DE | EN

Studieren. Wissen. Machen.

Alle Studiengänge auf einen Blick

Veranstaltungsbeschreibung

223634a Empirische Medienforschung: Methoden und Theorien

Zuletzt geändert:12.06.2018 / Zöllner
EDV-Nr:223634a
Studiengänge: Medienwirtschaft (Bachelor, 7 Semester), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 4 6 7
Häufigkeit: nur SS
Dozent: Prof. Dr. Oliver Zöllner
Sprache: Deutsch
Art: V
Umfang: 2 SWS
ECTS-Punkte: 3
Workload: 2 SWS / 3 ECTS: 15 Termine zu je 2 SWS = 22,5 Zeitstunden; Vor- und Nachbereitung: 15 Termine zu je 1,5 Zeitstunden = 22,5 Zeitstunden; Konzeptionsarbeit: 9 Termine zu je 5 Zeitstunden = 45 Zeitstunden. Gesamter Zeitaufwand (Workload) = 90 Zeitstunden
Inhaltliche Verbindung zu anderen Lehrveranstaltungen im Modul: Diese Lehrveranstaltung legt die theoretischen und methodologischen Grundlagen für die praktische Umsetzung eines empirischen Medienforschungsprojekts.
Prüfungsform:
Beschreibung: Dieser praxisorientierte Workshop vertieft die bisher erworbenen Kenntnisse auf dem Gebiet der Markt- und Medienforschung. Die wesentlichen Theorieansätze und Erkenntnisse von für das Fachgebiet zentralen Studien und Methodenlehrbüchern werden gemeinsam erarbeitet, analysiert, mit Blick auf ihre Anwendung vertieft und anschließend "im Feld" erprobt.
Übergeordnetes Ziel ist, das erworbene Wissen im parallel angebotenen Transferprojekt praktisch anzuwenden. Daher sollen beide Veranstaltungen auf ein gemeinsames Thema der Medienforschung fokussiert werden. Wir werden quantitative und qualitative Methoden anwenden.
Das heißt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden (je nach Teilnehmerzahl: ggf. in mehreren Gruppen) ein Forschungsprojekt konzipieren und selbständig umsetzen. Am Ende präsentieren sie ihre Ergebnisse und verschriftlichen diese als (Gruppen-)Hausarbeit.

WAS MACHEN WIR IM SOMMERSEMESTER 2018?

Wir werden uns um ein sehr spannendes Thema rund um die Social Media kümmern, mit dem viele Studierende sicher schon einmal Kontakt hatten: mit Flirt- und Dating-Portalen und -Apps. In der Tat scheint es ja bequem und verlockend zu sein, nicht mehr auf Zufallsbekanntschaften (im Club oder an der sprichwörtlichen Käsetheke im Supermarkt) warten zu müssen, sondern Mr. oder Mrs. Right per Matchmaking-Algorithmus gezielt im Netz zu suchen und zu finden. Aber wie gehen Menschen eigentlich mit Angeboten wie Tinder & Co. in ihrem Alltag um? Was machen sie da? Wie gehen die User mit dem Datenschutz [LOL] um? Was hat das für Folgen? Werden sie glücklicher(er)? Finden sie ihre/n erträumte/n Partner/in? Und: Verändert die Nutzung solcher "Menschenbörsen" möglicherweise unser Menschenbild? Leitet uns hier ein Effizienzgedanke? Wird der Mensch gar zur Ware?

Die Teilnehmer*innen werden bei der Suche nach Forschungsthemen eigene Schwerpunkte setzen können. Konkret werden wir im Kurs entsprechende Leitfragen entwickeln und anschließend empirische Beobachtungen, Befragungen und Analysen im Umfeld von Flirt- und Dating-Portalen durchführen.
Erste Hinweise geben uns z. B. Julia Dombrowski (2011) in ihrem Buch Die Suche nach der Liebe im Netz. Eine Ethnographie des Online-Datings. Bielefeld: transcript-Verlag, Jean-Claude Kaufmann (2011): Sex@mour. Wie das Internet unser Liebesleben verändert, Konstanz: UVK, Jan Skopek (2012): Partnerwahl im Internet. Eine quantitative Analyse von Strukturen und Prozessen der Online-Partnersuche. Wiesbaden: VS, John C. Bridges (2012): The illusion of intimacy: Problems in the world of online dating. Santa Barbara: Praeger, oder Elisa Arians et al. (2015): Mobiles Dating, in: Oliver Zöllner (Hrsg.): #Neuland #Individuum #Gesellschaft. Ethik in einer digitali­sierten Welt. Sechs Fall­studien. Stuttgart: Hoch­schule der Medien, S. 306-416. Sherry Turkle (2015) widmet in ihrem Buch Reclaiming conversation: The power of talk in a digital age, New York: Penguin Press, der "Romance" (Tinder & Co.) ein kritisches Kapitel (S. 177-207). Auch die hochinteressanten Bücher von Eva Illouz (2011): Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung. Berlin: Suhrkamp, und (2007): Der Konsum der Romantik. Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus. Frankfurt am Main: Suhrkamp sowie Howard Gardner & Katie Davis (2013): The App Generation: How today's youth navigate identity, intimacy, and imagination in a digital world. New Haven, London: Yale University Press sollen uns inspirieren! David Byrne (2017) meint übrigens in einem seiner Essays, Apps würden uns letztlich vor allem davon abhalten, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten: sie würden "den menschlichen Faktor ausschalten" [im Original: "Eliminating the human"]. Ist da auch mit Blick auf Dating-Apps was dran?

