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Kommentar 22. August 2016

"Die Zukunft des globalen Druckens bis 2020"

Prof. Dr. Thomas Hoffmann-Walbeck und Sebastian Riegel vom Studiengang Druck- und Medientechnologie der Hochschule der Medien haben die Marktstudie "The Future of Global Printing to 2020"des britischen Beratungsunternehmens Smithers Pira auf der Fachmesse Drupa 2016 gewonnen. Der Preis im Wert von rund 5300 Euro ist inzwischen an der HdM eingetroffen. Beide haben einen Blick hinein geworfen.

Smithers Pira gibt in seiner Marktstudie den weltweiten Erlös für Printprodukte im Jahr 2015 mit 824 Milliarden US-Dollar an. Im Vergleich dazu beläuft sich der globale Umsatz in Mobile App Stores nach der Studie "Mobile App-Marktprognose" von 2016 des kalifornischen Unternehmens App Annie auf 41 Milliarden. Das entspricht fünf Prozent des Druckmarkts, dessen Entwicklung Smithers Pira positiv bewertet: Bis 2020 werde sich der Umsatz um 6,3 Prozent auf 876 Milliarden Dollar steigern. Dabei soll sich der Marktanteil vom Etiketten- und Verpackungsdruck um 6 Prozent erhöhen und dann 53 Prozent erreichen - so die Analysten.

Diese Ergebnisse mögen einige überraschen. Mussten nicht viele Druckereien in den letzten Jahren Insolvenzverfahren einleiten? Die Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs steckt in der zunehmenden Industrialisierung der Druckprozesse, was zu einer Steigerung von Effizienz und Konzentration geführt hat und noch führen wird. Nicht ganz zufällig lautete das große Motto auf der weltweitgrößten Fachmesse Drupa im Mai und im Juni 2016 "Industrie 4.0". Die Druckingenieure, die an der Hochschule der Medien (HdM) ausgebildet werden, können von diesen Tendenzen nur profitieren!

Die subjektive Wahrnehmung, dass "Druck tot" sei, wird auch durch die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Produktsegmente gesteuert. So geben beispielsweise die Analysten von Smithers-Pira den Rückgang beim Umsatz bei Zeitungen von 2015 bis 2020 mit 16 Prozent an. Diese Zahlen sind dramatisch. Aber: Sie betreffen vor allem Journalisten. Für die Druckindustrie bedeuten sie einen Rückgang von 5 auf 4 Prozent im Zeitungssegment. Die globalen Steigerungen im Verpackungsdruck gleichen das locker wieder aus.

Ein weiterer Faktor für die Fehleinschätzung könnten die regionalen Entwicklungsunterschiede sein. Die Umsätze von 2015 stagnieren bis 2020 in Europa auf hohem Niveau (175 Milliarden Dollar). Doch zeichnen sich, wie nicht anders zu erwarten, in Asien deutliche Marktzuwächse ab.

Smithers Pira hat auch die die Aussichten der unterschiedlichen Drucktechnologien analysiert. Während die Umsätze in der Produktherstellung mit klassischen Druckverfahren wie Flexo-, Offset- oder Tiefdruck von 703 Milliarden im Jahr 2015 auf 715 Milliarden im Jahr 2020 nur leicht zunehmen, wachsen die Umsätze mit dem so genannten Digitaldruck in dieser Zeitspanne von 120 Milliarden auf 161 Milliarden an. Der Marktanteil des Digitaldrucks beim Umsatz von derzeit 15 Prozent beläuft sich dann auf 18. Werden die bedruckten Flächen als Grundlage genommen wird, steigert der Digitaldruck seinen Marktanteil von derzeit 2,5 auf 3,6 Prozent.

Insgesamt zeigt sich damit deutlich, dass die Printproduktion mit den klassischen Druckverfahren weiterhin ein mächtiger Industriezweig mit Zukunft ist. Natürlich finden in dieser Branche zurzeit starke Strukturveränderungen statt - wie in den meisten. Aber trotzdem - oder auch gerade deswegen - ist sie weiterhin ein Bereich mit besten Berufsaussichten für die Studenten der Hochschule der Medien.

Thomas Hoffmann-Walbeck
Sebastian Riegel

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