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Vom Inklusionsprojekt bis zur Geocache-Rallye: Studierende der HdM führen Projekte in Bibliotheken durch

Von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren werden für die Durchführung und Konzeption von Veranstaltungen zunehmend pädagogisch-didaktische Kompetenzen erwartet. Vor diesem Hintergrund baut der Studiengang "Bibliotheks- und Informationsmanagement" seine bibliothekspädagogischen Aktivitäten aus. So fanden unter der Leitung von Prof. Dr. Richard Stang und Peter Marus (Stadtbibliothek Stuttgart) im vergangenen WS 17/18 die Seminare "Bibliothekspädagogik" sowie "Medienpädagogische Projekte für und mit Kindern und Bibliotheken" statt.

Die 16 Studierenden entwickelten vier unterschiedliche Veranstaltungskonzepte, die im Januar bzw. Anfang Februar 2018 in Kooperation mit der Stadtbibliothek Stuttgart am Mailänder Platz sowie den Stadtteilbibliotheken Freiberg und Weilimdorf ihre praktische Umsetzung hatten.

Vertonung eines Hörbuchs

Den Anfang machte ein Inklusionsprojekt in der Freiberger Stadtbibliothek, eine Veranstaltung, bei der acht Kinder einer örtlichen Förderschule ein Hörbuch vertonten. Als Grundlage hierfür diente das Bilderbuch "Bitte anstellen!" von Tomoko Ohmura. Bei der Inklusionsveranstaltung stand im Vordergrund, dass die Kinder die Bibliothek als einen Ort kennenlernen, der auch für sie viele Lern- und Freizeitangebote bereit hält. Während die Kinder einzeln bei der Aufnahme waren, konnten sich die anderen kreativ betätigen: Tiermasken wurden gebastelt, CD-Cover bemalt und Tierstimmen eingeübt. Viele der Kinder waren bisher noch nie in der Bibliothek und waren zu Beginn noch etwas verunsichert. Am Ende hatten aber alle Kinder ihre anfängliche Zurückhaltung verloren. Das Ergebnis konnte sich hören lassen!

Mit Actionbound die Bibliothek erkunden

Bei der ersten von zwei in der Weilimdorfer Stadtteilbibliothek durchgeführten Veranstaltungen hatten zwei Schulklassen die Möglichkeiten an einer besonderen Bibliotheksführung teilzunehmen. Anders als klassische Klassenführungen wurde diese von der Gruppe der Studentinnen mit Tablets und der App Actionbound gestaltet. Ziel der Veranstaltung war es, dass die Kinder im Alter zwischen sechs und acht Jahren die Bibliothek und deren verschiedene Angebote kennenlernen konnten. Durch Actionbound, einer Art "Schnitzeljagd-App" wurden die Kinder mit den verschiedenen Möglichkeiten der Bibliothek vertraut gemacht. Aber es wurde nicht nur gerätselt, sondern auch gebastelt. Das Maskottchen der Weilimdorfer Bibliothek ist ein starker Löwe und durch das Basteln von Tiermasken tollten am Ende der Veranstaltung viele mutige kleine Löwinnen und Löwen durch die Bibliothek.

Kreative Schreibwerkstatt
Kreativität war bei der Kinderveranstaltung in der Zentrale am Mailänder Platz angesagt. Die verantwortliche Studierendengruppe konzipierte ein offenes Angebot für Kinder im Alter von acht bis elf Jahren, in der den teilnehmenden Kindern der Zeichentrick-Kurzfilm "Andersartig" vorgeführt wurde. Dieser behandelte auf kindgerechte Weise Themen wie Freundschaft und Ausgrenzung. An einer spannenden Stelle etwa zur Hälfte wurde der Film gestoppt und die Kinder hatten die Aufgabe die Geschichte selbst weiterzuschreiben. Dazu gab es durch bereitgelegte Bücher Anregungen, aber vor allem die Studierenden halfen den Kindern, die ersten Schreibhürden zu überwinden. Herausgekommen sind Geschichten – bunt an Ideen –, die sich vor dem wirklichen Ende des Films nicht verstecken mussten.

Rallye mit spannender Geschichte
Bei der zweiten Veranstaltung in der Stadtteilbibliothek Weilimdorf stand für etwa 20 Kinder einer dritten Schulklasse eine Geocaching-Rallye durch den Stadtteil auf dem Programm. Für die nötige Spannung sorgte dabei ein Kriminalfall, eine von der Gruppe ausgedachte Rahmenhandlung um ein gestohlenes Buch und eine gesuchte Person. Zur Lösung des Falles zogen zwei Schülergruppen, ausgestattet mit GPS-Geräten, durch Weilimdorf, sammelten Hinweise, lösten an den Stationen Rätsel und ermittelten neue Koordinaten, um dann am Ende in kooperativer Zusammenarbeit die gesuchte Person zu überführen. Das Projekt verband ganz unterschiedliche Aspekte: So war logisches Denken genauso gefragt wie das aufmerksame Erkunden und Kennenlernen der Umgebung und der Bibliothek. Alle Beteiligten waren von dieser Vielfalt begeistert.
Das lässt sich auch für das ganze Seminar sagen: Durch die Module haben die Studierenden zum einen viele Anregungen erhalten, wie man Kinder begeistern kann, zum anderen aber auch wichtige Erfahrungen in der Konzeption und Veranstaltungsplanung machen können. Die Realisierung der Konzepte in den Bibliotheken zeigte auch, wie viel Kompetenz Studierende entwickeln, wenn Ihnen die Möglichkeit gelassen wird, ihre eigenen Ideen umzusetzen und Erfahrungen vor Ort zu machen – mit allen Problemen, die mit der Aufgabe zusammenhängen. Wenn dann (fast) alles funktioniert, ist der Lernerfolg besonders groß.
Projektteam: Michelle Aigner, Véronique Bolleyer, Jessica Carvajal Bubnjevic, Franziska Sophie Fähndrich, Mandy Groeneveld, Jana Sarah Ev Hofele, Nadine Kneer, Sofie Mlodoch, Monika Papst, Mihriban Salkim, Hannes Schlenk, Bianca Schlude Julia Schwabe, Sadiye Sonuc, Alexandra Speer, Michelle Voland



Kontakt:
Prof. Dr. Richard Stang
E-Mail: stang@hdm-stuttgart.de

29. März 2018

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