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Offene Pforten und der "größte Fragebogen der Welt"

Prof. Dr. Michael Burmester, Prodekan für Forschung der Fakultät III
Prof. Dr. Michael Burmester, Prodekan für Forschung der Fakultät III
Das Mitmach-Event "YouAreClang"
Das Mitmach-Event "YouAreClang"
Teilnehmer zeichnen an einem Multitouch-Tisch
Teilnehmer zeichnen an einem Multitouch-Tisch

Am 22. Juni 2011 veranstaltete die Fakultät Information und Kommunikation der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart den Tag der Forschung. Ziel war es, das Forschungsklima an der Hochschule zu fördern und Menschen mit ähnlichen Forschungsinteressen oder Herausforderungen zusammenzubringen.

"Dieser Tag ist eine Aufforderung an Studierende, Absolventen, Forscher und Lehrende", sagte Prof. Dr. Michael Burmester, Prodekan für Forschung der Fakultät, in seiner Eröffnungsrede. "Wir wollen die Forschungsaktivitäten an der HdM verstärken und Ihnen helfen, sich für Forschungsprojekte zu vernetzen. Unsere Pforten sind geöffnet." Burmester verkündete außerdem, dass in der Fakultät Information und Kommunikation eine Forschungsprofessur geschaffen wird, um die Forschung in der Fakultät weiter zu fördern. Eine forschungsorientierte Professorin oder ein Professor der Fakultät könne damit das Lehrdeputat für zwei Semester zugunsten der Forschung reduzieren.

Als innovative Form Informationen zu Fragen des Dekanats und des Unabhängigenoder Allgemeinen Studierendenausschusses (UStA/AStA) zu erheben, gab es den laut Burmester "größten Fragebogen der Welt". Dazu wurden zehn Fragen auf Plakate geschrieben und im gesamten Gebäude in der Wolframstraße verteilt. Darauf konnten Studierende, Mitarbeiter und Professoren beispielsweise mitteilen, was ihnen das Thema Forschung bedeutet.

Insgesamt wurden über den Tag verteilt 29 Vorträge und 17 Events angeboten, unter anderem zu aktuellen Entwicklungen in der Kreativwirtschaft, E-Books, Serviceroboter für ältere Menschen, Informationsgrafiken, klimaneutrale Veranstaltungen oder Cloudcomputing.

Wie recherchieren Studierende?

Zu den Forschungsthemen, an denen die Studierenden arbeiten, zählen auch elektronische Bücher: Kathy Heintz und Eileen Weber aus dem Master-Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement und dem Bachelor-Studiengang Informationsdesign stellten ihre Think-Aloud-Studie zu den Recherche- und Lesegewohnheiten von Studierenden vor. Sie führten dazu Think Aloud-Tests mit etwa 70 Studierenden an Stuttgarter Hochschulen durch. Bei der Think-Aloud-Methode bekommen die Befragten Aufgaben gestellt und sollen bei deren Bearbeitung alles, was sie denken und tun, laut aussprechen. Die Ergebnisse der Tests werden derzeit ausgewertet. Die beiden Forscherinnen gaben aber schon erste Einblicke: Sie entdeckten sechs verschiedene Lese- und Recherchetypen, vom "Öko" über den "Bequemen" bis hin zum "Infosucher". Das Projekt ist Teil einer Forschungsreihe zur Akzeptanz und Nutzung von E-Books unter der Leitung von Professor Sebastian Mundt.

Forschung zum Mitmachen

Neben den Vorträgen konnten die Besucher bei interaktiven Events mitmachen, etwa bei "YouAreClang" von Martin Ecker und Julian Henschel aus dem Studiengang Informationsdesign. Hier wurden Gäste zu Klangobjekten in einem Raum. Mit der Microsoft-Kinect wurden die Bewegungen der Teilnehmer gefilmt. Abhängig von ihrer Position entstanden dann unterschiedlich hohe und schnelle Töne.

Passen die Ideen von Nutzern und Gestaltern zusammen? Das war die zentrale Frage des Projekts "Collaborative Sketching", ebenfalls aus dem Studiengang Informationsdesign. An einem Multitouch-Tisch konnten drei Teilnehmer gleichzeitig zeichnen, wie sie sich Icons für Funktionen wie "Hilfe", "Startseite" oder "Exportieren/Importieren" vorstellen. Am Ende wurden die Ideen von Gestaltern und "Nicht-Gestaltern" miteinander verglichen.

Auszeichnungen für die besten Arbeiten Zum Abschluss des Forscher-Tages wurden die Preisträger des "Best Paper Awards" gekürt. Studierende waren aufgerufen, dafür ihre Arbeiten einzureichen. Zwei Preise wurden vergeben. Den ersten erhielt Filipe Campos Santos vom Studiengang Wirtschaftsinformatik. Sein Paper setzt sich mit einem sehr technischen Thema auseinander und beschreibt, wie durch eine so genannte "Push-Architektur" die Auslastung von Servern im Internet reduziert werden können. "Der Beitrag ist sehr systematisch aufgebaut und stringent argumentiert", fand die Jury. Santos wurde von Prof. Dr. Wolf-Fritz Riekert betreut. Julia Dobermann und Katrin Ellice Heintze aus dem Studiengang Informationsdesign erhielten den zweiten Preis. Unter der Betreuung von Prof. Ralph Tille analysierten sie die Verständlichkeit von Businessgrafiken und erarbeiteten Lösungen, die die Kernaussagen solcher Grafiken erheblich vereinfachen. Die Auszeichnung honoriert die Tiefe und den Detaillierungsgrad der Analyse sowie die Klarheit der Alternativentwürfe, urteilte die Jury.

Mit der Premiere waren die Initiatoren des Tages der Forschung zufrieden. "Die Veranstaltung war ein Erfolg und eine sehr gute Gelegenheit zum fachlichen und wissenschaftlichen Austausch", bilanzierten sie. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist geplant.

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Kontakt:
Prof. Dr. Michael Burmester
Telefon: 0711 25706-101
E-Mail: burmester@hdm-stuttgart.de

31. Juli 2014


Tag der Forschung 2011

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