Kommentare zum Beitrag "Sterben 2.0"

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Sterben ist gar nicht mehr so einfach: Denn im Internet bleiben viele Spuren zurück. Der E-Mail-Account, die Community-Profile oder die eigene Webseite. Der neueste Clou: Der QR-Code auf dem Grabstein. Mit ihm können noch auf der Trauerfeier Informationen zum Verstorbenen abgerufen werden.


Axel Roth

14.10.2012 | 19:52 Uhr
Hallo Rainer,

vielen Dank für deine Worte. Tatsächlich hat mich dein Beitrag dazu angeregt über das Thema intensiv nachzudenken. Denn eines ist klar: Einen Reset-Knopf gibt es nicht.

Ich empfehle daher folgende 2 Grundregeln:
- Veröffentliche nur Informationen/Bilder/Standorte über Dich, die weder dir noch deinen Angehörigen zum Verhängnis werden können.
- Deaktiviere Web-Accounts sobald du diese nicht mehr regelmäßig nutzt.

Unter Berücksichtigung dieser beiden Verhaltensregeln kann man bereits viel Schaden/ Druck von Angehörigen nehmen.

Und eines wird dabei auch deutlich: Man muss diese Regeln in Schulen und Hochschulen aktiv verbreiten.

Viele Grüße


Rainer (rr08)

09.10.2012 | 20:11 Uhr


Ein QR-Code auf dem Grabstein mag heute noch skurril sein, in ein paar Jahren ist er es vielleicht nicht mehr.
Es könnte aber auch sein, das die Menschen bis in ein paar Jahren festgestellt haben, dass im Internet doch nichts sooo lange bestand hat, wie man sich das vielleicht denkt. Da macht dann auch ein QR-Code keinen Sinn, der vielleicht auf eine URL zeigt, die wenige Jahre später schon nicht mehr gültig ist.

Vielleicht sollte wir uns damit abfinden, dass nicht nur unser Körper vergänglich ist sondern auch unsere virtuellen Spuren nach und nach im digitalen Nirvana verschwinden...

Viel spannender aber leider auch schmerzhafter ist viel eher die Frage, was bedeutet das Sterben in einer "digitalen Welt" für die Hinterbliebenen?
Vor ein paar Wochen kam ein Freund von mir bei einem Unfall ums Leben. Und von heute auf morgen ist man da als Hinterbliebener mit Fragen konfrontiert, über die man sich vorher keine Gedanken gemacht hat:
- Will der Verstorbene, dass seine Facebook-Seite eine Erinnerungsseite wird oder nicht?
- Wenn die Seite zu einer Erinnerungsseite umgebaut wird, dann wird das Profil von Facebook für immer(!) für Logins gesperrt, Freunde des Verstorbenen können aber weiterhin auf die Wall des Verstorbenen posten... will ich das wirklich?!
- Kann ich mich einfach in die Accounts des Verstorbenen einloggen und diese löschen, oder gebe ich mich dadurch als jemand anderer aus und begehe ein Betrugsdelikt?
- Und was passiert z.B., wenn sich die Nachricht des Todes schon herumgesprochen hat, ich aber bei der Nachlassverwaltung den Rechner des Verstorbenen anmache und dabei automatisch z.B. Tools wie Skype online gehen und damit Anderen suggerieren, der Verstorbene wäre online?

In der Tat, es lohnt sich - wie im Artikel erwähnt - schon zu Lebzeiten über diese Fragen nachzudenken und vorzusorgen (auch in jungen Jahren)

Rainer


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