media Plattformen Beiträge zu posten und transparenter - eben ein „Onliner" - zu sein. So nennt er die Menschen, die sich klar von ihrem Gegenüber, den „Offlinern" unterscheiden. „Onliner" lieben seiner Auffassung nach digitale Geräte, streicheln sie sogar ab und zu und betreiben „Sharing" in Perfektion. Mit Absicht spricht er nicht von „Digital Natives", denn dann - so sagt er selbst - wäre er ja auch einer. Im Internet sei proaktives statt reaktives Verhalten wichtig. Jeder müsse an seiner Online-Reputation arbeiten und man solle bei Google zu finden sein. Würde es in der Suchmaschine keine Treffer geben, sei ihm das sofort unheimlich. Evsan ermunterte zwar zur intensiven Nutzung des Social Webs, ermahnte aber auch: „Nutze das Netz bewusst und sei dir selbst bewusst". Über das Web hinaus seien persönliche Kontakte weiterhin wichtig und sollten genauso gefördert werden. Generell müsse sich aber die Mentalität grundlegend ändern, hin zu „Open Mind", „Open Culture" und „Open Source". Das sei für ihn die Zukunft.

„Social Media sollte nicht nur ein One-Night-Stand sein - Björn Sternsdorf." (toabi, Twitter)

In eine andere Richtung wiesen die Regeln von Björn Sternsdorf, einem Absolventen der HdM, der mit Boris Lakowski ein Unternehmen für Strategieberatung in der digitalen Markenführung gegründet hat. Sternsdorf hält Facebook immer noch für eine Insel gegenüber E-Mail und SMS. Überhaupt fände die „Spoken Language" nach wie vor viel massiver statt. Man verdiene nicht mehr oder weniger Geld, wenn man nicht im Social Web aktiv sei. Schließlich sei Social Media weiterhin ein kleiner Anteil von Kommunikation, die auf dem Markt stattfindet. So schlägt er vor, sich nur auf die Lösung von real existierenden Businessproblemen zu beschränken. „Wenn Social Media die Antwort ist - was war noch mal die Frage?" ist Sternsdorfs Antwort für Unternehmen, die sich im Social Web einbringen möchten. Wichtig sei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Auch sei eine Online-Präsenz auf bestimmten Plattformen manchmal nicht von Vorteil, wie etwa bei Golden Toast. Hier stellt sich Sternsdorf die Frage: „Will ich mit einem Toast befreundet sein?"

„Sehr interessant! Das Gründerpanel im Aquarium." (tobiasbecker, Twitter)

Erstmalig gab es auf dem DMMK Young Professionals einen Workshop für Existenzgründer. Durch das Programm führte Veit Rambcher vom HdM-Gründerzentrum. Im Start-Up-Workshop sollten die Studenten dazu animiert werden, eigene Ideen umzusetzen und ihr kreatives Potential voll auszuschöpfen. Drei junge, erfolgreiche Gründer gaben in diesem Workshop ihre Erfahrungen an die Teilnehmer weiter, darunter Felix Eyser, der mithilfe eines Gründerstipendiums das Unternehmen „RegioHelden GmbH" aufgebaut hat. Neben seinen Ausführungen zu den grundlegenden Stationen der Unternehmensgründung beantwortete er wertvolle Fragen zu Gründerstipendien und gab auch hilfreiche Tipps. Sein Erfolgsrezept: „Weniger ist mehr". Man solle den Fokus auf seine Kernkompetenzen setzen, sich immer wieder Feedback holen und ein organisiertes System aufbauen - mit einer klaren Trennung von Unternehmer, Manager und Handwerker.

„Abgefahren. Mit einer einzigen E-Mail wurden 22 Mio. Dollar für den Wahlkampf generiert." (dbarchmann, Twitter)

Yes, we can! Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Barack Obamas Kampagnenberater Julius van de Laar. Unter dem Titel „Politische Kommunikation 2.0" legte er dar, wie für den Wahlkampf 2007/2008 in den USA Social Media eingesetzt - und damit auch die Wahl gewonnen wurde. Beeindruckend war vor allem die Datenmenge, die die Kommunikationsverantwortlichen dank der niedrigen Datenschutz-Restriktionen in den USA sammeln konnten. Dadurch wurde gezieltes „Targeting" und eine genaue Zielgruppenfokussierung erst möglich. Ebenfalls abgefahren: eine iPhone-App, in der die Datenbank der Wähler integriert ist und die per GPS Leute im Umkreis ausfindig macht, die Obama wählen.

„Jetzt Podiumsdiskussion beim DMMK." (Konstantinnobel, Twitter)

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion tauschen sich Personalleiter von Porsche, digital media center und 1&1/Web.de/GMX über die Anforderungen aus, die Unternehmen an Bewerber heutzutage stellen. Die Young Professionals erfuhren aus erster Hand, wie Unternehmen aus der Internetbranche Talente gewinnen und wie die Arbeitsplätze in der digitalen Kreativwirtschaft künftig aussehen werden.

„Tollen Tag auf dem DMMK in Stuttgart erlebt [..]. Danke und allen noch einen schönen Abend." (dbarchmann, Twitter) 

Claudia Langer

Weitere Tweets zum DMMK Young Professionals

„Die meisten Menschen machen im Netz nur das, was sie auch vor dem Fernseher machen. - Björn Sternsdorf" (derMfG)

„Die Social Media-Begeisterung von Ibrahim Evsan war ganz schön ansteckend." (mzabka)

„DMMK war super interessant." (Daniela_R87)

„Julius van de Laar spricht über den gläsernen Wähler und wie Daten für den Wahlkampf gewonnen wurden. Beängstigend." (dbarchmann)

„Gründer-Panel hat Spaß gemacht mit smarten Co-Speakern Felix Eyser und Oliver Moser." (elaspix)

„Vortrag von Syliva Neubauer (E-Plus-Gruppe) über CRM klingt gut. Sollten sich einige andere Unternehmen stärker zu Herzen nehmen." (toabi)

„Dominic Nemec von fischerAppelt stellt smart studio tv vor. Mega sympathisch, lustig und interessant." (dbarchmann)

VERÖFFENTLICHT AM

17. November 2010

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