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Veranstaltungsbeschreibung

221153a Drehbuchentwicklung 1

Zuletzt geändert:25.09.2017 / Precht
EDV-Nr:221153a
Studiengänge: Audiovisuelle Medien (Bachelor, 7 Semester), Prüfungsleistung im Modul Drehbuchentwicklung 1 in Semester 3
Häufigkeit: immer
Dozent: Prof. Jörn PrechtDetails zum Dozenten
Sprache: Deutsch
Art: V
Umfang: 4 SWS
ECTS-Punkte: 4
Workload: Vorlesung: 15 Termine zu je 4 SWS = 45 Zeitstunden
Vor- bzw. theoretisch und praktische Nachbereitung: 15 Termine zu je 4 SWS = 45 Zeitstunden
Projektvorbereitung: 4 Tage zu je 8 Zeitstunden = 32 Zeitstunden
Gesamter Zeitaufwand (Workload) = 122 Zeitstunden
Prüfungsform:
Beschreibung: Der Kurs kann wahlweise montags ODER dienstags jeweils um 16.00 Uhr besucht werden. KICK-OFF:
Montag, 9. Oktober 2017 um 16.00 Uhr oder Dienstag, 10. Oktober 2017 um 16.30!, Einstiegsvorlesung am Montag, 16.10. bzw. Dienstag, 17.10.17 jeweils 16.00 Uhr. Da in dieser Einstiegsvorlesung der Grundstein für alle weiteren Themen gelegt wird, ist bei Verpassen dieses Termins - auch in Ausnahmefällen - keine Teilnahme am weiteren Verlauf möglich! Diese Vorlesung vermittelt Wissen über effektives Storytelling, Drehbuch- und Konzeptententwicklung im audiovisuellen - auch transmedialen - Bereich. Die Geschichte des Storytelling beginnt der Kurs mit einer Story: jener des amerikanischen Autors Syd Field, der in den frühen 80er-Jahren bemerkt, dass es noch kein Handbuch für Drehbuchautoren gibt. Dass von den Grundregeln des Storytellings aber von der Höhle bis zum Kinosaal erstaunlich viele überlebt haben. Basierend auf der Jahrtausende alten Dramen-Lehre des Aristoteles, die ergründete, was dem Publikum beim Anblick einer dramaturgischen Geschichte Vergnügen bereitet, wird eine alllgemeine Einführung in die Drehbuchdramaturgie geboten. Plot und Charaktere entscheiden in hohem Maße über die Effektivität einer Film- oder Spiele-Erzählung. Der Kurs stellt die tausendfach bewährten Grundlagen des dramaturgischen Erzählens in der 3-Akt-Struktur vor und vermittelt die wichtigsten Begriffe des Script-Development. Die Entwicklung von Syd Fields 3-Akt-Paradigma wird von den Studierenden Schritt für Schritt nachempfunden - ausgehend von Ziel und Bedürfnis von Filmfiguren - und deren persönlicher, größter Katastrophe. "Be mean to your characters", heißt die Devise. Wer seine Filmfiguren schont (und damit die Nerven des Zuschauers), der langweilt schnell. Die Studierenden sollen ein Gespür für Genres und das Versprechen erhalten, das dem Publikum gemacht wird. Wird mir Lachen oder Weinen versprochen, oder gar ein virtuoses Spiel mit meinen Urängsten? Todesangst, Zorn und Trauer des Zuschauers sind nicht die Todfeinde des Storytellers, doch wenn auch nur ein Zuschauer an eine Prüfung oder die Steuererklärung denkt - die wirklich wichtigen Dinge des Lebens (?) - dann habe ich versagt. Was also macht Komödien komisch, wie bringen uns Dramen zum Weinen? Was ist der Unterschied zwischen Krimi und Thriller? Und apropos Spannung: Was heißt das eigentlich - "spannend"? Welche Formen der Spannung gibt es? Und überhaupt - das Publikum. Welcher deutsche Sender möchte welches mit welchen fiktionalen Inhalten ansprechen? Und wie werden die berüchtigten Einschaltquoten und "Marktanteile" ermittelt? Jeder Kursteil wird von kleineren kreativen Schreibübungen, auch in Gruppenarbeit, begleitet. Das Erzählen für Bewegtbild unterliegt einem bestimmten Rhythmus, daher wird auch der Filmschnitt