Artikel per Mail verschicken   Druckansicht

Medienethik 15. Januar 2009

META 2008
„Wertevermittlung in der politischen Berichterstattung“

Preisträger
• Jörg Ulrich Hahn für „Die Doppelmoral der politischen Spiele“ erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
• Dr. Frank Wittmann für „Sinn und Unsinn der Entwicklungshilfe“ erschienen in „Die Gazette“.
• Inga Klees und Eva Simon für „Medizin-Rationierung“, TV-Beitrag für das MDR-Magazin „FAKT“.
• Annette Langer für „Georgiens Opposition hungert für mehr Demokratie“ erschienen auf „Spiegel-Online“.

Keynote-Speaker
Günther-Martin Pauli, medienpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Medienpolitik im Landtag von Baden-Württemberg

Zur Detailansicht Verleihung des Medienethik-Awards im Foyer der HdM (Foto: Sven Cichowicz)  - Zur Detailansicht
Verleihung des Medienethik-Awards im Foyer der HdM (Foto: Sven Cichowicz)
Zur Detailansicht Preisträger und Organisatoren  (Foto: Sven Cichowicz)  - Zur Detailansicht
Preisträger und Organisatoren (Foto: Sven Cichowicz)
Zur Detailansicht Der META (Foto: Sven Cichowicz)  - Zur Detailansicht
Der META (Foto: Sven Cichowicz)

Ausgezeichnet wurden Jörg Ulrich Hahn von der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", Dr. Frank Wittmann für "Die Gazette", Inga Klees und Eva Simon vom MDR-Magazin "FAKT" und Annette Langer von "Spiegel Online". Der META wurde 2008 in den Kategorien Zeitung, Zeitschrift, Fernsehen und Online ausgelobt. Günther-Martin Pauli, medienpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Medienpolitik im Landtag von Baden-Württemberg, hat die Preise übergeben.

Aufklärung und Information

Jörg Ulrich Hahn von der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" überzeugte
die Jury mit seinem Artikel "Die Doppelmoral der politischen Spiele". In dem vier Monate vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking erschienenen Beitrag setzte er sich mit der Frage auseinander, ob Funktionäre und Sportler auch eine politische Verantwortung tragen. "Durch den außerordentlichen Fokus auf Aufklärung des Lesers und den hohen Anteil an informativen Passagen wird der Text unserem Anspruch nach Meinungsbildung und Informationsvermittlung in besonderem Maße gerecht. Der Artikel hebt sich durch seine differenzierte Darstellung des Sachverhaltes von der Masse der erschienenen Beiträge positiv ab und öffnet dem Leser neue Blickwinkel auf den Themenkomplex", erläutert HdM-Student Julian Maier in seiner Laudatio.

Argumentation und umfassende Vermittlung

Mit "Sinn und Unsinn der Entwicklungshilfe" setzte sich Dr. Frank Wittmann in seinem Artikel für die Zeitschrift "Die Gazette" auseinander. Er betrachtete insbesondere die dysfunktionale Rolle der Medien im Senegal. HdM-Student Peter Feneberg fasst die Entscheidung der studentischen Jury in seiner Laudatio zusammen: "Der Beitrag zeichnet sich vor allem durch den argumentativen Gehalt der Aussagen, eine umfassende Vermittlung der politischen Sachverhalte sowie eine differenzierte Betrachtung aus. Aufgrund seiner ausführlichen Analyse des Mediensystems wird leicht nachvollziehbar, welche Folgen ein fehlender Berufsethos, wirtschaftliche Abhängigkeiten und der Mangel an Regulierung, die ja auch Pressefreiheit sicherstellen kann, bedeuten. Damit erfüllt der Beitrag wesentliche diskursethische Anforderungen".

Fundierte Darstellung

"Eva Simon und Inga Klees, Preisträgerinnen in der Kategorie Fernsehen, schaffen es mit dem FAKT-Beitrag "Medizin-Rationierung" anhand von praktischen Beispielen eine fundierte Darstellung der aktuellen Situation im deutschen Gesundheitswesen und die damit zusammenhängenden Herausforderungen an die Politik zu vermitteln", erklärt HdM-Student und Laudator Philipp Kukemüller. Die studentische Jury habe sich für den Beitrag entschieden, da er durch seine Ausgewogenheit, die lebensweltliche Anschlussfähigkeit, ein hohes Maß an Transparenz und die Fokussierung auf die ethische Dimension des Themas überzeuge.

