Kommentare zum Beitrag ""Organisation ist alles""

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Während die Kommilitonen feiern gehen, bleiben Deborah und Jana, zwei Studentinnen der Hochschule der Medien (HdM), zu Hause und passen auf ihre Kinder auf. Das Leben als Studentin und Mutter ist nicht einfach, aber machbar. Gelernt wird in Nachtschichten. Die HdM will die studentischen Eltern unterstützen. Demnächst gibt es auch eine Facebook-Seite, auf der sich die Mütter und Väter vernetzen können.


Sarah Rowan

23.06.2019 | 16:02 Uhr
Hallo,

Dieser Beitrag hat nur viel Mut und Hoffnung gegeben. Ich bin 27 und habe ein Schulkind und ein kita- Kind und will mich für 2019 sig der HDM bewerben. Ich hoffe ich bekomme auch alles so toll gebacken


Anneli

27.01.2014 | 10:34 Uhr
Als "Studierende" mit Kind bzw. eigentlich zur Zeit noch im Urlaubssemester mit Kind (bei aller Anstrengung habe ich erst Ende November einen Kitaplatz für meinen Sohn bekommen, zum WS Start war gar nichts möglich und am Ende ist man tatsächlich dankbar wenn man überhaupt einen Krippenplatz bekommt) las ich diesen Artikel mit großem Interesse.

Mir geht es beim Lesen ähnlich wie Christine. Es klingt so, als sei alles "nur" eine Frage der Organisation. Dazu muss ich sagen, dass ich mich bereits vor der Geburt meines Kindes um Krippenplätze beworben habe: auch beim Studentenwerk. Und dort ist die Situation ähnlich wie in anderen Kitas: lange Wartelisten! Da meine Eltern und Schwiegereltern gut vier Auto Stunden von uns entfernt wohnen und selbst auch noch berufstätig sind ist es quasi unmöglich ohne Oma und Opa im Hintergrund und ohne Betreuungsplatz mehr oder weniger regulär weiter zu studieren. Hinzu kommt, dass ich den Eindruck hatte, dass wenn man als Studentin ein Kind bekommt einige Dozenten meinen man könne das Kind ja quasi nach der Geburt in eine Krippe geben und so gut es geht weiter studieren: aber ehrlich gesagt hätte ich mein Kind gar nicht vor sechs Monaten in eine Krippe geben wollen! Eine Kinderfrau oder private Kita muss man sich leisten können. Und wer sich noch nicht in Stuttgart um eine Kita bemüht hat kann sich nicht vorstellen, wie begehrt die Krippenplätze ab 6 Monaten bzw. 12 Monaten sind.

Ich habe auch gehofft, dass es mehr aktive Unterstützung an einer Hochschule geben würde die als familienfreundliche Hochschule zertifiziert wurde: als ich im Sommer 2012 fragte, ob es eine Möglichkeit gibt sich mit anderen Studierenden mit Kind auszutauschen um vielleicht auch mal Betreuungsengpässe gemeinsam zu organisieren sagte man mir auch, dass man die Daten nicht erfasst habe bzw. nicht weiter geben könne. Sicher wird es hilfreich sein, wenn man erst einmal weiß, wer sonst noch mit Kind studiert! Denn die wenigstens bringen ihr Kind mit zur HdM.

Es ist in der Tat wirklich eine sehr große organisatorische Herausforderung die vielen Projektgruppenarbeiten mit Kind bewältigen zu können. Auch Kommilitonen ohne Kind aber mit Nebenjob sagen ja, dass es immer schwierig ist einen gemeinsamen Termin zu finden. Aber sie sind dennoch um einiges flexibler als diejenigen, die überlegen müssen "was mache ich mit dem Kind". Spätnachmittags oder Abends ist es aufgrund der Kita Schließzeiten quasi unmöglich ohne Kind zu einer Projektarbeit zu gehen. Ähnlich sehe ich das mit der streng genommenen Anwesenheitspflicht in einigen Seminaren.

Mein Bachelor Studium habe ich ohne Kind an der Uni Tübingen gemacht. Dort hat man aber auch als Studierende ohne Kind viel von den Möglichkeiten für Studierenden mit Kindern gehört. Es gab sogar einen Spielraum für die Kinder. Die Wickelmöglichkeit an der HdM ist im Keller weit abgelegen von den meisten Seminarräumen…

Sicherlich kann man sagen, dass sich viele Studierenden mit Kind bewusst für ihr Kind entschieden haben, aber das Studieren würde erleichtert werden, wenn sich die Randbedingungen und ein aktives Unterstützungsangebot verbessern würde. Mit Sicherheit würden sich die Studierenden dabei auch aktiv selbst einbringen. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit einer "Mini-Notkrippe" für Studierende und angestellte der HdM bei der man sein Kind für die Dauer eines Seminars oder eins Referatstreffens abgeben kann. Viele Kitas schließen bereits um 13:00 Uhr oder um 16:00…. Was macht man dann mit den Seminaren oder den Treffen an denen man teilnehmen muss/möchte?

Ich bin sehr gespannt wie sich die Dinge entwickeln und wie es mit dem Verständnis und der Flexibilität einzelner Dozenten aussieht wenn ich zum Sommersemester wieder "regulär" mein Masterstudium fortsetzen möchte; wenn das Kind krank wird, nicht in die Kita kann, man mit dem Kind schlaflose Nächte durchlebt...


