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Studiengang Mediapublishing

Herstellung

 Stefan/Rothfos/Westerveld; »U1 – Vom Schutzumschlag zum Marketinginstrument«

Leseempfehlung von vs041:

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Inhalt

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wird in das Thema der Buchgestaltung eingeführt. Die Autoren stellen dar, wie der Buchumschlag entstanden ist und dass es insbesondere um die Umschlagseite 1 »U1« geht. Im zweiten Teil wird auf die Bild- und Textsprache der U1 eingegangen, unterteilt nach den verschiedenen Genres, Sujets, Gestaltungsmitteln und Sonderformen. Als Beispiele dienen viele Bilder von Umschlagsgestaltungen. Im dritten Teil wird ein kleiner Einblick in den technischen und gestalterischen Ablauf in der Verlagswelt anhand von persönlichen Erfahrungen der Autoren geboten. Auch wird das Handwerk der Datenerstellung und technischen Umsetzung näher beleuchtet.

Alleinstellungsmerkmal

Stefan/Rothfos/Westerveld heben die Rolle der U1 bei der Kaufentscheidung bestimmter Zielgruppen hervor. Das Buch hat eine einzigartige Gestaltung: Sein Layout passt sich an jedes Kapitelthema an. Zudem setzen die Autoren sehr stark auf die Kraft der Beispiele. Besonders wirksam ist der Einsatz der grafischen Darstellungen und Bilder.

Zielgruppe

Die Autoren benennen ihre Zielgruppe, zu denen ihrer Meinung nach Gestalter, Verleger, Marketingleiter, Verlagsvertreter und Buchhersteller gehören. Jedoch wird anhand der Herangehensweise an das Thema und der großen Bildersammlung sowie der expliziten Auflistung von beachtenswerten technischen Details und der angewandten Fachsprache klar, das die eigentliche Zielgruppe die der Umschlaggestalter ist – Gestalter, die nach Inspiration und Vorlagen für ihre Arbeit suchen sowie einen Einblick in den Ablauf der Gestaltung und dessen Umsetzung innerhalb eines Verlages erhalten möchten.

Sprache

Die Autoren verfallen in der Einführung in einen sehr persönlichen erzählenden Sprachstil. Immer wieder wird von eigenen Erfahrungen berichtet. Dies erleichtert den Lesefluss, selbst bei geschichtlichen Fakten und fachlichen Inhalten. Jedoch setzen die Autoren auf gewisse Vorkenntnisse, da sie oft in die Fachsprache eines Gestalters oder im Verlag tätigen Mitarbeiters verfallen.
Im zweiten Teil des Buchs gleicht die Sprache Werbetexten, die Buchgestaltungsbeispiele anpreisen. Auffällig ist hier die Häufung von Adjektiven. Im Nachspann wechselt es zu einer sachlichen Auflistung von Anweisungen. Fazit: Die Sprache passt sich dem jeweiligen Thema des Buchs an.

Positive Kritikpunkte

Die Autoren sprechen aus eigener Erfahrung und lassen kleine Anekdoten einfließen. Die Erzählweise lädt zum Weiterlesen ein, da selbst sachliche Themen nicht trocken, wie aus einem Fachbuch, wirken.
Sehr inspirierend und interessant ist die umfangreiche Sammlung an Beispielbildern von U1- Gestaltungen, wobei auch auf Schriftart und Verlag eingegangen wird. Auch ist diese sehr gut nach Stilmitteln gegliedert.
Insbesondere für Gestalter ist das Buch interessant, da die Autoren auf Schwierigkeiten zwischen dem Verlagsimage (Corporate Identity) und der Entfaltung der eigenen Kreativität eingehen.
Im dritten Kapitel wird für diejenigen, die das Handwerk des Gestalters ausüben, noch einmal Schritt für Schritt die technische Herangehensweise an die Gestaltung aufgelistet. Dabei geht es darum, was in der Praxis zu beachten ist und welche Fehler bei Datenkompatibilität zwischen den verschiedenen Stationen der Herstellung auftreten können.

Negative Kritikpunkte

Es werden zwar innerhalb des Bildkapitels die verschiedenen Stilmittel erklärt, aber nicht genau, wie diese am besten einzusetzen sind bzw. welche Wirkung sie auf den Leser haben.
Der Leser merkt schnell, dass die gestalterische Umsetzung bzw. Kreativität im Vordergrund steht und nicht, wie der Titel vermuten lässt, die marketingtechnische Sicht der Gestaltung.
Die technische Auflistung des Handwerks wirkt wie ein Verhaltensregelwerk für Grafik-Designer, die bei ihrem kreativen Schaffen oft Fehler bei der technischen Umsetzung machen. Dies kommt daher, dass die Autoren selbst Gestalter sind.

Fazit

Das gestalterisch interessante Layout und die große Bildersammlung sind visuell sehr ansprechend und inspirierend, wenn man sich als angehender Gestalter über Buchgestaltung informieren möchte. Jedoch kratzen die Autoren, was das ›Marketinginstrument‹ angeht, nur an der Oberfläche.

Autoren

 

Renate Stefan

- Quereinsteigerin in der Herstellungsabteilung des Verlags Walter de Gruyter.
- Seit 1999 Leiterin der Herstellung des Berliner Fachverlags.

Nina Rothfos

- Studierte visuelle Kommunikation und arbeitete danach beim Rowohlt Verlag in der Umschlagredaktion.
- Arbeitet seit 1988 als Gestalterin für zahlreiche namhafte Verlage.

Wim Westerveld

- Wurde an der Hochschule für Bildende Künste Arnhem ausgebildet.
- Seit 1985 ist er als grafischer Gestalter im Bereich der redaktionellen und visuellen Kommunikation tätig.
- Unterrichtete an verschiedenen Kunsthochschulen in Deutschland.

Texttyp und Anordnung der Kapitel

Bildband, Erfahrungsbericht; Thematische Anordnung der Kapitel, die unabhängig von einander gelesen werden können, aber auch als jeweils resultierende Folge des vorigen Kapitels zu sehen sind. Kein Stichwortregister. Literaturverzeichnis des ersten Kapitels, Glossar zum dritten Kapitel sowie ein Verzeichnis der angesprochenen Verlage.

Bibliographie

Stefan,Renate/Rothfos,Nina/Westerveld,Wim: U1 – Vom Schutzumschlag zum Marketinginstrument. Mainz: Verlag Hermann Schmitdt; 2006; ISBN: 978-3-87439-687-5

331 Seiten 89 Euro, Schoenste Buecher 2006/11  Ahl 2 U1; Lieferbar

Schlagworte

Buchumschlag, Schutzumschlag, Gestaltung

Verstanden

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