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Hörmedien sind ein Zukunftsmarkt

Im Rahmen des Kreativraums Stuttgart fand am 08.05.2009 der 1. Fachkongress Hörmedien statt, der sich vor allem an den Buchhandel und an Verlage richtete. Die Keynote hielt Prof. Dr. Richard Stang von der HdM, der über die "Renaissance der Hörmedien" referierte.

Ausgehend von der zentralen Bedeutung des Hörens für die Kommunikation und die Sprache zeigte er sechs Megatrends auf, die für den zukünftigen Hörmedienmarkt von zentraler Bedeutung sein werden. Neben den technischen Dimensionen wie Digitalisierung und Miniaturisierung wies er darauf hin, dass die Hörmedien vor dem Hintergrund der zunehmenden Mobilitätszumutung in modernen Gesellschaften immer mehr an Bedeutung gewinnen werden, was sich heute schon in jedem Zug zeigen lässt, wo die Menschen mit Kopfhörern inzwischen in der Mehrheit sind. Dies ist auch ein Hinweis auf die fortschreitende Individualisierung, die auch im erhöhten Bedarf an personalisierten Medienangeboten zum Ausdruck kommt.

Der demographischen Wandel und die kulturelle Dimension des Hörens

Zwei Trends rückte Richard Stang ins Zentrum seiner Ausführungen: den demographischen Wandel und die kulturelle Dimension des Hörens. In dem Maße, in dem die Gesellschaft älter wird, werden auch Hörmedien nachgefragt werden, die für ältere Menschen bequem sind. Dies wird sich nicht nur in der Entwicklung von altersadäquaten Geräten niederschlagen sondern auch in Hörproduktionen, die problemlos in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt und somit den individuellen Hörmöglichkeiten angepasst werden können. Auch die Zielgruppe der Migranten/innen ist bislang nur wenig in Produktplanungen in Blick genommen worden.

Neue Sensibilität gegenüber der Hörumgebung

Ein Trend, der sich derzeit entwickelt, ist eine neue Sensibilität gegenüber der Hörumgebung. Die Stadt Linz hat im Rahmen von Europäischer Kulturstadt 2009 das Konzept der Hörstadt entwickelt, zu dem auch die Initiative "Beschallungsfrei - Zone ohne Hintergrundmusik" gehört, der sich bereits viele Institutionen in Linz angeschlossen haben. Bei der Zunahme an Hörbelästigungen im Alltag ist davon auszugehen, dass dieses Thema in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Mit Fragen, wie akustische Landschaften und Höroasen der Zukunft gestaltet werden können, wie Zuhörförderung betrieben werden kann usw., werden sich auch Hörmedienverlage beschäftigen müssen, wenn sie am Markt reüssieren wollen. Auf der Fachtagung wurden anschließend im Rahmen von Workshops Möglichkeiten des Marketings für Hörmedien bearbeitet.



Kontakt:
Prof. Dr. Richard Stang
E-Mail: stang@hdm-stuttgart.de

19. Mai 2009

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