Lea

24.01.2014 | 21:59 Uhr
An der HdM besteht in jedem Fall noch eine Menge Ausbaubedarf für die Schaffung besserer Bedingungen für Studierende mit Kind. Im Gegensatz zu anderen FHs und Unis sind studierende Mütter und Väter hier wirklich Mangelware - woran liegt das trotz einer unheimlich hohen Frauenquote in vielen Studiengängen?
Wie hoch ist die Abbruchsquote bei Schwangeren? Welche Beratungsmöglichkeiten gibt es? Wieso wird "Studieren mit Kind" an der HdM erst jetzt zum Thema? Was wird bereits jetzt schon für Mütter und Väter getan?

Meines Wissens nach gibt es an der HdM direkt weder Wickelräume, Spiel- oder "Entspannungsecken", eine hoschulinterne KiTa noch Vergünstigungen für das Essen an der S-Bar. Gerade da müsste man doch ansetzen! Die HdM sollte ein Zeichen setzen gerade für die, die am meisten Unterstützung benötigen...

Selbst ich als Nicht-Mutter sehe da noch eine Menge Verbesserungsmöglichkeiten. Ich würde mir wünschen, dass das Thema "Kind im Studium" in Zukunft kein Tabuthema mehr bleiben wird und aktiv bessere Bedingungen für eine Integration von studierenden Müttern und Vätern geschaffen werden können.


Christine Dreiling

24.01.2014 | 12:16 Uhr
Ich bin mehr als unzufrieden mit den Möglichkeiten in meinem Studium. Dieser Artikel voll glücklicher Menschen scheint mir ein Hohn,Kinder kann man in so kleine Studierfruppen nicht integrieren. Im Hörsaal des Bibstudiengangs sind nur 60 Personen manchmal weniger. Niemals kann man dortKleinkinder unterbringen, die schlafen nicht. Die Mensen helfen meinem Kind nicht wenn ich nicht im Stuttgarter Zentrum wohne. Ich musste mehr als einmal feststellen, dass ich exakt die selben Anforderungen zu erfüllen habe wie jeder andere Student. Sind die Kinder dauerhaft krank wird man gezwungen auch bei Krankheiten die sich zu Hause kurieren zu lassen zum Kinderarzt zu fahren,.der nicht nebenan wohnt, damit man bei nachhaltiger und sichtbarer Erschöpfung ein Attest hat um Hausarbeiten zu verschieben. Auch wenn due Erkrankungen am Anfang des Semesters liegen und der Abgabetermin noch fern ist. Wenn es sich aufsummiert glaubt einem am Ende keiner. Das Praxissemester aufschieben, nach dem Urlaubssemester wieder einsteigen? Bürokratischer Horror. Da muss man akzeptieren, dass sich das Studium weit verlängert oder man einen 6 Monate alten Säugling in Betreuung geben. Wer nicht schlau ist verliert, denn niemand findet die Lösung für die Mutter. Aus 28 Wochenstunden werden aufgeblasene Riesenprojekte bei denen man krank mit kranken Kindern um 23 Uhr noch klärt was Studienanfänger ohne Sprachkenntnisse verbocken. Und um 9 Uhr anfangen? Oder um 10? Mit Pflichtkursen ist das nicht möglich, da steht man um 8.15 auf der Matte. Wer sein Kind um 7 Uhr oder früher aus dem Bett kriegt schafft Gruppentreffen um 10 knapp. Nicht alle Kinder sind Frühaufsteher. Mitfinanzierte Kinderbetreuung oder Babysitting? Auch hier Fehlanzeige das hilt nur für Stuttgart, nicht für umliegende Gemeinden. ,


Julia

21.01.2014 | 19:54 Uhr
Schöner Artikel! Es wird Zeit, dass hier sich mehr tut an der HdM. Mütter (und Väter) sollen hier ruhig noch mehr unterstützt werden.

In einer Vorlesung habe ich eine Kommilitonin kennen gelernt, die auch ganz jung Mutter geworden ist und alleinerziehend ist. Sie hat mir auch erzählt, dass sie sich mehr Unterstützung wünschen würde an der HdM. Sicherlich brauchte sie die auch mehr, da sie privat (kein Freund, Mutter krank) auch viel alleine stämmen muss. Aber: sie kannte keine andere Mutter an der HdM, hat ein schlechtes Beratungsgespräch gehabt und fand dass es auch keine Angebote gab, dass Kind irgendwie in den Hochschulalltag zu intergrieren. Ganz ehrlich: mir als Nichtmutter ist da auch wenig aufgefallen!

Ich bin für eine richtig coole Kinderecke und Offenheit die Hochschule so zu gestalten, dass jeder sich pudelwohl fühlen kann. Egal ob jung oder alt, Mutter/Vater, Ausländer, Menschen mit Behinderung,... Kinder sollten auf jeden Fall kein Organisationsproblem sein und studieren mit Kind kann besser gewuppt werden, wenn das Umfeld auch ein wenig mit hinschaut.


Prof. Dr. Mike Friedrichsen

21.01.2014 | 18:20 Uhr
Es ist gut, dass die HdM da engagiert ist. Aber es ist kein neues Thema. Wir haben beispielsweise unsere beiden Kinder auch während des Studiums (80er-Jahre) "bekommen" und die Freude über die Kids überwog alle durchaus harten Lasten (neben Organisation auch noch das notwendige Geld verdienen). Natürlich sieht man die Kommilitoninnen und Komilitonen, die auf Feten gehen und auch für Lehr- und Prüfungszeiten viel mehr zeitlichen Spielraum haben. Aber letztlich hat man sich ja dafür entschieden. Zudem hatten wir auch Glück, dass die FU Berlin damals schon einen sehr guten Kindergarten zur Verfügung hatte. Im beruflichen Wettbewerb nimmt es vielleicht zunächst als Nachteil wahr, aber "on the long run" zeigte sich, dass es privat und beruflich die "richtige" Entscheidung war :-) Also keine Angst vor Kindern während des Studiums!


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