Ziel des Moduls ist, die Mechanismen der Aneignung von Medienangeboten und ihrer Inhalte sowie des Umgangs damit in ihren jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Kontexten zu verstehen. Wir werden uns dabei auch mit Ansätzen der Digitalen Ethik auseinandersetzen [Charles Ess (2014): Digital media ethics. 2nd ed. Cambridge, Malden: Polity Press.]

Die Studierenden sind nach Abschluss des Modulteils in der Lage,
- relevante Literatur kompetent zu recherchieren, rezipieren und auszuwerten,
- Ergebnisse der empirischen Medienforschung zu verstehen,
- entsprechende Untersuchungen auf ihren Theoriegehalt zu überprüfen und ggf. weiterzuentwickeln,
- teilweise oder voll eigenständig an empirischen Lösungen bei Fragestellungen der Medienforschung zu arbeiten,
- theoretische Behauptungen und Erklärungen auf ihren empirischen Gehalt abzuschätzen,
- eigenständig Ergebnisberichte zu verfassen.
English Title: Empirical Media Research: Methods and Theories
Literatur: Babbie, Earl (2011): Introduction to social research. 5th (internationall) ed. Belmont CA: Wadsworth.
Brosius, Hans-Bernd; Haas, Alexander; Koschel, Friederike (2016): Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Eine Einführung. 7. Aufl. Wiesbaden: VS.
Kromrey, Helmut; Roose, Jochen; Strübing, Jörg (2016): Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung mit Annotationen aus qualitativ-interpretativer Perspektive. 13. Aufl. Konstanz/München: UVK/Lucius & Lucius.
Kühn, Thomas; Koschel, Kay-Volker (2018): Gruppendiskussionen. Ein Praxis-Handbuch. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS.
Lamnek, Siegfried; Krell, Claudia (2016): Qualitative Sozialforschung. Lehrbuch. 6. Aufl. Weinheim ; Basel: Beltz.
Meyen, Michael; Löblich, Maria; Pfaff-Rüdiger, Senta; Riesmeyer, Claudia (2011): Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 1. Aufl. Wiesbaden: VS.
Mayring, Philipp (2015): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 12. Aufl. Weinheim: Beltz.
Mikos, Lothar; Wegener, Claudia (Hrsg.) (2017): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. 2. Aufl. Konstanz: UVK.
Möhring, Wiebke; Schlütz, Daniela (2010): Die Befragung in der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 2. Aufl. Wiesbaden: VS.
Porst, Rolf (2014): Fragebogen. Ein Arbeitsbuch. 4. Aufl. Wiesbaden: SpringerVS.
Scheufele, Bertram; Engelmann, Ines (2009): Empirische Kommunikationsforschung. Konstanz: UVK.

Interviews und Datenschutz:

Ein sehr hilfreiches Dossier zum Thema "Interviews datenschutzrechtkonform führen und verarbeiten" (mit Vorlagen für Datenschutzerklärungen etc.) finden Sie hier: www.audiotranskription.de/qualitative-Interviews-DSGVO-konform-aufnehmen-und-verarbeiten.

Ethische Aspekte der Forschungspraxis:

Schlütz, Daniela; Möhring, Wiebke (2018): Between the devil and the deep blue sea: Negotiating ethics and method in communication research practice. In: Studies in Communication and Media, 7. Jahrg., Nr. 1, S. 31-58. Onlinequelle: www.nomos-elibrary.de/10.5771/2192-4007-2018-1-31/.


Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
Internet: EINIGE STUDIEN/ARTIKEL ZU ONLINE-DATING(-PORTALEN):
• Anderson, Ryan (2016): The ugly truth about online dating: Are we sacrificing love for convenience? Psychology Today online (6.9.), URL: www.psychologytoday.com/blog/the-mating-game/201609/the-ugly-truth-about-online-dating.
• Duportail, Judith (2017): I asked Tinder for my data. It sent me 800 pages of my deepest, darkest secrets. The Guardian online (26.9.), URL: www.theguardian.com/technology/2017/sep/26/tinder-personal-data-dating-app-messages-hacked-sold.
• The Ethics Centre (2015): Summary: The ethics of online dating. The Ethics Centre (18.3.), URL: www.ethics.org.au/on-ethics/blog/march/summary-the-ethics-of-online-dating.
• Farnsworth, Bryn (2017): The science of online dating: A case study (and how to find the perfect Tinder image). Imotions (15.8.), URL: imotions.com/blog/science-tinder-case-study/.
• Linaa Jensen, Jakob; Scott Sørensen, Anne (2013): "Nobody has 257 friends": Strategies of friending, disclosure and privacy on Facebook. In: Nordicom Review, Vol. 34, No. 1, 49-62. Online Version: www.nordicom.gu.se/sites/default/files/kapitel-pdf/10331-volume34_issue1_04_paper.pdf.
• Rosenbloom, Stephanie (2011): Love, lies and what they learned. New York Times online (12.11.), URL: www.nytimes.com/2011/11/13/fashion/online-dating-as-scientific-research.html.
• Smith, Aaron; Anderson, Monica (2016): 5 facts about online dating. Pew Research Center (29.2.), URL: www.pewresearch.org/fact-tank/2016/02/29/5-facts-about-online-dating/.
• Vallor, Shannon (2015): Social networking and ethics. In: Stanford Encyclopedia of Philosophy (21.8.), URL: plato.stanford.edu/entries/ethics-social-networking/.

VIDEOS ZUM THEMA:
• Karim, John (2016): Online dating: Cyberspace vs realspace. YouTube (8.9.), URL: www.youtube.com/watch?v=A6lbAErfK3Q.
• Rockall-Schmidt, Georg (2017): Online dating explained: How romance has been commodified. YouTube (12.8.), URL: www.youtube.com/watch?v=w2ADhFY7ZHU.

FACHZEITSCHRIFTEN und LITERATURDATENBANKEN:
Das Portal Quasus: Methoden qualitativer Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung bietet hervorragende Einführungen und Literaturtipps - einfach mal auf die Reiter "Was muss ich wissen?", "Wie kann ich vorgehen?" und "Wer kann mir helfen?" klicken!
Das Social Research Update der University of Surrey (UK) bietet hervorragende Überblicke über (fast) alle Verfahren und Methoden der Sozial- und Medienforschung.
Online-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS).
Artikel aus der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" als PDFs (ab Jahrgang 1997) unter www.media-perspektiven.de.
Artikel (bzw. ganze Hefte) der Fachzeitschrift "Medien & Kommunikationswissenschaft" als PDFs (ab Jahrgang 2000).

ANALYSESOFTWARE:
Eine Übersicht über Statistik-Software (darunter auch diverse kostenlose!) finden Sie hier. Es gibt mehr als nur SPSS...
Eine Einführung, wie man mit Word (!) qualitative Textkorpora auswerten kann, gibt der Artikel "Die technikunterstützte Analyse von qualitativen Daten mit Word" von Bruno Nideröst.
Eine Software zur Auswertung von Texten mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist QCAmap - und ist kostenfrei!
Schön ist auch MAXQDA [Demoversion hier], nicht zuletzt das Infotutorial/Webinar lohnt sich anzuschauen.
Mit Catma (kostenlos!) lassen sich Textbestände qualitativ kodieren und auswerten.
Für Mac gibt es auch die Software Annotations zur Auswertung von qualitativen Textdaten - mit einer kostenlosen Basisversion und einer relativ günstigen Vollversion.

MEDIENFORSCHUNGSDATEN:
Mediendaten Südwest: Aktuelle Basisdaten zu TV, Hörfunk, Print, Film und Internet - und viele Links.
Quotenmeter.de: Fernsehreichweiten und -marktanteile aus Deutschland und Übersee.

SONSTIGE QUELLEN:
Hans-Jürgen Andreß: Glossar zur Datenerhebung und statistischen Analyse. Onlinequelle: uni-koeln.de/glossar/stichwor.htm.
Featherstone, Liza (2018): Talk is cheap: The myth of the focus group. Focus groups make us feel our views matter – but no one with power cares what we think. The Guardian online (6.2.), URL: www.theguardian.com/news/2018/feb/06/talk-is-cheap-the-myth-of-the-focus-group.
Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren