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- Lesung | Austellung -

"Und immer Ich. Ich. Ich."

Auf der diessemestrigen MediaNight wurde im Rahmen eines internationalen studentischen Projekts die Ausstellung "MORD" eröffnet. Auftaktveranstaltung bildete hierbei die Lesung und Inszenierung der titelgebenden Kurzgeschichte "The Masque of the Red Death" von Edgar Allan Poe. Die Ausstellung kann noch bis zum Mai im Gang unter der Bibliothek (Nobelstr. 8, IU916b) besucht werden.


Die Ausstellung MORD zeigt die Vielfalt der Publikationen von Edgar A. Poe, seine Kurzgeschichten, die neben illustrierten Ausgaben auch Comics und DVDs umfassen. Die Ausstellung gibt uns Hinweise auf Poes Leben und sein Wirken und auf sein herausragendes Schaffen, auf sein Ich.

Die Schau entstand im Rahmen eines internationalen studentischen Projekts des Studiengangs Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Zusammenarbeit mit der Bibliothek der Hochschule, zahlreichen Sponsoren, Freunden und Förderern des Studiengangs.

Die von den Studierenden inszenierte Sammlung gründet auf ein vorangegangenes crossmediales Projekt, das ein Fotobuch, eine Internetseite, einen Kurzfilm und eine Messeausstellung einschließt. Das ausgestellte Fotobuch und der Film sind eine Interpretation der  von E. A. Poe geschriebenen und 1842 im Graham’s Magazine (Philadelphia) erschienen Erzählung "The Masque of the Red Death".

Unter Leitung von Professor Volker Jansen setzten die Studierenden Poes allegorische Erzählung gestalterisch als zeitlose existenzielle Parabel über die Unvermeidlichkeit des Todes in eine eskalierende Bildgeschichte der Apokalypse des menschlichen Individuums um. Damit knüpfen die Studierenden mit ihren Bildern an Boccaccios Rahmenhandlung Decamerone an.

Zum Autor Edgar Allan Poe:

Edgar Allan Poe führte die Schauerromantik zu Ruhm, nahm Science-Fiction, Horror- und Detektivgeschichten vorweg. Kritiker hielten ihn für den Verworfensten aller Verworfenen, für die Inkarnation des zügellosen römischen Kaisers Heliogabal. Seine Sauftouren und Spielschulden sorgten für Skandal, eine Schmach!

Und immer Ich. Ich. Ich. Es ist das verführerische Ich, das am schlechten Ruf Edgar Allan Poes Schuld trägt. In vielen seiner Geschichten schlüpft der Schriftsteller in seine Protagonisten, und er führt an: "Ich". Die Helden erleben fürchterliche Dinge, sie lügen, betrügen, morden, verfallen dem Wahnsinn.

Übrig bleibt das nackte Ich, hingeworfen auf Zeitungspapier, auf dem sonst nur Fakten und Nachrichten stehen. Und Poe, der Schöpfer. Zeitlebens gefiel es ihm, sich Späße mit den Lesern zu erlauben, hoaxes, mit denen er die Brillanz seiner Texte in berauschende Höhen treibt. Am Ende ist er selbst Opfer. Und so war sein Leben genauso schauerlich, wie seine Geschichten.

In einer der gräulichsten Geschichten, "Die Maske des Roten Todes", erzählt der Dichter von der Vergänglichkeit des Lebens. Die Aktualität dieses Werkes ist verblüffend, wer offenen Auges durch die populäre Kultur spaziert, entdeckt allerorten die Spuren des amerikanischen Romantikers. Die Literaturtheorie ist Poe dankbar für seine Texte, denn er hat als Kritiker und Essayist Grundlagen gelegt. Die Kurzgeschichte erfand er und setzte zugleich in Aufsätzen die stilbildenden Elemente fest.

vj

 




Kontakt:
Hr. Prof. Volker Jansen
Telefon: 0711 8923-2150
E-Mail: jansen@hdm-stuttgart.de

Weiterführende Links:
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Link_Studiengang DT auf facebook

05. Februar 2016


MORD - Die Ausstellung
(Fotos: S. Paul)

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