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Tag der Lehre - Lehrvielfalt der HdM

Der hochschulweite Tag der Lehre fand am 12. Dezember 2012 an der Hochschule der Medien (HdM) statt. Das Didaktikzentrum der HdM stellte sein Angebot für Studierende vor. HdM-Professoren teilten anschließend ihre Expertisen in Vorträgen mit Kollegen und sorgten für rege Diskussionsteilnahme.

Prof. Dr. Mathias Hinkelmann, Prorektor der HdM, begrüßte Studenten und Lehrende: "Das Angebot der Dozenten spiegelt die Vielfalt der HdM wieder." Ziel der Veranstaltung sei es, den kollegialen Austausch zu fördern und die Lehre stetig weiterzuentwickeln, sagte Hinkelmann. Auch Andrea Hempel und Sebastian Kelle vom Didaktikzentrum möchten Studenten und Dozenten bei hochschuldidaktischen Fragen unterstützen. Das Programm wollen sie im kommenden Jahr ausbauen.

22 Dozenten sprachen über ihre Lehr-Erfahrungen und regten damit zu Diskussion und Vernetzung an. Eine Auswahl der Vorträge stellen wir hier vor.

Prof. Simon Wiest: Effizienter Korrigieren

Prof. Simon Wiest vom Studiengang Audiovisuelle Medien zeigte seinen Kollegen, wie sie Tests und Klausuren effizient mit dem System "Auto-Multiple-Choice" korrigieren. So konnte er die Testergebnisse seiner 80 Studenten schon innerhalb von zwei Stunden fertig korrigiert und bewertet zurückgeben. Allerdings müsse man die Effizienz des Systems auf individuelle Gegebenheiten wie die Kursgröße und die Zusammensetzung der Fragen prüfen, betonte er.

Dr. Halszka Jarodzka: Anfänger nicht überfordern

"Lernen durch die Augen des Lernenden betrachtet – kognitive und perzeptuelle Aspekte multimedialen Lernens," nannte Dr. Halszka Jarodzka von der Open University of the Netherlands ihren Vortrag. Besonders Studienanfänger seien durch die vielen neuen visuellen Reize überfordert. Dozenten sollten ihnen deshalb ganz konkret Lösungswege für die Herausforderungen ihres Studiums aufzeigen. Ebenso helfe es, die Lehrmaterialien besser aufzubereiten - nach dem Prizip des Split Learning, also der Aufnahme von Text und Bildmaterial in der selben Wahrnehmungsfrequenz.

Prof. Ingeborg Simon: Synergie in der Lehre

Mit ihrem Konzept, Studierende und Professoren anderer Studiengänge Kompetenzen in der Literaturrecherche zu vermitteln, demonstrierte Prof. Ingeborg Simon Synergien in der Lehre. Master-Studierende im Studiengang Bibliotheksmanagement unterstützten interessierte andere Studierende mit individuellen Schulungen vor allem bei der fachspezifischen Literaturrecherche und Informationssuche. Die Devise lautet: "Learning by doing". Mit Übungsaufgaben und in Gruppenarbeit eignen sich die Teilnehmer die Kompetenzen zum großen Teil selbst an. Langfristiges Ziel ist es, weitere Kooperationen an der HdM einzugehen.

Prof. Swaran Sandhu: "Alte Schuhe" digital besohlen

Prof. Swaran Sandhu aus dem Studiengang Werbung und Marktkommunikation stellte in dem von ihm angebotenem Workshop digitale Werkzeuge vor, die das wissenschaftliche Arbeiten erleichtern. "Ich merke immer wieder, dass Studenten uns Dozenten in diesem Bereich oft voraus sind", stellte er fest. Welche Tools helfen beim Entwickeln einer Fragestellung, bei der Recherche, deren Umsetzung und der Publikation der Ergebnisse. Nicht nur im Workshop, auch auf seiner Webseite teilt er sein digitales Handwerkszeug mit Kollegen und Studenten.

Prof. Barbara Dörsam: Motivation schaffen

Eine selbst entwickelte Lernplattform zum selbstständigen Erlernen von Programmiersprachen stellte Prof. Barbara Dörsam vom Studiengang Druck- und Medientechnologie vor. Weil in ihrem Studienschwerpunkt Print & IT bei dem steigenden Interesse eine persönliche Betreuung nicht mehr möglich war, entwickelte sie die Plattform, auf der sie Übungsblätter, Tests und Lösungsvorgaben abgelegt hat. Innovativ daran sind die intuitiv formulierten Aufgabenblätter, die graphische Oberfläche zum Selbsttest und die automatisierten Tests für die Übungsaufgaben, fasst Dörsam zusammen. Zusätzlich bot sie weitere Tools für das Auffinden oder Aufzeigen von Fehlern an. "Unter den Studenten hat sich ein Wettstreit entwickelt, schnell ein fehlerfreies Programm zu haben", so Dörsam.