Thema sein. Denn nach der "Development-Hell" der Drehbuchentwicklung entsteht die Geschichte zwei weitere Male: am Set und in der Postproduktion. Eine Script-/Comtnuity erzählt aus ihrem Berufsalltag, in dem sie sogenannte "Anschlussfehler" verhindert, d.h. Armbanduhren bei antiken Wagenrennen und unterschiedlich gefüllte Gläser verhindert. Dass Szenen nicht in chronologischer Reihenfolge gedreht werden, daran sollten Autoren beim Schreiben denken. Auch dass vielen Gewerken, Berufsgruppen das Drehbuch als (möglichst übersichtliche) Arbeitsgrundlage dienen muss. Wie sieht ein fertiges Drehbuch also formal aus - und wieso eigentlich? Welche Drehbuchformatierungsprogramme gibt es? Auch das serielle Erzählen wird beleuchtet. Wir gehen der Frage nach, warum "horizontales" Storytelling heute selbst bei Krimis nicht automatisch als anrüchig erachtet wird. Ach ja, eine der erfolgreichsten Krimi-Serien Deutschlands wird in Stuttgart gedreht, und dort arbeiten auch einige HdM-Praktikanten und Absolventen. Ein Quoten-Erfolg im schwierigen Vorabend. Aus Stuttgart. Grund genug, dass uns Nicole Buck, Dramaturgin der ZDF/Bavaria-Serie "SOKO Stuttgart", besucht und von ihrer praktischen Arbeit mit Drehbuchautoren berichtet. Nach den Grundlagen des Storytellings für Langspielfilm und Serie wird der Kurzfilm untersucht. Welche Kurzfilme waren auf Festivals besonders erfolgreich, welche inspirierten die großen Studio-Produktionen? Wie schreibt man einen "funktionierenden" Kurzfilm? Am Ende sollen die Studierenden befähigt sein, eigene Drehbücher mit dramaturgisch fundierten Spannungsbögen sowie funktionierende dokumentarische Konzepte zu erstellen. Daher kommt auch die Praxis des Drehbuchschreibens nicht zu kurz: das kreative Potential der Studierenden soll gefördert werden, sie entwickeln in Gruppen Ideen für Kurzfilme, die dann analysiert, diskutiert und verfeinert werden. Kreativ-Techniken werden vermittelt und Tipps gegen Schreibblockaden gegeben. Ein "Interview mit dem Inneren Schweinehund" sorgt nicht nur bezüglich des berüchtigten "Writer`s block" für Erkenntnisse, die Ergebnisse lassen sich auch auf Prokrastination in anderen Bereichen (Prüfungen, Abgaben...) anwenden. Solchermaßen von allen Ausreden und Verschiebungstaktiken für immer befreit, arbeiten die Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit einzeln oder als maximal vierköpfige Gruppe in einem mobilen "Writer's room" ihre besten Entwürfe aus, die selbstverständlich immer pünktlich abgegeben werden. Ziel ist die Herstellung eines Langspielfilm- oder Serienkonzeptes mit dreiseitiger Dialog-Probe oder eines drehfertigen Kurzfilmbuches. Da der Dozent durch das Interview mit dem eigenen "inneren Schweinhehund" von jeglicher Prokrastination für immer befreit wurde, liest und beurteilt er die stets pünktlich abgegebenen Werke seinerseits stets pünktlich. Das Stilmittel der Ironie als ein Werkzeug der Komik wurde im Übrigen glücklicherweise bereits in der dritten Doppelstunde behandelt.
Literatur: Field, Syd: Das Drehbuch - Die Grundlagen des Drehbuchschreibens. Schritt für Schritt vom Konzept zum fertigen Drehbuch
Field, Syd: Screenplay: The Foundations of Screenwriting: A Step-by-Step Guide from Concept to finished Script
Knauss, Sibylle: Schule des Erzählens
Schneider, Michael: Vor dem Dreh kommt das Buch: Die hohe Schule des filmischen Erzählens (Produktionspraxis)

Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
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