Unterschiedliche Perspektiven und Hintergründe

Spiegel-Online-Journalistin Annette Langer erhielt den Medienethik-Award für ihren Artikel "Georgiens Opposition hungert für mehr Demokratie". Ethische Werte, wie die Verantwortung der Politik, Gerechtigkeit, Demokratie und die Forderung der Hungerstreikenden nach freien und fairen Wahlen, stehen im Mittelpunkt ihres Textes. "Durch die unterschiedlichen Perspektiven sowie eine ausführliche Betrachtung der Hintergründe wird eine objektive Berichterstattung ermöglicht und der Leser zur eigenen Meinungsbildung aufgefordert", begründet HdM-Studentin Katharina Michailov die Auszeichnung in ihrer Laudatio.

Qualitätssiegel

Der Medienethik-Award META versteht sich als Qualitätssiegel für wertebewusste und ethisch orientierte Medieninhalte. Grundsätzliches Ziel des META-Projekts ist es, positive Beispiele eines gesellschaftlich verantwortungsvollen und wertebewussten Journalismus hervorzuheben und die Studierenden für die Teilnahme am politischen Diskurs in der Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Der META wird von Studierenden der Medienwirtschaft an Journalisten, Redaktionen und andere Medienschaffende verliehen. Die Preisträger werden stets von einer studentischen Jury ausgewählt. Sie analysiert jedes Jahr journalistische Beiträge anhand der "MediaCharta", einem von Studierenden eigens für den Preis erstellten Kriterienkatalog.

Reflexion über Medieninhalte

Betreut wird das Projekt von Professorin Dr. Petra Grimm, Ethikbeauftragte der HdM und Dekanin der Fakultät Electronic Media, und Dr. Wilfried Mödinger, Professor im Studiengang Medienwirtschaft. "Für die Jury, die aus dem Studiengang Medienwirtschaft gebildet wurde – aber sicherlich für alle Studierende unserer Hochschule – ist es ein eminent wichtiger Lernprozess, die Qualität einer politischen Berichterstattung zu erkennen und beurteilen zu können. Studierende dieser Hochschule lernen, wie man Qualität in den Medien professionell erzielt: bei der technischen Produktion, bei der Gestaltung und bei der Budgetierung", erklärt Professorin Dr. Petra Grimm. "Aber es gibt noch ein weiteres Ausbildungsziel, das essenziell für ein Studium der Medien ist: die Reflexion über Medieninhalte, deren Qualitätsniveau und auch deren Mängel", so Grimm.

Der META wird seit 2003 einmal jährlich zu wechselnden Fragestellungen aus dem Bereich der Medienethik vergeben. Bisherige Themen waren etwa "Crossmediale Konzepte von Kinder- und Jugendmedien", "Zukunft der Gesellschaft und nachhaltige Entwicklung", "Bildung und Medien", "Wirtschaft und Ethik" oder "Kriegsberichterstattung im Irakkrieg".

Die Preisverleihung wird von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK), der Dekra Certification GmbH, Stuttgart, dem Referat für Technik- und Wissenschaftsethik an den Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg (rtwe), Karlsruhe, und der Stuttgarter Zeitung unterstützt.

Bilder zu dieser Pressemitteilung finden Sie im HdM-Bildarchiv unter dem Monat der Veröffentlichung (01.2009). Die Verwendung des Bildmaterials ist bei Nennung der Quelle vergütungsfrei gestattet. Das Bildmaterial darf nur in Zusammenhang mit dem Inhalt dieser Pressemitteilung verwendet werden.



Weiterführende Links

META
Studiengang Medienwirtschaft

Kontakt

Name:
Prof. Dr. Petra Grimm
 
Ethikbeauftragte der HdM und Dekanin der Fakultät Electronic Media
Telefon:
0711 8923 2234
E-Mail:
grimm@hdm-stuttgart.de
Name:
Helena Salewski und Tobias Maroni
 
META-Projekt-Team, Studierende der Medienwirtschaft
Telefon:
0176 2152 0714 und 0179 140 9469
E-Mail:
meta@hdm-stuttgart.de