Prof. Nils Högsdal: Blended Learning

Die Welt der digitalen Medien hält vermehrt Einzug in die Lehre. Blended Learning geht weit über das Bereitstellen von Vorlesungs- und Seminarunterlagen hinaus: Selbstlern- und Transferphasen ergänzen die klassische Präsenzveranstaltung. Unterschiedliche Methoden sinnvoll und geplant miteinander zu kombinieren, fördert die Medienkompetenz der Studierenden und bindet sie gleichzeitig in einen interaktiven Prozess des Lernens ein. Unterschiedliche Tools ermöglichen bereits die Nutzung des World Wide Web als Lehrender (Moodle) oder auch als Hörsaal (Adobe Connect).

Björn von Prollius: Aufnahmebereitschaft fördern

In der Diskussionsrunde bei Björn von Prollius vom Studiengang Medieninformatik ging es um alternative Lehrorte in klassischen Lehrveranstaltungen. Er berichtete über seine eigenen Erfahrungen, die er im vergangenen Sommersemester sammelte, als er hin und wieder mit Studenten auf der Wiese vor der HdM saß, zum Teil mit Whiteboard und Laptop. Auch wenn der didaktische Wert etwas geringer sei, sei es eine gern gesehene Abwechslung, die sich vor allem für diskussionslastige Themen eigne. Unterschiedliche Lernorte förderten die Aufnahmebereitschaft.

Prof. Mathias Hinkelmann: Einsatz von iPads und Tablet-PCs in der Lehre

"Seit 2003 nutze ich einen Tablet-PC in meinen Veranstaltungen – mit Erfolg", stieg Prof. Hinkelmann in seinen Vortrag ein. Die Verwendung solcher Geräte ermögliche eine effektivere Form der Lehre. Hinkelmann nannte zwei Anwendungsfälle: Das Ergänzen handschriftlicher Notizen in PDF- oder Powerpoint-Skripten und die Arbeit mit einem Lückenskript. Das Programm "PDF Annotator" bietet diverse Werkzeuge, mit denen selbst Tafel und Flipchart nicht mehr notwendig sind. Aufzeichnungen könnten einfacher zugänglich gemacht werden und blieben erhalten, im Gegensatz zu Notizen an der Tafel.

Prof. Jörn Precht: "Be mean to your characters"

Nicht nur für Storyteller war das Angebot von Prof. Jörn Precht vom Studiengang Audiovisuelle Medien interessant. Auch Eventplaner und Werber können mit der Standard-Dramaturgie frei nach Syd Field Geschichten erzählen und verstehen. Aus drei Akten und acht Sequenzen ist die klassische Hollywoodgeschichte gestrickt. Die Hauptfigur erlebt der Zuschauer immer "larger than life" und zunächst in seiner typischen Umgebung, danach vor die Katastrophe seines Lebens gestellt und am Ende mit neuen Erkenntnissen versehen und in der Auflösung all seiner Probleme: "Ein Storyteller ist ein Priester, der am Ende Werte vermittelt. Meinen Studenten empfehle ich immer, eine Story zunächst in Ich-Form zu erzählen, um sich bestmöglich in die Rolle der Hauptfigur versetzen zu können", erklärt HdM-Dozent Precht, selbst Storyteller für Kino und TV.

Jährlicher Tag der Lehre

Zusätzlich zum Vortragsprogramm veranstalteten die beiden Bibliotheks- und Informationsmanagement-Dozenten, Prof. Susanne Krüger und Prof. Richard Stang, zusammen mit Studierenden ein weiteres Präsentationsprogramm: Zunächst sprachen die beiden Dozenten zum Thema "Vom Input zum Output – Wissensgenerierung durch Recherche und Materialpräsentation". Anschließend wurden verschiedene Zugänge zu Literatur und Mediengenres vorgestellt.

Beim abschließenden Wintergrillen, das vom Studierendenausschuss (UStA) der HdM organisiert wurde, klang die Veranstaltung aus. Der Tag der Lehre soll in Zukunft einmal jährlich stattfinden.

Text: Franziska Böhl, Katharina Großwendt, Carolin Stäblein

Fotos: Hannes Buchwald

 



Kontakt:
Franziska Böhl
E-Mail: boehl@hdm-stuttgart.de

30. Juli 2014

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