Kommentare zum Beitrag "Umgang mit Nachdrucken von NS-Propaganda"

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Im letzten Jahr griff die Justiz gegen das Projekt "Zeitungszeugen" durch und beschlagnahmte einige Ausgaben, die einen Nachdruck einer NS-Zeitung enthielten. Im Landtag wurde die Frage des Umgangs mit Nachdrucken nun mit Experten diskutiert, darunter HdM-Professor Roland Mangold.


Uwe Kamstiess

13.07.2010 | 09:32 Uhr
Das sich eine demokratische Regierung, wie die Bayrische auf das Urheberrecht von Zeitzeugen, wie Nazi-Propaganda beruft, empfinde ich erschütternd und zugleich bezeichnend.

Dienlich ist das doch wohl nur, um damals Beteiligte erneut zu schützen?

Um eine Aufarbeitung dieser Zeit, kann es nur heißen:
Ausschaltung des Urheberrechts auf jedweilige Drucke, Tondokumente, u.ä..
Aber darauf hat wohl die (nicht nur) bayrische Regierung kein Interesse?


Tanja Rupp

13.07.2010 | 01:00 Uhr
Sehr geehrter Herr Professor Huse,

vielen Dank für den Hinweis.
Ich habe das im Text auch gleich geändert.

Mit besten Grüßen
Tanja Rupp


Prof. Ulrich Huse

12.07.2010 | 21:02 Uhr
Liebe Tanja Rupp,

nur ein kleiner Hinweis in Sachen Schutzfristen: Der Urheberschutz für die Werke von Adolf Hitler endet nicht »im Jahr 2015«, sondern erst Ende 2015. Im Urhebergesetz heißt es dazu (§ 69):
»Die Fristen (...) beginnen mit dem Ablauf des Kalenderjahres, in dem das für den Beginn der Frist maßgebende Ereignis (in der Regel also der Tod des Autors, U.H.) eingetreten ist.«
Die 70-jährige Schutzfrist für »Mein Kampf« wird also ab dem 1.1.1946 berechnet und erlischt folglich auch erst am 31.12.2015, 24 Uhr.
Diese Regelung bedeutet, dass Werke faktisch bis zu 71 Jahre nach dem Tod des Autors geschützt sein können (wenn dieser zu Jahresbeginn verstorben ist).

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Ulrich Huse
Studiendekan Mediapublishing


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