Kommentare zum Beitrag "Die Literatur-'Säuberung'"

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Weil das Wort "Neger" politisch unkorrekt ist, will der Stuttgarter Thienemann-Verlag seinen Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" aktualisieren, obwohl dies im Original so formuliert wurde. Der Verlag sieht sich in der Verantwortung und will in all seinen Klassikern fragliche oder veraltete Worte streichen.


Ali Schwarzer

23.01.2013 | 22:41 Uhr
Der Begriff N. war auch damals rassistisch, weil er mit der Zeit der Kolonialisierung nach Deutschland kam und zur Herabwürdigung schwarzer Menschen verwendet wurde. Als Preußler das Buch damals schrieb, war es nur viel mehr Menschen piepschnurzegal, was schwarze Menschen damit durchmachen. Als Die Kleine Hexe geschrieben wurde, war es übrigens gerade mal 24 Jahre her, dass N. in deutschen Zoos ausgestellt wurden. Die Einleitung ist daher äußerst schwach.


Wolfgang Faigle

22.01.2013 | 13:11 Uhr
Ich finde es prima, dass die Redaktion der website diesen Vorgang aufgreift, aber schade, dass ihre Meinung dazu nicht recht deutlich wird - mir jedenfalls nicht. Ein zusaetzlicher Kommentar waere meines Erachtens angebracht.
Zur Sache: Mich erinnert dieses Nachfuehren literarischer Werke an das aktuell politisch Erwuenschte stark an "1984". Andererseits wundert mich eingedenk der mittelalterlichen Hexenverfolgung, dass eine Hexe, sei sie noch so klein und noch so sympathisch, nicht an sich als politisch unkorrekt gilt. Sollte man dann nicht besser das ganze Buch verbieten, zusammen mit den Bibi-Blocksberg-Filmen natuerlich ?
Ausserdem bin ich auf die gesaeuberten Fassungen von "Onkel Toms Huette" und "Othello" gespannt.


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