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Smartphone-Nutzung

Addictive Design - Wie süchtig bist Du?

Im Durchschnitt nutzen wir unser Smartphone 2,1 Stunden am Tag. Der kleine Computer ist unsere mobile Begleitung und der Mittelpunkt der Unterhaltung. Ob als Second-Screen parallel zu Netflix oder permanent "on the go": Wir sind süchtig. Süchtig nach Belohnung, neuen Inhalten, einem Gefühl der Kontrolle – die kleinen, mobilen Endgeräte, die jeder in der Tasche trägt, haben uns in der Hand. Und das, weil die Benutzeroberflächen so programmiert sind, dass sie abhängig machen.

Smartphones entwickeln sich zu den "Mini-Me‘s" unserer Selbst. Foto: Pexels.com

Smartphones entwickeln sich zu den "Mini-Me‘s" unserer Selbst. Foto: Pexels.com

Kaum einer kann in unserer digitalisierten Welt das Haus guten Gewissens ohne Smartphone verlassen. Dazu ist es als Ablenkung, für die ständige Erreichbarkeit und der persönlichen Unterhaltung zu praktisch, und das nahezu zu jeder Zeit und an jedem Ort. Wenn das mobile Endgerät wider Erwarten nicht in unserer Nähe ist, können uns schnell Symptome der Abhängigkeit ereilen: Die Phantom-Vibration in der Hosentasche lässt uns im Glauben, uns hätte eine Benachrichtigung erreicht, die FOMO (Fear Of Missing Out) sowie die Nomophobie (die Angst, ohne Mobiltelefon nicht mehr erreichbar zu sein) führen uns die Gefahren einer übermäßigen Smartphone-Nutzung vor Augen.

"Addictive Design Engineering" im Silicon Valley

Tatsächlich sind nicht nur die Smartphone-Nutzer selbst an dieser Abhängigkeit Schuld - die Displays unserer Smartphones und die Apps, die wir verwenden, sind so programmiert, dass sie Suchtverhalten verursachen können. Neben dem Aufbau und der Gestaltung von Nutzeroberflächen ist das "Addictive Design Engineering" auch dafür zuständig, den Nutzer zu beschäftigen und ihn so viel wie möglich in Anspruch zu nehmen. Die zuständigen Entwickler im Silicon Valley bedienen mit dieser Technik einige Instrumente, um die Aufmerksamkeit der User gezielt zu beeinflussen, bis die Nutzung einen suchtähnlichen Charakter annimmt. Denn je mehr Zeit die Nutzer am Smartphone und in den Apps verbringen, desto größer wird der App-Wert am Markt und noch mehr Daten können über die User gesammelt werden. Dem Großteil der Smartphone-Besitzer sind diese Maßnahmen allerdings nicht bewusst.

Slot-Machine-Effekt und weitere Mechanismen

Wenn man den Hebel eines Spielautomaten bedient, hofft man auf den großen Gewinn. Süchtig macht uns dabei die Unvorhersagbarkeit: Gewinne ich den Jackpot, einen Trostpreis oder gehe ich leer aus? Dieser Impuls der Hoffnung funktioniert gleichermaßen bei Smartphones: Wenn man den Finger zur Aktualisierung des Feeds nach unten wischt, erhofft sich der Nutzer das Laden neuer, unbekannter Inhalte und hat so die Illusion, das Endgerät zu kontrollieren. Das übergeordnete Phänomen ist die sogenannte "Variable Ratio Schedule", der variable Quotenplan: Aktionen werden belohnt, aber zu unterschiedlichen Zeiten. Der Nutzer weiß nicht, wann er belohnt wird, nur, dass er es wird.

Andere Mechanismen, wie das endlose Scrollen im Feed oder in Videos, die im Autoplay auf Facebook und Youtube abgespielt werden, arbeiten mit der Taktik, dass es zu keinem natürlichen Ende der Inhalte kommt: Der Nutzer verweilt automatisch länger in der App. Zusätzlich wird das ständige Verlangen nach sozialem Feedback durch (Push-)Benachrichtigungen und Interaktionen wie Likes oder der Kommentarfunktion gestillt. Bei all diesen Mechanismen wird, ähnlich wie bei Drogen oder einer Spielsucht, das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. Damit signalisiert der Neurotransmitter dem Gehirn bei der Verwendung des Smartphones das Gefühl der Belohnung und Anerkennung.

Quellen:

  • Dw.com
  • Horizont.net
  • Presseportal.de
  • Vox.com

Margarita Fangrat

VERÖFFENTLICHT AM

20. Februar 2020

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