Über die Konferenz

Einführung

Medien sind an unserer sozialen, kulturellen und politischen Wirklichkeitskonstruktion beteiligt und sind somit ein gesamtgesellschaftlicher Faktor. Die Frage der „Mediengewalt“ (korrekter: der „Gewalt in den Medien“) kann nicht unabhängig von unserem gesellschaftlichen Umgang mit Gewalt, kulturellen Gewaltverständnis und sozialen Wert- und Normensystemen – mithin auf Basis ethischer Reflexion – beantwortet werden. In diesem Zusammenhang sind auch kulturspezifische und kulturübergreifende Aspekte von Bedeutung. Ausprägungen und Sichtweisen von Gewalt sind zudem aus einer zivilisatorischen Perspektive zu betrachten: Diese unterliegen einer steten Veränderlichkeit; gegenwärtig vollzieht sich in der Wahrnehmung und im Umgang mit Gewalt ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel.

Die Vielfalt neuer medialer Plattformen, Techniken und Anwendungen beherbergt eine Vielfalt an potenziellen Ausdrucksmöglichkeiten von Gewalt durch und mit Medien. Obwohl die damit einhergehenden Problematiken in der Öffentlichkeit zunehmend an Relevanz und Bedeutung gewinnen, scheint das reale Ausmaß unklar zu sein; ein Überblick über die Ausdrucksformen wird aufgrund der Komplexität des medialen Angebots erschwert. Dies wirft wiederum die Frage auf, wie ethisches Leben – und damit generationsübergreifendes Vorleben ethischen Handelns – in einer durch mediale Alltagspraktiken geprägten Gesellschaft geschehen kann bzw. welche Bedeutung ethische Leitsätze und Tugenden unter solchen Gesichtspunkten in Vermittlung und Rezeption erhalten.

Konferenzziele

Ziel der Konferenz ist es, das komplexe Spannungsfeld wie auch die Zusammenhänge von Gewalt, Medien und Ethik aus wissenschaftlicher Perspektive, aber auch für ein breites Publikum aufzubereiten. Die Konferenz möchte aufgrund dieser Komplexität einen Beitrag dazu leisten, gegenwärtige konfliktreiche Diskussionen um den Zusammenhang von Gewalt, Medien und Ethik zu reflektieren. Gegenwärtige gesellschaftliche Leitfragen sollen aufgegriffen und ggf. umformuliert werden.

Aufbau & Durchführung

Im Mittelpunkt dieser dreitägigen internationalen Europakonferenz stehen die Relationen von Ethik, gesellschaftlichem Wandel und medialen Ausdrucksformen sowie mögliche Lösungs-strategien im Sinne verantwortungsvoller und nachhaltiger Handlungsstrategien/-konzepte. Sie wird ein facettenreiches Spektrum an Medien und Disziplinen berücksichtigen.

Die Veranstalter möchten daher ausreichend Raum und Zeit für Diskussionen, für den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen als auch Nicht-Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlerinnen bieten. Nach jedem Vortrag sowie in den Podien besteht die Möglichkeit zum inter- bzw. transdisziplinären Dialog: Wissenschaftler erhalten neue Impulse und können sich auf internationaler Ebene austauschen, das interessierte Publikum erhält die Möglichkeit, praxisnahe Lösungsstrategien zu erörtern und das alltägliche Medienhandeln zu reflektieren.

Die Veranstaltung beginnt mit einem Überblick über den Zusammenhang von Gewalt und Medien sowie mit einer metaethischen Analyse medialer Gewalt. Im Laufe des zweiten Tages werden – ausgehend von einem zivilisationstheoretischen Überblick – gruppenbezogene und individuelle Identitätsaspekte sowie interaktive, performative und sprachliche Formen der Gewalt, z.B. Cybermobbing, aufgegriffen. Der dritte Tag schließt mit einer Abschlussbetrachtung ethischer Perspektiven und Überlegungen zur gegenwärtigen Situation medialer Gewalt.

Zielgruppen Vertreter und Vertreterinnen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und Forschung, Medienunternehmen, Pädagogik, Zivilgesellschaft.