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Die künstliche Intelligenz macht bahnbrechende Fortschritte

Die künstliche Intelligenz macht bahnbrechende Fortschritte

 

1984 ist nicht nur der Titel des letzten und vermeintlich berühmtesten Romans aus der Feder von George Orwell. Es ist auch das Jahr in dem Arnold Schwarzenegger zum ersten Mal in die Rolle des Terminators schlüpfte. Als Keanu Reeves dann 15 Jahre später als Neo im ersten Film der Matrix-Trilogie von der bitteren, schlichten Realität in die Existenzkrise getrieben wird, sind wir bereits in der postapokalyptischen Welt der Maschinen angekommen. Der technische Fortschritt der Menschheit ist es, der dies erst möglich machte. Skynet und die Maschinen der Wachowski-Geschwister werden letztlich durch eine Schlüsseltechnologie ermöglicht – der künstlichen Intelligenz. Die kalten Maschinen können plötzlich ein eigenes Bewusstsein und damit einen eigenen Willen entwickeln. Das Ergebnis? Roboter übernehmen die Kontrolle und kennen keine Gnade mehr gegenüber ihrem ursprünglichen Schöpfer.

Das Ganze ging irgendwie schneller als uns lieb war, vor allem aber ging es wohl schneller als wir es für möglich gehalten hatten. Wir haben dabei immer das Gefühl, dass es ja nur Fiktion ist. Eine, wenn überhaupt realistische, doch jedenfalls sehr weit entfernte Zukunft, wäre das. In letzter Zeit werden wir jedoch immer öfter eines Besseren belehrt.

Google kauft Firmen im Bereich der künstlichen Intelligenz und Robotik auf

Im Jahre 2013 bereits machte Google damit Schlagzeilen den Militärroboter-Hersteller Boston Dynamics geschluckt zu haben. Auch fünf weitere Firmen die im Bereich der Robotik arbeiten wurden damals akquiriert. Selbstverständlich geht es hier noch hauptsächlich um Regelungstechnik, irgendwie beschleicht einen aber doch das mulmige Gefühl, dass sich Elemente der künstlichen Intelligenz einschleichen könnten.

Quelle: Youtube.com, Boston Dynamics (https://www.youtube.com/watch?v=LikxFZZO2sk) [Stand 07.02.19]

DeepMind entwickelt Programme für die Brettspiele Schach und Go

Ein Jahr später dann wurde es aber richtig ernst. Alphabet Inc., also Google, erwarb nun die britische Firma DeepMind, welche im Bereich der künstlichen Intelligenz arbeitet. Das Team um Gründer Dr. Demis Hassabis, Mustafa Suleyman und Dr. Shane Legg macht immer wieder in beeindruckender Form von sich reden. Eine Sensation jagt die nächste, in immer kürzeren Abständen. Erst machte das Programm AlphaGo auf sich aufmerksam, welches auf das Brettspiel Go spezialisiert ist. Im Januar 2016 wurde verlautbart, dass der mehrfache Europameister Fan Hui, welcher immerhin den Titel „2. Dan“ trägt, gegenüber AlphaGo auf dem vollen 19x19 Brett und ohne Handicap das Nachsehen hatte. Dieses Event fand schon im Oktober des Vorjahres statt. Im März 2016 schlug das künstliche Hirn dann Lee Sedol, einen der besten Spieler der Welt mit dem Titel „9. Dan“. Es war ein Novum, denn Go galt eigentlich als zu komplex für gewöhnliche Computerprogramme.

Evolution der Schachprogramme

Das Schachspiel ist das vielleicht am längsten untersuchte Spiel in der Geschichte der künstlichen Intelligenz. Die stärksten Programme basieren auf einer Kombination aus ausgefeilten Suchtechniken, spezifischen Anpassungen und manuellen Auswertungsfunktionen, die von menschlichen Experten über mehrere Jahrzehnte hinweg verfeinert wurden. Schachprogramme werden „Engines“ genannt. Eine der derzeit stärksten davon heißt Stockfish. Streng genommen ist eine Schach-Engine jedoch keine künstliche Intelligenz. Lediglich die oben angesprochene Kombination aus mehreren Faktoren, welche nach und nach in Ihrer Bewertung verfeinert wurde, sowie die gegenüber dem menschlichen Hirn haushoch überlegene Rechenpower machen hier den Unterschied zwischen Mensch und Maschine aus.

