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"Irgendwas mit Büchern"

Laura Kneidl studiert Bibliotheks- und Informationsmanagement an der Hochschule der Medien (HdM). Die Jungautorin begann 2009 mit dem Schreiben eigener Fantasy-Geschichten und veröffentlichte im Mai dieses Jahres bereits ihren zweiten Roman Blood & Gold (erschienen bei impress). Im Interview mit der Hochschulkommunikation (HK) erzählt sie, welche Eigenschaften ein angehender Autor mitbringen muss und wie sie auf die Idee zu schreiben kam.

HK: Hallo Laura, warum hast du dich gerade für den Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement an der HdM entschieden?

Laura Kneidl: Tatsächlich "wollte ich irgendwas mit Büchern machen" und habe über den Studienfinder einfach ein paar Studiengänge rausgesucht. Die Wahl, wieso es letzten Endes Bibliotheks- und Informationsmanagement wurde, war eine Kombination aus der Art des Studiengangs und der Nähe zu meiner Familie, die es nicht gerne gesehen hätte, wenn ich 500 Kilometer weit weg studiert hätte.

HK: Warum hast du mit dem Schreiben angefangen? Was war der Auslöser?

Laura Kneidl: Auf diese Frage kann ich immer nur die denkbar peinlichste Antwort geben: Die Bücher der Twilight-Reihe. Aber ich bin den Büchern dankbar, dass sie mich zum Schreiben gebracht haben. Denn nachdem ich den letzten Teil der Saga gelesen hatte, wollte ich für manche Charaktere ein anderes Ende, und das hat mich dazu gebracht, eine Fangeschichte zu schreiben. Doch bald wollte ich nicht mehr mit "ausgeliehenen" Charakteren arbeiten, sondern mit eigenen Geschichten.

HK: Wie muss man sich die Entstehung einer Geschichte vorstellen? Woher nimmst du deine Ideen?

Laura Kneidl: Meine Ideen finden sich auf verschiedene Art: Manchmal inspirieren mich Filme, manchmal Bücher oder Bilder. Oft sehe ich nur Fragmente, aus denen sich dann ein Charakter oder eine Geschichte entwickelt. Und alles was danach folgt ist Denkarbeit - sehr unspektakulär. Ich setze mich hin und denke über meine Idee nach. Dann skizziere ich die wichtigsten Elemente, die sich beim Schreiben zu einer Geschichte zusammenfügen. Über meinen roten Faden denke ich immer nach.

HK: Wie war deine Vorgehensweise bei der Suche nach einem Verlag?

Laura Kneidl: Mein Weg zu einem Verlag war von Rückschlägen gepflastert. Bereits 2011 habe ich mit Light & Darkness einen Literaturagenten gesucht und auch relativ schnell eine Agentur gefunden. Aber leider konnte diese mich eineinhalb Jahre lang nicht vermitteln, so dass wir im Mai 2013 den Vertrag gelöst haben. Das war wirklich schlimm für mich, denn es hat sich so angefühlt, als hätte ich als Autorin versagt. Der beste Tipp, den ich jedem geben kann: nicht aufgeben. Ein paar Tage habe ich mich meinem Frust und viel Schokolade hingegeben, ehe ich Light & Darkness erneut Verlagen angeboten habe. Und dann hatte ich Glück!

HK: Wie schaffst du es dein Studium und das Schreiben unter einen Hut zu bringen, da du bestimmt Abgabefristen einhalten musst?

Laura Kneidl: Abgabefristen habe ich, aber mein Verlag ist sehr verständnisvoll. Eigentlich hätte ich im Juni 2014 die Abgabe für Soul & Bronze gehabt, aber das Studium und ein paar andere Faktoren haben das nicht zugelassen. Daher kann ich das Manuskript nun einen Monat später abgeben. Alles andere ist Disziplin und manchmal auch Verzicht, denn ein anderes, größeres Hobby kann ich mir nicht mehr leisten.

HK: Könnte jeder Bücher schreiben? Was braucht man als angehender Autor?

Laura Kneidl: Jeder kann Bücher schreiben, wenn er nur will. Hätte mir vor acht Jahren jemand gesagt, dass ich mal Autorin sein werde, hätte ich ihn ausgelacht. Ich habe, bis ich 18 wurde, nicht gerne gelesen - das hat sich natürlich grundlegend geändert. Wichtig für einen Autor sind vor allem Ausdauer und Disziplin. Man muss viel schreiben und noch mehr lesen, man muss am Ball bleiben, und sich im Klaren darüber sein, dass man vermutlich erst einmal drei bis acht schlechte Romane schreiben wird, bis man den Dreh raus hat. Light & Darkness war mein vierter Roman. Geduld ist auch sehr wichtig, wenn man beschließt, dass man mit Verlagen und Agenturen zusammenarbeiten will, denn oft dauern Entscheidungen mehrere Wochen. Und kaum hat man einen Vertrag, wartet man erneut mehrere Monate - manchmal sogar Jahre - auf das Erscheinen des eigenen Buches.

HK: Wenn du zurückblickst, würdest du alles nochmal genauso machen?

Laura Kneidl: Nein. Ich habe mir am Anfang meiner "Karriere" viel zu viel reinreden lassen. Ich habe versucht das zu schreiben, was die Verlage und Agenturen womöglich gerne von mir lesen wollten. Inzwischen weiß ich, dass das nichts bringt. Denn sobald ein Trend existiert, ist es für den Autor schon zu spät. Damit will ich nicht sagen, dass man den Markt völlig ignorieren soll, aber man sollte vor allem auf sein Bauchgefühl hören, wenn es um Ideen geht.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viele tolle Ideen für neue spannende Bücher!

Das Interview führte Sina-Catharina Voigt

Buchcover Light & Darkness Foto: www.carlsen.de



Kontakt:
Hochschulkommunikation
E-Mail: presse@hdm-stuttgart.de

Weiterführende Links:
http://www.laura-kneidl.de/

22. Juli 2014

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