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Süddeutsche Büchereischule

75 Jahre bibliothekarische Studiengänge in Stuttgart
Die Villa in der Feuerbacher Heide nach dem Krieg

Der unermüdlichen, politisch nicht belasteten Luise Kolb gelang es nach zähen Verhandlungen, nach dem Krieg eine Neugründung durchzusetzen und im Herbst 1946 mit den Lehrveranstaltungen wieder zu beginnen. Der Rest der vierziger Jahre war damit ausgefüllt, die Vergangenheit aufzuarbeiten, d. h. denjenigen, die ihr Studium wegen des Kriegs unterbrechen hatten müssen, einen Abschluß zu ermöglichen, Heimkehrer, Vertriebene und anderen Kriegsgeschädigte für einen Beruf zu qualifizieren und den Nachwuchs für ein neues, demokratisches öffentliches Bibliothekswesen heranzubilden.

Der erste Schwung erlahmte rasch, die Schule konnte sich aus verschiedenen Gründen nur schwer weiter entwickeln und kam über zwei Lehrkräfte - Dr. Luise Kolb und Annedore Weitbrecht, seit 1965 Herrmann Waßner - nie hinaus. Mehr als 30 Absolventinnen und Absolventen pro Lehrgang gab es selten.

Sicherlich spielte auch die ungeklärte Statusfrage der Schule eine Rolle. Die Trägerschaft lag bei der Stadt Stuttgart, das Personal wurde vom Land bezahlt, aber keiner von beiden wollte in einen Ausbau investieren. 1960 kam es, nicht zuletzt aufgrund personeller Differenzen, zu einem Eklat: Dr. Luise Kolb wurde an eine höhere Schule versetzt.

Auszug aus einer Sonderausgabe des Kultusministeriums Baden-Württemberg vom Mai 1959 "Die Ausbildung für den bibliothekarischen Dienst an Öffentlichen Büchereien", Vorwort und vergleichende Stundenübersicht der Süddeutschen Büchereischule von 1959.

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75 Jahre bibliothekarische Studiengänge in Stuttgart
Dr. Luise Kolb 1992
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