Ein Bild, das Objekt, drinnen, Schachfigur, Tisch enthält.Automatisch generierte Beschreibung

Quelle: Shutterstock.com, LightField Studios (https://www.shutterstock.com/image-photo/closeup-view-robot-playing-chess-selective-1091830199) [Stand 07.02.19]

DeepMind schickte nun jedoch ein neuartiges Schachprogramm mit dem Namen AlphaZero gegen Stockfish ins Rennen. Maschine gegen Maschine könnte man meinen, doch die Wahrheit sieht hier anders aus. AlphaZero nämlich ist keine klassische Schach-Engine, sondern ein selbstlernendes Schachprogramm. 9 Stunden spielte AlphaZero gegen sich selbst, das genügte um die jahrzehntelang mit Informationen gefütterten klassischen Engines, in diesem Fall Stockfish, alt aussehen zu lassen. Es wurde ein überwältigender Sieg für AlphaZero, auch wenn einige Fragen bezüglich der verwendeten Hardware ungeklärt blieben. Unbestritten ist neben dem reinen Ergebnis auch die Schönheit der Partien, welche ausführlich analysiert wurden. Normalerweise spielen Engines sehr trocken. Magnus Carlsen, der aktuelle Schachweltmeister, merkte einmal an, dass sie wie Idioten spielen würden – und trotzdem immer gewinnen. Eiskalte Kalkulation steckt hier dahinter. Doch die künstliche Intelligenz AlphaZero spielt viel natürlicher – fast jeder Zug lässt sich auch aus der Sicht eines Menschen schlüssig erklären. Umso erstaunlicher, dass dieser eher menschliche Ansatz dem staubtrockenen Ansatz von Stockfish derart deutlich überlegen ist. Etwas Mystisches umgibt dieses Ergebnis immer noch.

Online-Casinos sind ein Anwendungsbeispiel aus der Industrie

Im Bereich der Online-Casinos ist die Spieltheorie das große Thema. Beim Black Jack und Poker werden Theoreme angewandt, welche letztlich zum Gewinn von echtem Geld führen können. Doch Poker etwa ist ein sogenanntes „Bayes-Spiel“, ein Spiel mit unvollständiger Information. Diese sind für Computerprogramme ungleich schwieriger zu beherrschen. Dennoch gibt es schon lange Zeit Pokerbots, also automatisierte Programme für Online-Poker. Für quasi alle Online Casinos auf CasinoPilot24 ist dies ein großes Problem. Manche gehen gar so weit, dass ganze Teams von Experten angeheuert werden um diese Bots zu finden und zu sperren. Je menschlicher diese agieren, desto schwieriger wird dieses Unterfangen letztlich werden. Spieler wollen jedoch in seriösen Casinos spielen, in welchen Sie gegen echte Menschen antreten – und nicht gegen einen Bot.

 

Auch komplexe Videospiele wie Starcraft 2 werden beherrschbar

Eine weitere Variation der DeepMind Kreation nennt sich AlphaStar und spielt das RTS Videospiel Starcraft 2. Bisher galt es als faktisch unmöglich für eine Künstliche Intelligenz einen Menschen in diesem Spiel zu schlagen. Zumindest wenn man die gleichen Voraussetzungen bei den Ressourcen oder Steuerungselementen zugrunde legte. Als zu vielseitig, zu komplex, galten Spiele wie Starcraft 2 bisher. Am 24. Januar 2019 fiel nun jedoch auch diese Bastion des humanoiden Widerstands. Einer der besten Spieler der Welt, Grzegorz „MaNa“ Komincz, verlor 10 Spiele in Folge gegen AlphaStar.

Im letzten und 11. Spiel der Begegnung ging der Mensch, in Gestalt von „MaNa“ dann jedoch siegreich hervor. Darf man dies als ein letztes Aufbäumen werten, oder hat die Maschine vielleicht schon so etwas wie ein Gefühl des Mitleids entwickelt?

 

Quelle: Youtube.com, DeepMind (https://www.youtube.com/watch?v=cUTMhmVh1qs) [Stand 07.02.19]

 

 

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