Überraschende Ergebnisse der Mediennutzung bei olympischen Spielen

Virtuelle Konferenz an der BFSU Peking mit Prof. Christof Seeger und Prof. Dr. Thomas Horky
Virtuelle Konferenz an der BFSU Peking mit Prof. Christof Seeger und Prof. Dr. Thomas Horky

Wie werden in eigentlich olympische Spiele - vor allem in einer jüngeren Zielgruppe - medial verfolgt? Dieser Frage sind Christof Seeger, Professor für Sportkommunikation an der Hochschule der Medien und Dr. Thomas Horky, Professor für Sportjournalismus an der Macromedia Hochschule Hamburg nachgegangen und haben durch ihre Studie interessante Ergebnisse zu Tage gefördert.

Vor allem die Generation Z, also die 14-29 Jährigen jüngeren Menschen, stehen vielfach im Vordergrund von kommunikationswissenschaftlich angelegten Studien. Diese Generation ist selbstverständlich mit digitalen Medien und der Überallverfügbarkeit des Internets aufgewachsen. Viele Ergebnisse aus Studien, die sich mit der Mediennutzung dieser "Gen Z" zeigen deshalb auch, dass die klassischen Medien wie Tageszeitung, Radio aber auch das Fernsehen zunehmend an Bedeutung und Akzeptanz verlieren. Aber gilt das auch für den Sport und insbesondere für die olympischen Spiele?

Um diese Frage zu beantworten, haben die beiden Wissenschaftler deshalb kurz nach den olympischen Sommerspielen in Tokio (2020), die aus COVID-19 Gründen im Jahr 2021 ausgetragen worden sind, sowie kurz nach den olympischen Winterspielen in Peking (2022) eine Online-Umfrage lanciert. Dabei wurden nicht nur junge Menschen befragt, sondern auch ältere Personen. Auch wenn mit einer gesamten Anzahl von etwas mehr als 170 Antworten die Studienergebnisse keine Repräsentativität besitzen, können doch einige interessante Tendenzen daraus abgeleitet werden.

Überraschend war dabei, dass vor allem das lineare Fernsehen, gerade von den jüngeren Zielgruppen sehr starkt genutzt worden ist und digitale (Streaming-)Angebote noch keine breite Akzeptanz erfahren haben. Das liegt zum Beispiel daran, dass der Hauptgrund im Anschauen von Sportevents darin liegt, sich unterhalten zu lassen und zu entspannen. Dies funktioniert an einem großen Bildschirm natürlich besser und das mediale Erlebnis ist größer.

Eine weitere Erkenntnis in der Studie liegt darin, dass die so genannten Trendsportarten bei den jüngeren Zielgruppen ebenfalls noch Entwicklungspotenzial haben. Da das zweitwichtigste Motiv auch darin begründet war, sich Athletinnen und Athleten anzuschauen, die Chancen auf Medaillen haben, sind gerade bei den olympischen Winterspielen die doch eher klassischen Disziplinen häufiger angeschaut worden.

Die Studienergebnisse wurden erstmals in einer virtuellen Konferenz an der BFSU in Peking vorgestellt und haben zu interessanten Gesprächen geführt.


Kontakt:
Prof. Christof Seeger
Telefon: 0711-8923-2143
E-Mail: seeger@hdm-stuttgart.de

26. April 2022