DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Freunde & Förderer

Druck- und Medientechnologie

Der Wissenschaft verfallen

Professor Dr. Erich Steiner hat als Forscher und Hochschullehrer viel erlebt, dabei viel erreicht und in Zukunft noch viel vor. Anlässlich seines 40-Jahr-Jubiläums im öffentlichen Dienst wird es Zeit für einen Rückblick und einen Ausblick.

Zur Detailansicht Prof. Dr. Erich Steiner (Mitte)

Prof. Dr. Erich Steiner (Mitte)

Zur Detailansicht Für das Solarflugzeug gab es eine Auszeichnung

Für das Solarflugzeug gab es eine Auszeichnung

Der begeisterte Hobbyflieger

Der begeisterte Hobbyflieger

Nach 40 Jahren Berufsleben und fast einem viertel Jahrhundert Hochschule haben Sie einige Funktionen und Ämter inne gehabt. Was hat Ihnen am besten gefallen?

In all der Zeit habe ich sechs verschiedene Stellen oder Funktionen innegehabt, bin also etwa alle sieben Jahre in einen neuen Tätigkeitsbereich gewechselt. In der Rückschau kam alles zum richtigen Zeitpunkt, passend zum Stand der Persönlichkeitsentwicklung, zu meiner familiären Situation und zu meinen Neigungen. Die Tätigkeit als Prorektor war mit der umzusetzenden Fusion zweier Hochschulen und der Akkreditierung aller Studiengänge sicher die größte Herausforderung sowie durch die von gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit mit dem damaligen Rektor Professor Uwe Schlegel auch ein persönliches Highlight.

Als langjähriger Praktikantenamtleiter im Studiengang Druck- und Medientechnologie haben Sie Ihr Ohr dicht an der Branche. Welche Impulse nehmen Sie mit für Lehre und Forschung?

Die graphische Branche ist aufgrund des raschen technologischen Wandels und der Internationalisierung, der sie unterliegt, ein stets spannendes Tätigkeitsfeld, das neue Themen für die Forschung nahe legt und zur Aktualisierung der Lehre auffordert. Mich begeistert unter anderem der funktionale Druck, etwa von Solarzellen, RFIDs, Sensoren und Anzeigepanelen im Automobilbereich, der unseren Absolventen aus dem Studiengang Druck- und Medientechnologie abseits der graphischen Branche höchst attraktive Arbeitsplätze in Industrieunternehmen bietet.

Für das solarbetriebene Modellflugzeug und die intelligente Verpackung haben Sie eine Auszeichnung bekommen? Was wird die nächste Herausforderung sein?

Im Augenblick arbeite ich mit Studenten an gedruckten großflächigen Touchpads, und, als weiteres Beispiel, mit einem Doktoranden an ebenfalls gedruckten Thermogeneratoren für das sogenannte ‚Energy Harvesting', die Energiegewinnung aus Abwärme. Im Institut für innovative Anwendungen der Drucktechnik innerhalb des IAFs widme ich mich in einer kleinen Arbeitsgruppe von Doktoranden und Studenten aber auch weiteren Themen im Bereich gedruckter Elektronik. In der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Forschungsinstituten ergeben sich immer wieder neue Fragestellungen, die uns herausfordern.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Digitaldrucktechnik im Druckbereich? Was bedeutet das für die Studierenden und die Lehre?

Die Digitaldrucktechnik hat bezogen auf die Qualität und die Vielzahl der möglichen Bedruckstoffe ihren Platz im Druckbereich gefunden. Für große Auflagen ist der Digitaldruck zu teuer und wird es auch absehbar bleiben. Aber mit der Möglichkeit zur Personalisierung von Druckprodukten und dem wirtschaftlichen Druck kleiner Auflagen, der häufig mit Kostenvorteilen bei der Logistik verknüpft werden kann, haben sich stabile Tätigkeitsfelder etablieren lassen.

Hat sich die Technologie in die Richtung entwickelt, die Sie sich vorgestellt oder gewünscht haben?

Neue Technologien begeistern mich, weil sie unser Leben erleichtern und bereichern. Dem Internet hatte ich bereits zu seiner Anfangszeit eine bedeutende Rolle zugetraut und diese Meinung auch publiziert. Trotzdem bin ich vom Umfang überrascht, mit der das Netz in geschäftliche und private Lebensbereiche eingedrungen ist und tradierte Gepflogenheiten abgelöst hat. Ich hatte mir vor knapp 20 Jahren nicht vorstellen können, dass die heutigen Datenübertragungsraten, an Kabel gebunden oder drahtlos, rationalisiert sein könnten. Auch die Leistungsfähigkeit der Suchmaschinen konnte ich mir schlicht nicht vorstellen. Dass ich heute mit Freunden weltweit via Skype und Bildübertragung telefonieren kann, gehörte damals auch nicht zu meiner Vorstellung von der Zukunft.

Was geben Sie Ihren Studierenden mit auf den Weg?

Ich engagiere mich einerseits bei der Förderung besonders leistungsfähiger und begabter Studenten, andererseits versuche ich schwächeren Studenten bezüglich ihrer Studierfähigkeit zu unterstützen. Beiden ‚Gruppen' versuche ich zu vermitteln, dass man mit dem nötigen Engagement all das im Leben erreichen kann, das man sich zum Ziel setzt.

Die Fragen stellte Thomas Deyen

Professor Dr. Erich Steiner

Erich Steiner studierte Physik an der Technischen Universität Stuttgart. Seine Laufbahn als lehrender Forscher begann mit der wissenschaftlichen Mitarbeit bei der Max-Planck-Gesellschaft im Institut für Metallforschung. Von 1978 bis 1994 lehrte Steiner Physik, Mathematik und Informatik.

An die HdM kam er bereits 1988, zunächst als Lehrbeauftragter. 1994 folgte der Ruf als Professor im Studiengang Druck- und Medientechnologie. In dem Studiengang leitet er seit 1995 das Praktikantenamt. Fast zehn Jahre, von 1998 bis 2007, war Erich Steiner Prorektor für Lehre und Organisation in der Hochschulleitung.

Zu seinen aktuellen Lehr- und Forschungsthemen zählen der Digitaldruck und die gedruckte Elektronik. International engagierte sich der begeisterte Hobbyflieger unter anderem beim Aufbau einer Berufsakademie in China oder als Gutachter bei Evaluationen an Schweizer Fachhochschulen.

 

 

VERÖFFENTLICHT AM

17. Februar 2012

KONTAKT

Leider ergab Ihre Suche keinen Treffer. Geben Sie als Suchbegriff nur den Nachnamen ein.

ARCHIV

Personen
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren