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Masterarbeit mit durchschlagendem Erfolg

Cornelius Bauknecht und Prof. Cornelia Vonhof
Cornelius Bauknecht und Prof. Cornelia Vonhof
Ausgezeichnet: Cornelius Bauknecht
Ausgezeichnet: Cornelius Bauknecht

Mit seiner Master-Thesis "Prozessmanagement in Bibliotheken, Methoden und Werkzeuge für die Praxis", betreut von Prof. Cornelia Vonhof, hat Cornelius Bauknecht gleich reihenweise Preise abgeräumt.

So hat er den Master-Preis der ekz.bibliotheksservice GmbH und des Vereins der Freunde und Förderer der HdM (Januar 2012), den "Best Paper Award" für ein wissenschaftliches Paper der Fakultät Information und Kommunikation der HdM (Mai 2012) und den "Poster Award" für die Posterpräsentation seines Themas auf dem Bibliothekartag 2012 in Hamburg (Mai 2012) erhalten.

In der Arbeit hat er strategische und operative Einsatzfelder von Prozessmanagement als Managementinstrument beleuchtet. Er stellte die theoretischen betriebswirtschaftlichen Grundlagen der aktuellen praktischen Anwendung in Bibliotheken gegenüber und entwickelte ein Konzept für die Branche. Dazu zählt ein auf Web-2.0-Technologie basierendes Tool, ein sogenanntes Wiki, um das Thema Prozessmanagement in Bibliotheken in Zukunft voranzubringen.

Im Gespräch mit Irina Sinner von der HdM-Hochschulkommunikation erläutert Bauknecht, was ihn am Thema interessiert und wie er das Thema weiter verfolgt:

Mit Ihrer Abschlussarbeit konnten Sie mehrfach punkten. Warum kommt das Thema an?

Prozessmanagement in Bibliotheken ist ein aktuelles Thema. Bibliotheken, aber auch die Träger vieler Bibliotheken betreiben Qualitätsmanagement. Die Prozessabwicklung macht einen großen Teil des Verfahrens aus. Interviews ergaben, dass die Durchführung von Prozessmanagement einen großen Nutzen mit sich bringt, trotz des hohen Aufwands, der dahinter steckt. Sobald es beispielsweise um Einsparungen geht, können Bibliotheken mit Hilfe ihres Prozessmanagements anhand von Belegen für die einzelnen Prozesse nachweisen, an welchen Stellen das Budget notwendig ist und wo intelligent gespart und Optimierungen vorgenommen werden können. Ein weiterer großer Nutzen ist die Möglichkeit, die im Prozessmanagement entstanden Dokumente für andere Zwecke weiterzuverwenden.

Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie im Prozessmanagement von Bibliotheken?

In den nächsten Jahren spielt die Strategie der Bibliotheken eine wichtige Rolle. Zusätzlich wird sich auch in der Anwendung ein großer Nutzen zeigen, etwa in der Weiterentwicklung der Bibliotheken und ihren Prozessen. Jede Bibliothek setzt dabei in Zukunft ein Prozessmanagement ein, das die eigenen Bedürfnisse berücksichtigt, und verknüpft dies mit weiteren Managementinstrumenten, beispielsweise einem Qualitätsmanagement. Der Einsatz verschiedener Tools und Werkzeuge wird ebenfalls ein Trend sein.

Wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Managementthemen interessierten mich schon lange. Im Masterstudium habe ich Seminare im Bereich Public Management belegt, unter anderem bei Prof. Cornelia Vonhof. In einem Gespräch mit ihr entstand die Idee. Sie empfahl mir dieses aktuelle Thema und hat mich gut beraten.

Was hat Sie daran begeistert?

Ich konnte meine beiden Interessen - Management und IT so miteinander verbinden. Durch Interviews in unterschiedlichen Bibliotheken hat sich meine Master-Thesis als tolle Verknüpfung von Theorie und Praxis erwiesen.

Was waren die größten Herausforderungen?

Bei Prozessmanagement handelt es sich um ein sehr umfangreiches Thema. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten an verschiedenen Punkten anzuknüpfen. Die Eingrenzung und Strukturierung des Themas war nicht ganz leicht. Beispielsweise setze ich in meiner Arbeit unter anderem beim Thema Change Management an. Eine einzelne Abschlussarbeit kann alle Aspekte nicht vollkommen abdecken.

Warum haben Sie sich für eine stärker forschungsorientierte Arbeit entschieden?

Das bot sich bei dem noch relativen neuen Thema "Prozessmanagement in Bibliotheken" an. Der praktische Teil kommt aber nicht zu kurz. Schon während meines Masterstudiums hatte ich einen eher forschungsorientierten Schwerpunkt.

Können Sie im Job an dem Thema weiterarbeiten?

Als akademischer Mitarbeiter im Forschungsinstitut für Qualität und Medienwandel in Bibliotheken und Hochschulen (FQM) des Instituts für Angewandte Forschung der HdM arbeite ich am Qualitätsmanagementsystem "Ausgezeichnete Bibliothek" mit. In dem Zusammenhang kann ich am Wiki weiterarbeiten, das durch meine Master-Arbeit angeregt wurde, und komme mit Prozessmanagement in Berührung.

Welche Tipps haben Sie für die Studierenden, die gerade vor der Abschlussarbeit stehen?

Wichtiger als die Entscheidung für ein "möglichst einfaches" Thema sind Wissenshunger und Freude an der Fragestellung. Ein spannendes Thema ermutigt, die eigene Kompetenzen und Fähigkeiten einzubringen. Das Dranbleiben ist leichter.

Die Fragen stellte Irina Sinner.

Cornelius Bauknecht Der 26-Jährige hat vor dem Studium an der HdM eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Mediathek in Schramberg gemacht. An der HdM hat er Bibliotheks- und Informationsmanagement studiert, den Bachelor- und Masterabschluss gemacht. Am 1. August 2012 wechselt er zum Fraunhofer Informationszentrum Raum und Bau IRB in Stuttgart.

Interview auf der Webseite der HdM

Beitrag auf der Sciense-Website der HdM



Kontakt:
Prof. Cornelia Vonhof
Telefon: 0711 8923-3165
E-Mail: vonhof@hdm-stuttgart.de

30. Juli 2014

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