Kommentare zum Beitrag "Jacko vs. Neda "

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Michael Jackson stirbt und alle trauern. Der Popstar verdrängt damit die Iranerin Neda, seit ihrem Tod Symbol des Widerstands im Iran, vom ersten Platz der kollektiven Anteilnahme. Wie kann das sein?


Paula

13.07.2009 | 14:02 Uhr
Schön und gut - mich nervt die Dauerberichterstattung auch. Ich bin kein Michael Jackson Fan. Kein Clubabend, kein Konzert ohne Jacko Huldigung. Aber der Vergleich hinkt. Wie es sein kann, dass Michael Jackson "die Iranerin Neda, seit ihrem Tod Symbol des Widerstands im Iran, vom ersten Platz der kollektiven Anteilnahme" verdrängt? Wie das sein kann??? Michael Jackson war nunmal ein weltweit kaum vergleichbarer Superstar und steht Zeit seines Lebens stark im öffentlichen Interesse - und hat seine Popularität bereits VOR seinem Tod erlangt, nicht mit diesem. Ich denke daher der Bekanntheitsgrad von Michael Jackson vor seinem Tod (!) und der von der Iranerin Neda könnte die Antwort liefern. Der Artikel unterstellt das aufkommende Interesse erst durch das Agenda Setting.
Ich glaube es hätte die Menschen extrem verwundert und verärgert wenn das Thema nur marginal behandelt worden wäre. Denn die Medien können auch nicht nur die Nachrichten berücksichtigen, die die Redaktion interessiert. Ein Grund für die Entscheidung der Tagesschau, das Thema an erster Stelle zu bringen. Schließlich geht es hier nicht um irgendeinen unbekannten D-Promi wie kürzlich diese "No Angels" Sängerin. Dies wäre wohl ein angemessener Vergleich gewesen.

Man bedenke: Es gibt Menschen, die nicht erst 1985+ geboren wurden und ihn als mehr gesehen haben als einen skurrilen alternden Ex-Star, der aufgrund seines "fahrlässigen Umgangs mit seinem Körper offensichtlich nicht ganz unschuldig am eigenen Tod war". Darin mag ja genau die Tragik seiner Person liege, die die Menschen über lange Jahre sehr bewegt hat - ein sehr gebrochener Superstar, der zu solch abstrusen, irrationalen Handlungen fähig war. Von seinen eigenen Interessen auszugehen ist immer der falsche Weg.
Dennoch ganz klar: Uri Geller zur Stellungnahme in den "Tagesthemen" einzublenden scheint doch deutlich überzogen. Die Art und Weise der Darstellung ist wie immer das Problem - aber gewiss nicht die Tatsache, das Michael Jackson mehr Aufmerksamkeit erhält als Neda.


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